Ich denke, das ist nur durch die Medien aufgebauscht worden wie nochwas durch den Titel der Publikation.
Ich habe das Ding gerade durchgearbeitet und die kommen da selbst zu dem Schluss, dass man davon KEINE und absolut KEINE Aussage treffen kann, dass sie die Vermutung ihres "Vorarbeiters" diesen Zusammenhang betreffend bestätigen kann. Lest das Ding bitte mal selbst...
Erstmal haben sie viele viele "samples" rausgenommen:
Zitat:
"We included some addition women in analyses based on either the first or second session, and we excluded some in certain analyses."
Erster Satz unter dem Kapitel 3.Results c)
Prefence in normally cycling and pill-using womenZitat:
"To our suprise, we found no significant effect of MHC dissimilarity on odour pleasentness or desirability scores in session 1, where no women using the pill. [...] In session 2, where some women using the pill, we again found no significant differences in any comparison. Our results therefore suggest that, at least in our sample, there was neither a significant general preference for MHC dissimilarity across normally cycling women, nor a significant prefence for MHC similarity associated with pill use"
Ist ja schön und gut, könnte man sagen, vielleicht ist das vorrausgesagte Ergebnis nicht eingetreten und man könne vieleicht einen Trend feststellen. Das Einzige, was abgenommen hat mit Beginn der Pilleneinnahme ist die Attraktivität eines Geruches eines genverwandten Mannes. Allerdings lassen die Fehlerbalken diese Aussage als dahingestellt aber möglich erscheinen. Des Weiteren war bei den anderen beiden Dufteigenschaften ("Geruchsannehmlichkeit" und Intensität) kein Unterschied zu sehen. Genau in diesen beiden Eigenschaften wurde es aber vorrausgesagt. Sollte doch ein unangenehmer Geruch intensiver sein. Diese dritte Eigenschaft kam erst bei diesem Test dazu.
Viel deutlicher Fallen da die Unterschiede aus, von Frauen, die gerade in einer Partnerschaft leben oder nicht. Auch interessant ist, dass es jeweils nur unter 5 Frauen gegeben hat, die die gleiche Sorte von Pille genommen haben. Eine Frau, die ein reines Progesteronpräperat nahm, wurde sogar aus der Untersuchung rausgenommen, weil bei ihr absolut garkein (gewünschter?) Effekt eintrat.
In Kapitel 4 Discussion lesen wir u.a. weiterhin:
Zitat:
"However, our results indicated no difference in preference for heterozygotes in either non-users or pill-users."
Des Weiteren kritisieren sie ihre Werte zwei Seiten lang selbst, was die Auswahl der Probanten und die Anzahl derer angeht.
Das wirklich einzige, was die Studie sagt ist, dass sich eine Geruchspräferenz leicht ändern kann unter Pilleneinnahme. Das haben sie mit viel rumrechnen (Ich glaube, Stern schreibt sogar schönrechnen) herausbekommen. Sie geben ja selbst zu, dass ihr Ergebnis maximal ein empirischer Test dieser Aussage ist.
Schluss:
Ein bisschen kann man dem Ergebnis nach all der Kritik vielleicht schon glauben, vielleicht einen Trend vorraussagen. Aber fundiertes Wissen steckt da nicht da hinter. Man kann also weiterhin viel Spass beim rätseln zu diesem Umstand wünschen.
Bleibt noch abzuwarten, ob das mal mit richtig vielen (>1000) Frauen gestestet wird. Eigentlich diente das Paper, glaube ich, nur dazu, eine Methode für eine große Studie zu etablieren.
Ich glaubs ja selbst ein wenig...
