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 Betreff des Beitrags: Verhütungsbroschüre der BZgA
BeitragVerfasst: 5. August 2008 11:52 
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NFP-Guru

Registriert: 6. Februar 2008 19:46
Beiträge: 2638
Wohnort: Frankenländle
NFP seit: 03/2008
Hab gerade beim Umzugskisten-Entpacken eine Broschüre wiedergefunden, die ich mir damals von ProFam mitgenommen hatte, als ich mich über die verschiedenen Verhütungsalternativen zu Hormonen informiert habe, und bin beim Durchblättern auf die Beschreibung und Beurteilung der STM gestoßen, die in dieser Broschüre doch nicht ganz so gut wegkommt.

Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung beschreibt die Methode zwar auf den Seiten 44-49 weitestgehend korrekt, jedoch wird die Sicherheit sehr viel schlechter angegeben, als die offizielle Studie der Uni Düsseldorf sie ausweist, und es haben sich ein paar Fehler dort eingeschlichen.

So heißt es auf Seite 47:

Zitat:
Insbesondere der Beginn der fruchtbaren Tage wird oft zu spät eingeschätzt, da die lange Überlebenszeit von Spermien in der Gebärmutter von bis zu 6 Tagen nicht berücksichtigt wir.

Ähm, ja, und wofür haben wir noch mal die Minus-8-Regel? ;-)

Weiter hinten in der Broschüre gibt es dann eine Liste als Entscheidungshilfe für die passendste Verhütung, in der die Methoden, ihre Wirkung, Vor- und Nachteile, geeignete "Zielgruppe" sowie die Einschätzung der Sicherheit genannt werden. Pille und Co. werden hier als "sehr sicher" bezeichnet, Kondom und Dia als "sicher", während die STM hier nur ein "relativ sicher" bekommt. *motz* Es wird weder auf Pearl-Indizes noch auf Studien zur Sicherheit verwiesen, sodass sich die Einschätzung "relativ sicher" nicht einmal nachprüfen lässt...

Und bei der "Für wen geeignet?"-Sektion heißt es:
Zitat:
Frauen, die eine natürliche Alternative suchen; Lust haben, ihren Körper kennen zu lernen; mit geregeltem Lebensrhythmus; die auf Spontaneität verzichten können; bei denen der Partner mitverantwortlich ist


Was meint ihr, sollte man mal der BZgA schreiben und auf NFP heute sowie auf die Studie der Uni Düsseldorf und die AG NFP verweisen?

Ich stelle mir halt vor, dass Frauen da vor der Broschüre sitzen, sich das durchlesen und dann das denken, was mir damals durch den Kopf ging, als ich mich am Anfang informiert habe: "Vielleicht ist das ja doch nichts für mich, wenn es nur "relativ sicher" ist..." Ich hab mich damals noch weiter informiert, weil ich nun mal der Typ bin, der sich nicht mit Einfach-Infos abspeisen lässt sondern weiter nachforscht, aber ich weiß ja nicht, was für ein Bild der STM das bei vielen anderen Frauen hinterlässt... *kopfkratz*

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Hörnchen mit Ottermann, kleinem ♥ Frühstarter-Wutz ♥ (11/2014), winzigem Nachzügler (8/2020), und zwei Katzenknutschkugeln im Bild. Zyklus. Florentina ist Patin vom Wutzelchen. * im Herzen (5/2018)


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BeitragVerfasst: 5. August 2008 12:14 
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NFP-Gräfin

Registriert: 28. Oktober 2006 13:05
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Wie heißt die Broschüre denn genau? Und hast du das Erscheinungsdatum?

Ist es die "Sicher gehn"?

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BeitragVerfasst: 5. August 2008 12:18 
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Kurven-Rätslerin

Registriert: 15. Mai 2008 22:14
Beiträge: 438
Ja, ja, der "geregelte Lebensrhytmus" :roll: . Den hätte ich wirklich gerne mal erklärt. Muss man dazu jeden Abend um zehn ins Bett und morgens immer das gleiche Müsli essen? Wenn solche Aussagen gemacht werden, dann wären genauere Erklärungen doch wirklich hilfreich! Genau wie die Angabe des PI und Hinweise zu Studien o.ä. Kann man nicht gerade von einer Bundeszentrale mehr erwarten?


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BeitragVerfasst: 5. August 2008 12:21 
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NFP-Gräfin

Registriert: 28. Oktober 2006 13:05
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Edit: Ja, ich sehe gerade es ist sie. Ich fand das eigentlich wirklcih ganz ok. Es ist die erste BRoschüre, in der NFP überhaupt so umfassend aufgenommen wird. Es gibt auch ein Poster dazu und sogar da ist NFP mit drauf. Und soo daneben finde ich die Beschreibung auch gar nicht. Den geregelte Lebensrhythmus könnte man anstreichen, die Spontaneität finde ich nicht signifikant genug um es überhaupt zu erwähnen.

Und: ich denke du musst nicht hinschreiben, sie empfehlen ja sogar die Lektüre von N&S.

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BeitragVerfasst: 5. August 2008 12:23 
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NFP-Gräfin

Registriert: 28. Oktober 2006 13:05
Beiträge: 3245
In der Broschüre wird ja eben auf den PI verzichtet. Nur so kann das Diaphragma sich als "sicher" qualifizieren. Ich finde das eine ganz elegante Lösung als ständig viele 0,x bis 2-20 Zahlen zu lesen, die man z.T. einfach nicht vergleichen kann.

