So, dann kann ich nach meinem Filmabend auch noch die Meinungen meiner Freundinnen wiedergeben. Die meisten waren an NFP als Verhütung interessiert, trauen es sich aber noch nicht zu, bzw. hatten einfach fachliches Interesse (Apothekerin, bzw. Krankenschwester).
Da sie alle andächtig gelauscht haben, fanden die meisten glaubs den Film durchwegs gut!
Bemängelt wurde die Länge, er sei zu lang. Ausserdem fehlte gemäss der Krankenschwester (déformation professionelle) der Hinweis, dass dies nur in festen Beziehungen angewandt werden könne, ansonsten seien Kondome als Schutz unabdingbar. Ausserdem stellte sie infrage, ob es nicht eher ein Anti-Pille-Film als vielmehr ein Pro-NFP-Film ist.
Zudem fanden sie die Frauenauswahl ein wenig zu einseitig, es wären recht ähnliche "Typen" gewesen und die Aussagen hätten sich teilweise sehr geähnelt.
Die Tanzszenen fanden sie eher belustigend und sie wurden dann auch scherzhaft interpretiert, aber ich hatte das Gefühl, es lockerte die Atmosphäre wieder auf und liess das Gesagte sacken, bzw. wieder Konzentration für was Neues aufkommen.
Diejenigen, die N&S noch nicht gelesen hätten, fanden es schwierig, aus dem Film heraus die Methode zu verstehen.
So war vielen Damen nachher unklar, was genau am Zervixschleim beobachtet werden sollte, was es mit diesen Veränderungen am ominösen Muttermund auf sich habe, was denn genau eine Störung in der Temperatur sei, inwiefern die Aufstehzeit sowie immer gleich viel Schlaf relevant seien etc.
Dies sind natürlich Fragen, die sich nach der Lektüre von N&S klären, aber für Nicht-NFP-lerinnen war es scheinbar schwierig, sich einen Reim auf diese Dinge während des Filmes zu machen.
Ausserdem meinte eine, es sei unklar, was man denn in der fruchtbaren Zeit machen solle, und wieviel des Zyklus noch zusätzlich verhütet werden müsse. Ich persönlich fand hingegen schon, dass gut auf Diaphragma, Kondom, Enthaltsamkeit etc. eingegangen wurde.
Ausserdem musste ich nachher erklären, dass man natürlich nicht zwingend täglich messen müsse!
Mein Eindruck war nachher, dass der Film für Frauen mit NFP-Vorwissen besser geeignet ist als Anfängerinnen ohne irgendwelche Kenntnisse. Dass der Film die Methode nicht vollumfänglich erörtern kann und dies auch nicht der Anspruch sein darf, finde ich selbstverständlich. Aber anhand der Probleme meiner eigentlich wirklich nicht auf den Kopf gefallenen Freundinnen fiel mir dann auf, dass die Methode im Film auf eine Person, die noch gar keinen grossen Bezugspunkt zur Materie hat, doch sehr anspruchsvoll wirkt.
Diejenigen Frauen, die an den Filmabend kamen mit dem Anspruch bzw. der Hoffnung, NFP nachher anzuwenden (und sich durch den Film ermutigen wollten), meinten dann auch teilweise, das Ganze sehe so kompliziert aus...
Aber ich denke, ein paar werden sich jetzt sicher heranwagen, eine wollte grad eine Thermometersammelbestellung bei der Apothekerin machen!
