Naja, m.E. ist bei korrekter Auswertung die einzige Schwachstelle der Methode das Freigeben am Zyklusanfang. Das ist und bleibt ein Risiko, denn wirklich sicher ist man erst, wenn der Eisprung vorbei ist (es ist übrigens richtig, dass die ungewollten Schwangerschaften in der Langzeitstudie alle durch ungeschützen Verkehr am Zyklusanfang zustande kamen).
Die Minus Acht-Regel und die Minus-Zwanzig-Regel versuchen ebenso wie die vorläufigen fünf freien Tage bei weniger als zwölf ausgewerteten Zyklen einen Kompromiss zu finden zwischen größtmöglicher Sicherheit und möglichst vielen freien Tagen, denn sicher hängt die Akzeptanz, die so eine Methode findet, auch davon ab, wie viele Tage im Zyklus Sex "erlaubt" ist. Wenn man mehr Sicherheit in der Methode möchte, sollte man sich überlegen, am Zyklusanfang nicht freizugeben. Aber man sollte auch bedenken, dass die Methodensicherheit sich nur darauf bezieht, dass man an potentiell fruchtbaren Tagen keinen vaginalen Verkehr hat.
Letzten Endes ist alles, was die AG NFP ausspricht, eine Empfehlung, denn es gibt ja kein NFP-Gesetz oder so. Verantwortlich für ihr Tun und Lassen ist immer die Frau selber. Also würde ich es nicht sehen im Sinne von "die Ehrliche ist die Dumme", sondern ob ich es vor mir selbst vertreten kann, einen Ausreißerzyklus auszuklammern, obwohl die Regeln der AG etwas anderes sagen. Oder ob ich es nicht vertreten kann, mir am Zyklusanfang freizugeben, obwohl die AG es "erlaubt". Denn schwanger wird nicht die AG NFP, sondern Du. Oder ich.
