So, hier ist er endlich!
Hier kommt der sehr ausführliche Bericht zu meiner Dia-Anpassung. Ich versuche, alles so genau wie möglich wiederzugeben, damit möglichst keine Fragen offen bleiben.
Ich war also gestern morgen bei ProFam in Aachen, um mir ein Dia anpassen zu lassen. Zuerst sei gesagt, es ist alles weniger spektakulär und aufregend, als ich zunächst gedacht oder befürchtet habe...
Ich bin dahin, dann gab es einen Bogen auszufüllen (falls die mal Rückfragen haben oder so, das wird scheinbar immer gemacht). Nach ganz kurzer Wartezeit, nicht mal 5 Minuten, hat die Ärztin mich dann schon aufgerufen. Frau B....ichweißnichtmehrwie. Aber ich glaub, sie macht dort als einzige die Anpassungen.
Jetzt zum Wesentlichen:
Sie hat erstmal ganz neutral gefragt, was sie für mich tun kann. Also um sich einfach ein Bild zu machen, wie weit man sich mit dem Thema schon auseinandergesetzt hat und so. Sie hat mir dann nochmal grob die anderen Methoden (Hormone, Spirale, Kondome etc.) umrissen, mir auch ein bißchen was zur NFP erklärt. Wie ich meinen Eisprung bestimmen kann, wie lange ich mindestens beobachten sollte um einigermaßen gut abschätzen zu können, wann mein Eisprung meist ist. Ich fand das sehr informativ und für mich wichtig.
Dann hat sie mir anhand von einer Plastikmuschi (sorry, aber ich kann´s nicht besser beschreiben...) erklärt, wie setze ich das Dia ein, wo genau sitzt es. Ich find dieses Teil sehr gut, denn in diesem Dingen/Plastikunterleib sind Muttermund, Gebärmutter und sowas farbig dargestellt, der Rest ist durchsichtiger Kunststoff. So kann man quasi in den Körper hinein schauen und sich das mal genau anschauen.
Jetzt kann ich mir auch endlich vorstellen, wo genau die Schambeinnische ist und warum sie nicht zu flach sein sollte...
Nachdem wir diesen theoretischen Teil also hinter uns gebracht hatten, ich alle Fragen gestellt hatte, ging es zum Anpassen.
Schuhe aus, Hose aus, ab auf die Liege. Dort ist es übrigens kein gyn. Stuhl (ich mag die Dinger einfach nicht!!!!), sondern eine Liege. Man legt sich dann bequem auf den Rücken, sie macht eine Tastuntersuchung.
Da gehts dann darum, ob die Scheide sich normal anfühlt, das Schambein zu fühlen ist (schätze mal, um zu fühlen, ob es ausgeprägt genug ist, das Dia zu halten?!?) und ob der Muttermund gut fühlbar ist.
Das ist wichtig, denn man muß nachdem man das Dia eingesetzt hat auch nachtasten, ob der MuMu darinnen ist.
Ich gehöre zu den Glücklichen, die ihren MuMu immer gut ertasten können, ich kann das übrigens am besten in der Hocke oder in der Haltung, wenn ich auf der Toilette sitze. Schätze mal, dass sich das Ganze dann ein wenig absenkt und dadurch besser tastbar wird.
Sie setzte zunächst einmal ein Dia ein (ein 70er) und tastete nach. Sie meinte, das sollte passen, sitzt straff wie es sollte, aber nicht zu straff.
Naja, ich hab mich dann aufrecht gesetzt, bin etwas herum gewackelt, mal aufgestanden und sowas alles. Nichts zu spüren.
Dann ging es daran, dass ich selber mal tasten sollte, es rausnehmen und wieder einsetzen sollte.
Das Tasten fühlt sich zunächst etwas fremd an.
Also nicht falsch verstehen, mich selber und den MuMu getastet hatte ich schon oft, ich mach das immer vor der Mens, damit ich keine rote Überraschung im Höschen habe.
Daher weiß ich auch, wo und wie sich mein MuMu anfühlt.
Würde ich jedem vor der Anpassung empfehlen, denn unter dem Dia fühlt er sich schon anders an, finde ich. Hatte zuerst ganz kurz Probleme, ihn zu ertasten. Aber dann war´s ok.
Dann habe ich das einmal eingesetzt, nachgefühlt und fand es ok. Dann fühlte die Ärztin noch einmal nach ob es richtig sitzt. Ich mußte dann noch einmal nachdrücken, hatte es ein wenig zu weit vorne. Noch ein bißchen rein und wieder raus üben, Ärztin tastet nach, das war´s.
JUHU! Ich hab´s beim ersten Einsetzen direkt hinbekommen. Ich finde, es fühlt sich halt ein bißchen fremd alles an, aber man kann sich schnell dran gewöhnen.
Dann gab es noch eine kurze "Danach"-Besprechung, wie viel Gel tu ich wohin, wie lange soll es liegen bleiben?
Sie hat mir erklärt, dass es bei korrekter Anwendung vom PI her identisch mit Kondomen ist und mich auch gefragt, ob ich denn mit diesem Restrisiko leben kann.
Ansonsten würde sie doch eher empfehlen, bei der hormonellen Verhütung zu bleiben, wenn man auf keinen Fall schwanger weren kann/darf/will.
