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 Betreff des Beitrags: Zyklusinformiertes Training
BeitragVerfasst: 7. Februar 2022 15:11 
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Ersthelferin a.D.

Registriert: 8. Januar 2009 14:07
Beiträge: 6890
Ich bin gerade über einen interessanten Artikel gestolpert.
Vor allem in den USA werden die Trainingspläne von Spitzensportlerinnen inwischen auf den Zyklus abgestimmt.
Das wird bestimmt noch spannend, auch wenn es gefühlt ein alter Hut ist.

Wenn ich jetzt wieder mit regelmäßiger Bewegung anfange, werde ich das mal genauer in der Kurve vermerken (ähäm … also bei mir eher die Abschnitte, die mit der Mens beginnen).

Habt ihr bei euch einen genauen Überblick, wann euch welche Bewegung im Zyklus gut tut?

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 Betreff des Beitrags: Re: Zyklusinformiertes Training
BeitragVerfasst: 8. Februar 2022 13:44 
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Ersthelferin a.D.

Registriert: 8. Januar 2009 14:07
Beiträge: 6890
Hab noch mal eine Runde im Internet gedreht …

Generell neu war mir die Erkenntnis, dass neben dem Energielevel auch die Reperatur- und Schutzfähigkeit von Gewebe mit den Hormonen zusamenhängt.
Zitat:
In der Lutealphase kann anstrengendes Krafttraining dem Körper sogar schaden, weil die schützende Wirkung des Estradiols auf die Bänder wegfällt und damit das Verletzungsrisiko steigt.
Quelle Womens Health
Hier wird dies noch mit Ernährungstips kombiniert, dafür steht da leider wieder der Quatsch von der Ovulation an Tag 14.

Und dass der Muskelaufbau vor allem in der ersten Zykluswoche leichter zu erreichen ist:
Zitat:
Vier Monate lang ließ sie die Probandinnen fünfmal in der Woche ein Krafttraining absolvieren – manche nur in der ersten Zyklushälfte, andere in der zweiten. Diejenigen, die zu Beginn ihres Zyklus trainiert hatten, schnitten beim Abschlusstest deutlich besser ab: Sie hatten mehr Muskelmasse und eine bessere Sprungkraft.
Quelle Tour-Magazin

Andere Artikel haben einen genaueren Blick auf die Studienlage geworfen (wie genau hab ich jedoch keinen Überblick).
Zitat:
Andere Studien belegen dagegen, dass es keinerlei Unterschied macht, wann frau trainiert.
Insgesamt stammen die meisten wissenschaftlichen Untersuchungen jedoch aus dem Kraftsportbereich.
Zum Teil wurden sie auch nur mit sehr wenigen, manchmal sogar untranierten Probandinnen durchgeführt.
Das ist natürlich wenig aussagekräftig bzw. schwer auf den Ausdauersport übertragbar. Die Studienlage im Ausdauerbereich ist sogar noch problematischer.
Zwei Untersuchungen legen zwar nahe, dass weibliche Hormone keinen Einfluss auf Trainingsdaten wie das maximale Sauerstoffvolumen (die VO2max) oder die Laktatkonzentration ausüben. Auch die Herzfrequenz und die Menge der roten Blutkörperchen sollen von Östrogenen und Progesteron unbeeinflusst bleiben. Allerdings waren die Teilnehmerinnen in der ersten Studie bereits 42-45 Jahre alt, also kurz vor den Wechseljahren. Und die Stichprobengröße der zweiten Studie war mit 8 Probandinnen einfach zu gering, um allgemeine Aussagen zu treffen.
Zwischenfazit weiblicher Zyklus: Nichts genaues weiß man nicht!
Quelle tri-it-fit

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 Betreff des Beitrags: Re: Zyklusinformiertes Training
BeitragVerfasst: 8. Februar 2022 14:03 
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Kurvenjunkie

Registriert: 5. November 2007 11:07
Beiträge: 1791
Ich hab vor vielen vielen Jahren beim Crosstrainer gemerkt, dass ich kurz vor der Mens deutlich weniger leistungsfähig bin, um dann am direkt in den ersten Tagen der Mens wieder voll durchzustarten. *zustimm*

