Interessantes Thema!
Persönlich möchte ich keine Spirale, wegen potentieller Nidationshemmender Wirkung, und ausserdem, weil es, wie Bridschie schon geschrieben hat, unter Umständen zu Spiralenschwangerschaften kommen kann, meine Mutter kennt da erschreckend viele Fälle!
Ich bin in keinster Weise religiös (und ja, trotzdem diese Meinung!), beschäftige mich aber aus persönlichen und studiumsbedingten Interssen stark mit Ethik und Moral!
Abtreibung hingegen erachte ich unter gewissen Bedingungen als gerechtfertigt, auch wenn dies, oberflächlich betrachtet, wenn man meinen Argumenten folgt, auf den ersten Blick nicht so erscheinen mag.
Ich möchte mal ein paar Diskussionspunkte auf wissenschaftlicher (wie dies ja postuliert wurde

) Ebene aufwerfen, die m.E. der Klärung bedürfen. Ich denke, die folgenden Überlegungen lassen die Diskussion sinnvoll weiterführen, und beruhen m.E. nicht auf Glaube (der ja hier diffamiert wurde), sondern auf Rationalitätsgründen, die sollten hoffentlich gelten:
- Ab wann ist Leben Leben? Unsere Christinnen hier haben schon darauf hingewiesen, dass für sie Leben mit der Verschmelzung von Samenzelle und Ei beginnt. Nun möchte ich all diejenigen, die lediglich von "Zellklumpen" sprechen, fragen, wie sie das genau halten: Wann beginnt denn bei euch das Leben? Wo macht ihr die Zäsur zwischen Zellklumpen und lebenswürdigem Leben?
Die Einnistung wird ja bei der Spirale verhindert, wenn das befruchtete Ei schon ein paar Tage alt ist. Die Befruchtung findet im Eierstock statt, und das Ei wandert dann die Eierstöcke entlang in den Uterus. Dort kann es sich dann nicht einnisten -- 6-8 Tage nach der Befruchtung (korrekt? NFP heute ist noch net angekommen

). Zu diesem Zeitpunkt haben schon viele Zellteilungen stattgefunden (Morula-Stadium).
- Nun meinen hier einige, für sie gäbe es auf dieser Grundlage keine moralischen Bedenken. Aber: Wann macht ihr dann die Zäsur, wann wird aus dem Zellhaufen Leben, das Würde (gefährlich konnotierter Begriff, ich weiss) und Lebensrecht besitzt?
Und: Ist eine solche Zäsur gerechtfertigt? Wann? Nach der Ausbildung des Primitivstreifens? Nach der Ausbildung von neuronalen Strukturen? Bei der Entwicklung von Bewusstsein (wann auch immer das ist)? Bei der Entwicklung von Schmerz- und Leidensfähigkeit? Wie rechtfertigt ihr diesen Wechsel von Klumpen zu plötzlichem Leben? Kann man nicht dagegen argumentieren, dass eine solche Ansicht kontraintuitiv ist? *Ta-taaa* Plötzlich ist der Klumpen schützenswertes Leben? Ist dies einleuchtend?
- Ich denke, weitere Argumente können noch angeführt werden: Wie gesagt, kann man den Würdenbegriff bemühen, und dann begründen versuchen, dass der Embryo aus Kontinuitäts-, Identitäts- oder Potentialitätsgründen ebenfalls schon Würde besitzt. (Ich weiss, dass ich mich damit auf Glatteis begebe & die komplexe wissenschaftliche Diskussionen dazu schon ganze Bücher füllt, und dass ich all den Argumenten hier nicht gerecht werden kann).
- Das Potentialitätsargument hat für mich persönlich grosse Schlagkraft: Nehmen wir an, ich habe eine Spirale, und ein Ei wird befruchtet. Es kann sich aber nicht einnisten und stirbt ab. Ich hätte dann das Gefühl, dass ich den Verlust eines Wesen, das die Potentialität besessen hat, ein einzigartiger, eigener, spezieller Mensch zu werden, verschulde -- und das möchte ich persönlich aus Gewissensgründen nicht. Ich will das Kind, das zu mir kommt, mit all seinen Eigenheiten, und wenn es zu mir gefunden hat, will ich ihm die Möglichkeit zu dieser Entwicklung zur Einzigartigkeit geben.
- Was mich ausserdem interessieren würde: Wie stehen die Befürworterinnen der Spirale hier generell zum moralischen Status des Embryos? Seid ihr alle pro humanembryonale Stammzellenforschung bzw. gar Klonen von Zellen? Müsstet ihr da theoretisch nicht pro sein?

(Ich meine diese Frage ernst!! Wo genau besteht der Unterschied zwischen der potentiell Nidationshemmenden Wirkung der Spirale und der Forschung mit befruchteten menschlichen Stammzellen? *völlig verwirrt bin und nachdenken gehe*)
