mondtiger hat geschrieben:
kiss1980 hat geschrieben:
Da interessiert sich doch keiner mehr dafür, wie man natürlich und ohne Risiken verhüten kann.

Manche glücklicherweise schon.
Ich finde ihren Ansatz bis zu dem Absatz "Gesellschaftliche Auswirkungen der hormonalen Kontrazeption" sehr gut - danach verliert sie sich leider in Anti-Pillen-anti-Emanzipationspropaganda, die einen schalen Nachgeschmack hinterlässt. Aussagen wie
Zitat:
Die freie Liebe fördert in nie gekanntem Ausmaß die Trennung von Lust und Verantwortung durch voreheliche, außereheliche und eheliche Ausschweifungen.
oder
Zitat:
Das Übel muß an der Wurzel entfernt werden. Das Übel, das da heißt: "Jeder muß nach seiner Façon selig werden."
oder
Zitat:
Noch fraglicher ist, ob die Verhütung die Abtreibung wirklich verhindert. [...] Die Verhütung hat die gleiche Wurzel wie die Abtreibung: die Lebensfeindlichkeit. Das ist der Grund, weshalb in allen Ländern, in denen die Kontrazeption frei zur Verfügung steht, die Abtreibungen radikal zugenommen haben. Je größer die Akzeptanz der Kontrazeption ist, desto größer wird auch die Akzeptanz der freien Sexualität, desto größer ist die Antibaby-Einstellung und desto größer ist die Akzeptanz der Abtreibung.
oder auch (ganz schlimm)
Zitat:
Die Fruchtbarkeit macht die Frau feminin und mütterlich. Die durch äußere Manipulation unfruchtbar gemachte Frau wird härter, mehr auf sich und ihre Karriere fixiert. Dieses im Einzelfall beobachtete Phänomen schlägt gesellschaftlich massiv zu Buche. Zunehmend werden Weiblichkeit und Mütterlichkeit verachtet und sind keine erstrebenswerten Eigenschaften mehr. Sie gehen verloren zugunsten der Unabhängigkeit und beruflichen Karriere. Die Frauen stehen ihren Mann! Gewürdigt werden männliche Eigenschaften und Einsatzgebiete. Frauen wollen Chefin, Professorin, Politikerin usw. sein. Sie wollen zumindest berufstätig sein, unabhängig davon, wie es den Kindern dabei ergeht.
Am Ende solidarisiert sie sich mit der Enzyklika "Humanae Vitae" des Papstes...
Sorry, aber so gut ihr Ansatz zur kritischen Betrachtung der Pille als Allheilmittel gerade für junge Mädchen ist, so schlimm finde ich die Brücke, die sie zwischen der Pille und all den "schlimmen" Neuzeiterscheinungen schlägt und im selben Atemzug quasi die gesamte Frauenbewegung verdammt sowie komplexe gesellschaftliche Entwicklungen und Probleme pauschalisiert.
Also wirklich, so jemanden als indirekten Verfechter der natürlichen Verhütung können wir uns echt sparen. Schadet mehr, als dass es nützt.