Sie sagte aber auch, dass man bei einer Untersuchung mal zwei Testgruppen gemacht hatte. Das fand ich sehr interessant:
Es wurden Tests gemacht mit Gruppe A (die jetzt unbedingt nicht schwanger werden wollten, sondern wirklich verhüten wollten) und Gruppe B (z.B. Paare, die die Zeit nach dem Kind überbrücken wollten oder andere, bei denen es jedenfalls kein "Beinbruch" wäre, schwanger zu werden).
Beide Gruppen bekamen Dia´s, Gels und siehe da: Die "Versagerquote" war bei Gruppe A niedriger (diese wollte ja nicht schwanger werden und waren sehr gewissenhaft in Anwendung, Gelmenge, Tragzeit etc.), bei Gruppe B eher höher.
Natürlich hat das Dia nicht die 99,irgendwas Prozent von Pille und Co., aber man nimmt zurzeit an, dass bei gewissenhafter Anwendung wirklich das Dia auch eine sichere Methode sein kann.
Sie hatte mir das erklärt, als ich die Story von meinem Gyn. erzählte und was er über die Sicherheit des Dia gesagt hatte.
So ausgerüstet mit viel viel Input, einem 70er Latexdia für 29 Euro und Contragel grün für 9 Euro fuhr ich also dann heim. Die Anpassung selber war kostenlos. Sie hat nicht gesagt, dass ich unbedingt nochmal zu einem Kontrolltermin müsse.
Ich habe dann nochmal nachgefragt, ob Contragel grün, Zitronenbasis oder Nonoxynol-Dingsbums sich von der WIrksamkeit her unterscheiden. Sie sagte, Ortho hätte früher ein Nono-Gel mit 2% gehabt, aber jetzt gebe es eines nur noch mit 1%.
Sie wisse nicht genau, ob das wirksamer oder weniger wirksam sei als die anderen.
Sie empfiehlt das Contra grün, weil es dem Milieu der Scheide am ehesten entspräche und die Spermien in diesem sauren Milieu auf jeden Fall so verändert werden, dass sie nicht weiter kommen.
Das Nono, greife, einfach erklärt, alles biologische einzellige an und zerstöre die Zellstruktur, ob Spermie oder Zelle, die ins Scheidenmilieu gehört. Ob das aber wirklich Infektionen begünstige, konnte sie mir nicht ganz genau sagen.
Ich denke, ich bleib beim Contra grün, wenn wir es beide vertragen werden.
Ich bin sehr zufrieden mit ProFam in Aachen, habe mich dort gut beraten und aufgehoben gefühlt. Auch das Tasten und so durch eine fremde Ärztin fand ich nicht so schlimm. Sie hat das vorsichtiger gemacht als mancher Gyn. bei der Untersuchung. Nur vor ihr in mir zu tasten, rausholen, einsetzen, war ganz kurz mal merkwürdig, aber ok.
So, ich bin also nach Hause gedüst, ganz gespannt und sehr neugierig. Zu Hause angekommen, als erstes mal das Dia, MEIN Dia ausgepackt und gewaschen, dann eingesetzt. Es "fluppte" direkt, und saß, ich war stolz wie Oscar!
Dann, neugierig wie ich bin, die Geltube aufgepiekst und man vorsichtig dran geschnuppert...
Jaja, man will ja nun wissen, was man sich da hineintut....
Ich hab das Dia dann gestern Abend stolz meinem Schatz gezeigt.
Wie ging es Euch??? Als ich das sozusagen aus der Hose zauberte, kriegte er ganz kurz mal große Augen. Ich dachte direkt, jetzt hat er vielleicht doch Schiß, ob da sozusagen noch Platz für ihn ist....
Aber eine Sache hätte ich da noch... Ich saß gestern Abend länger am PC, und nach etwa 3,5 Stunden Tragzeit hatte ich den Eindruck, es drückt. Vorher, als ich unterwegs war, noch was aufgeräumt und staub gesaugt hatte und sowas, hatte ich nichts gemerkt.
Ich hab dann nochmal dort angerufen. Aber sie bestätigte mir, dass es vom Fühlen her gut sitzt, nicht zu stramm. Und dass sie kein kleineres empfehlen würde, weil man dann zu leicht darunter käme und die Sicherheit nicht mehr gegeben sei, das Gel nicht mehr am vorgesehenen Platz sitzen bliebe.
Ich hab es heute Morgen dann nochmal eingesetzt und bilde mir jetzt gerade wieder ein, es zu spüren. Es ist wie eine Art Druckgefühl, aber fast nur an der vorderen Scheidenwand.
Beim Pipi machen oder so merke ich nix, aber ich bilde mir ein, dass es vorne fast genau auf den G-Punkt drückt. Das ist das, was ich als unangenehm empfinde. Kennt das vielleicht jemand?? Der Arzt asgt, es passt und ein kleineres sollte es nicht, sein, aber man mein trotzdem, es zu merken??
Ich habe nun ein Silokondia "Coil Spring". Denkt ihr, ein "Flat Spring" oder das Silikondia oder das Semina könnten besser geeignet sein? Ist die Feder dort irdendwie anders?
Vielleicht spüre ich im Moment einfach noch zu sehr hin. Manchmal meine ich nämlich auch, ich spüre ein o.b. in mir. Obwohl ich es richtig eingeführt habe und das gar nicht sein KANN.
Wäre für Feedback hierzu dankbar!
So, hier endet meine sehr sehr ausführliche Berichterstattung. Ich hoffe, sie hat dem einen oder anderen geholfen?
Liebe Grüße aus dem gerade sonnigen Fleckchen Rheinland, wo ich zurzeit unter einen Stückchen blauen Himmel sitze. Ich geb euich schnell etwas davon ab!