Und mit "relativ sicher" liegt NFP mit der SPirale danach gleichauf. Das sollte einer interessierten Leserin schon zu denken geben und rückt NFP schon in ein akzeptables Licht.

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BeitragVerfasst: 5. August 2008 12:30 
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NFP-Guru

Registriert: 6. Februar 2008 19:46
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Wohnort: Frankenländle
NFP seit: 03/2008
Ja, es ist die "Sicher gehen".

Ich finde die recht ausführliche Beschreibung der Methode eigentlich auch ganz gut, vor allem sind die Regeln alle richtig in Kürze dargestellt.

Was mich nur auf die Palme bringt ist dieses "relativ sicher". *zunge* Mir ist schon klar, dass die da auch die Anwendersicherheit mit rein nehmen, so nach dem Motto "Naja, wenn sich die Anwenderinnen halt nicht an alle strengen Regeln halten etc. sinkt eben der Sicherheitsindex." Da könnte ich genauso gut die Anwendungssicherheit der Pille heranziehen - von wie vielen Frauen ich schon gehört habe, die die Pille falsch einnehmen oder mal vergessen, bei Durchfall und Erbrechen nicht dran denken, noch eine Pille zu nehmen etc.! Ich finde, man muss Verhütungsmittel auf der selben Ebene vergleichen. Sprich: Wenn ich den normalen PI der Pille heranziehe, um die Sicherheit mit "Sehr sicher" einzustufen, muss ich auch den durch eine wissenschaftliche Studie herausgefundenen PI der STM für die Sicherheitseinstufung zugrunde legen, und ich glaube nicht, dass das hier passiert ist, sonst hätte die STM nicht ein "relativ sicher" bekommen! *motz* *schrei* Sorry für das Gemotze, aber das regt mich echt auf, dass so oft mit zweierlei Maß gemessen wird!

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Hörnchen mit Ottermann, kleinem ♥ Frühstarter-Wutz ♥ (11/2014), winzigem Nachzügler (8/2020), und zwei Katzenknutschkugeln im Bild. Zyklus. Florentina ist Patin vom Wutzelchen. * im Herzen (5/2018)


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 Betreff des Beitrags: Re: Verhütungsbroschüre der BZgA
BeitragVerfasst: 5. August 2008 12:33 
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NFP-Gräfin

Registriert: 28. Oktober 2006 13:05
Beiträge: 3245
Hörnchen hat geschrieben:
Die Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung beschreibt die Methode zwar auf den Seiten 44-49 weitestgehend korrekt, jedoch wird die Sicherheit sehr viel schlechter angegeben, als die offizielle Studie der Uni Düsseldorf sie ausweist, und es haben sich ein paar Fehler dort eingeschlichen.

So heißt es auf Seite 47:

Zitat:
Insbesondere der Beginn der fruchtbaren Tage wird oft zu spät eingeschätzt, da die lange Überlebenszeit von Spermien in der Gebärmutter von bis zu 6 Tagen nicht berücksichtigt wir.

Ähm, ja, und wofür haben wir noch mal die Minus-8-Regel? ;-)



Das Zitat geht so weiter:
Zitat:
Deshalb ist sie nur für die Paare geeignet, die diese Methode erlernt haben und die auch in sehr erregenden Momenten nur so weit gehen, wie die Methode zulässt.

Ich denke es ist nicht gemeint, dass die Methode den Beginn der fruchtbaren Zeit "falsch" "einschätzt", sondern dass die freie Zeit am ZA gerne ein wenig ausgereizt wird -sieht man ja auch hier ab und an- und genau das kann eben nach hinten losgehen.

Ich verstehe deine Bedenken, ich war aber froh, Freundinnen mit dieser Broschüre mal schwarz auf weiß zu zeigen, dass die BZgA NFP für interessant genug hält um ausgiebig darüber zu berichten (und die Vorteile-Liste ist ja auch lange), sowie das Ganze zumindest als "relativ sicher" einschätzt. Und unter uns: Für jeden ist es ja wirklich nichts.

Edit: Die offizielle Meldung über den super PI der STM ist ja auch jünger als die Broschüre, insofern kann ich mir gut vorstellen, dass da noch was geändert wird, die AG NFP sowie ProFamilia mit ihren doch etwas anderen Ärztinnen (Diaphragma!) arbeiten ja teils mit der BZgA zusammen.

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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 5. August 2008 12:37 
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NFP-Guru

Registriert: 6. Februar 2008 19:46
Beiträge: 2638
Wohnort: Frankenländle
NFP seit: 03/2008
Ja, stimmt schon. War auch ganz froh, dass NFP nicht unter derselben Gruppe wie Knaus-Ogino gelistet wurde. ;-)

Ich frage mich halt trotzdem, wie die Sicherheitseinstufung für diese Broschüre zustande kam. Es werden halt auch keinerlei Zahlen angegeben, es wird nicht gesagt, auf welche Studien man für die Einschätzung der Sicherheit der Methoden zurückgegriffen hat. Ich vermute, dass man den gängigen PI der Pille genommen hat, aber eben nicht den offiziellen PI der STM... Das ist doch dann nicht wirklich fair.

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