Hallo ihr Lieben!
Wie Hamster in
DIESEM Thread schonmal verlinkte, gibt es eine Dissertation mit dem Titel
"Zyklusdynamiken nach Absetzen oraler Kontrazeptiva im Rahmen der natürlichen Familienplanung (Auswertung einer prospektiven Studie)" und zwar
HIER.
Nun hat unser liebes Imandrachen (nein, nicht drachen, Imandra -chen

) die gute Arbeit etwas genauer
unter die Lupe genommen und ein paar Ungereimtheiten entdeckt.
Das hat sie unter ihrer Seite
(HIER) geschrieben, aber da findet es ja kaum jemand, deswegen kopiere ich ihre Aussagen mal flugs hier rein:
Imandra hat geschrieben:
Themenwechsel: Ich hab mir eben die von Mara verlinkte
Dissertation zu Gemüte geführt - endlich weiß ich übrigens, wozu ich Statistik gelernt hab ;) - und hab doch einige Ergebnisse als bemerkenswert empfunden (die Inkonsistenz verschiedener Sätze und grammatikalische Fehler allerdings auch...).

Die "ältere" pp-Gruppe kam im Vergleich schneller wieder klar mit ihren Zyklen. Das find ich cool, allerdings frag ich mich, ob das nicht eher damit zusammenhängt, dass "älter" hier über 25 bedeutet und es davor ja quasi noch zu natürlichen "Jugendstörungen" kommen könnte.

Was der Mann mit dem "Tag des Auftretens des Schleimphänomens" meint, ist überhaupt nicht klar. Den SH, den ersten S+-Schleim, oder was? Nicht mal aus dem Vergleich der Varianzanalysen der Follikularphasenlängen mit dem "Zeitpunkt des Schleimphänomens" kann ich das entnehmen.

Sachlich falsch ist auf Seite 52 der Satz und die enthaltene Schlussfolgerung (jedenfalls mit dieser Begründung):
Zitat:
Die Ovulation ist bereits ca. 1 bis 2 Tage vor dem Höhepunkt des Schleimsymptoms erfolgt (sog. peak-day), so dass sich dieses Standbein der sympto-thermalen Methode erst nach dem Temperaturanstieg im Zyklusblatt zeigt.

Abgesehen davon, dass das einem Germanisten graue Haare wachsen ließe - wie kommt der Mann zu dieser Behauptung?

Einzusehen ist, die (N&S-Lesern unbekannte) Sonderregel für -8 pp zu modifizieren und statt 15
18 Zyklen zu verlangen, wobei es mit der Rechnerei erst in den letzten 12 Zyklen losgeht, die ersten also unberücksichtigt bleiben. (Was ich ganz schön doof finde, das hat mir keiner gesagt, dass meine 3 1.HMen für nix sind.

). Allerdings ist auch hier die Begründung inkonsistent.
Der Autor möchte die Verlängerung verlangen, wenn es in den ersten *3* pp-Zyklen Störungen gab. Dann allerdings wäre ja die 15er-Regel vollkommen ausreichend, konsequenterweise müsste er von Störungen in den ersten 6 Zyklen sprechen.
Persönliches Fazit: Sicherlich ganz interessant zu lesen (durch den Anhang bin ich noch nicht durch), allerdings macht das Ganze auf mich nicht den Eindruck einer sonderlich engagierten Arbeit, sondern den einer Fleißaufgabe. "Prof. Freundl hat mir da so'n Thema gegeben..."
Weiß nicht, wenn man für reine Statistik - wobei er noch nicht mal rausgearbeitet hat, welche Betrachtungsweisen wohl die geeigneteren sind, ob Varianz oder t-Test, arithmetisches Mittel oder Median - 'n Titel in Medizin bekommt, dann wundert mich gar nix mehr.

Hört sich sicherlich großkotzig an, aber das hätt ich wahrscheinlich auch hinbekommen mit meinen 2 Semestern Ingenieurmethematik.
Na ja, die Ergebnisse werden sicherlich ins neue N&S Eingang gefunden haben, das pp-Kapitel soll ja erweitert worden sein. Villeicht verrät's mir dann mal jemand.
Tamari hat geschrieben:
Hi Imandra,
du hast beim lesen mitgedacht? Ich hab die Arbeit auch gelesen, aber die Statistik war mir dann irgendwann zu hoch, so genau hab ich das nie gelernt.
Ich hab das aber so verstanden, dass nicht nur die ersten 3 (wie bisher angenommen) sondern die ersten 6-9 Zyklen gestört sind und er deswegen die Verlängerung möchte.
Gruß,
Karin
Imandra hat geschrieben:
Tamari hat geschrieben:
Ich hab das aber so verstanden, dass nicht nur die ersten 3 (wie bisher angenommen) sondern die ersten 6-9 Zyklen gestört sind und er deswegen die Verlängerung möchte.
Ich auch, genau deswegen ist ja die Begründung inkonsistent. ;)
Eigentlich ist es ja egal, aber von 'ner wissenschaftlichen Arbeit erwarte ich 'n bisschen mehr Exaktheit.
Na ja, ich hab ja jetzt eh noch 12 wunderbare Zyklen Zeit, um mir zu überlegen, wie ich das mache mit -8. Wenn die nächsten 3 schon zu den folgenden 9 passen, werd ich die 15er-Regel nehmen, wenn's noch so unbeständig und lang bleibt, die 18er, denke ich.
So, jetzt kann hier weiterdiskutiert werden.
(Und ich habe die Dissertation noch nicht gelesen... schäm.)