Hier noch ein langer englischsprachiger zusammenfassender Artikel: https://www.strongerbyscience.com/menst ... -athletes/ Der Autor nimmt die Forschung zu dem Thema ziemlich auseinander, u.a. weil zu viele Studien von einem 28-Tage-Zyklus mit Eisprung am 14. Tag ausgehen. Dass die Studienlage bei Ausdauertraining total schlecht ist, schreibt er auch.
Der Autor kommt aber trotzdem zu ein paar Schlussfolgerungen, von denen ich persönlich die folgenden Punkte am zentralsten finde:
Zitat:
Performance may vary throughout the menstrual cycle, but those variations are more a function of PMS/menstrual symptoms including motivation, concentration, and lethargy than changes in physiological variables.
[...]
Women seem to be able to build strength more efficiently during the follicular phase, perhaps related to decreased muscle damage and faster recovery. That certainly doesn’t mean you shouldn’t train during your luteal phase, but rather that you can probably push yourself a little harder in the gym during the first two weeks of your cycle (including menstruation).

Gut, da ist er jetzt selbst auf die "Eisprung ist nach 14 Tagen"-Schiene gerutscht. *draufhauen*

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Mit Mann und Kind (2009) endlich in der Postmenoparty!
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 Betreff des Beitrags: Re: Zyklusinformiertes Training
BeitragVerfasst: 8. Februar 2022 14:56 
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Ersthelferin a.D.

Registriert: 8. Januar 2009 14:07
Beiträge: 6890
diesen Aspekt find ich noch interessant:
Zitat:
Dein müder Zustand während der Menstruation ist vergleichbar mit der Wettkampfsituation. Wenn auf den letzten Marathonkilometern Kraft und Konzentration schwinden. Wenn die Bewegungen „schlampiger” werden.
„Dieses Gefühl kannst du während deiner Menstruation nachempfinden, natürlich nicht mit der gleichen Belastung wie im Wettkampf”, so die Sportwissenschaftlerin. „Da du während deiner Menstruation sowieso weniger auf Leistung trainieren kannst, bietet sich kognitives Training für diese Phase an.”
Quelle (leider viel Tracking-App-Werbung)

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 Betreff des Beitrags: Re: Zyklusinformiertes Training
BeitragVerfasst: 8. Februar 2022 15:36 
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alte Häsin

Registriert: 27. Dezember 2009 16:01
Beiträge: 1364
Wohnort: Ruhrgebiet
Ich konnte lange Zeit nachverfolgen, dass persönliche Bestleistungen kurz vor dem ES erzielt wurden und habe auch eine Weile nach einem zyklusangepassten Plan trainiert *daumenhoch*

_________________
Do it the heart way. Mit singendem Novemberwind unterwegs (*11/20).


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 Betreff des Beitrags: Re: Zyklusinformiertes Training
BeitragVerfasst: 9. Februar 2022 19:33 
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nicht mehr ganz so neu

Registriert: 13. November 2019 15:15
Beiträge: 59
NFP seit: 2016
Phacelia hat geschrieben:
Ich hab vor vielen vielen Jahren beim Crosstrainer gemerkt, dass ich kurz vor der Mens deutlich weniger leistungsfähig bin, um dann am direkt in den ersten Tagen der Mens wieder voll durchzustarten. *zustimm*

Hier noch ein langer englischsprachiger zusammenfassender Artikel: https://www.strongerbyscience.com/menst ... -athletes/ Der Autor nimmt die Forschung zu dem Thema ziemlich auseinander, u.a. weil zu viele Studien von einem 28-Tage-Zyklus mit Eisprung am 14. Tag ausgehen. Dass die Studienlage bei Ausdauertraining total schlecht ist, schreibt er auch.
Der Autor kommt aber trotzdem zu ein paar Schlussfolgerungen, von denen ich persönlich die folgenden Punkte am zentralsten finde:
Zitat:
Performance may vary throughout the menstrual cycle, but those variations are more a function of PMS/menstrual symptoms including motivation, concentration, and lethargy than changes in physiological variables.
[...]
Women seem to be able to build strength more efficiently during the follicular phase, perhaps related to decreased muscle damage and faster recovery. That certainly doesn’t mean you shouldn’t train during your luteal phase, but rather that you can probably push yourself a little harder in the gym during the first two weeks of your cycle (including menstruation).

Gut, da ist er jetzt selbst auf die "Eisprung ist nach 14 Tagen"-Schiene gerutscht. *draufhauen*


Na ja, das soll ja mit Sicherheit so einfach gehalten werden, weil eben die wenigsten Frauen ihren Zyklus so genau tracken ... Könnt ich mir vorstellen.

_________________
existence is beautiful, if you let it be;
life is not a question,
there does not need to be an answer


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 Betreff des Beitrags: Re: Zyklusinformiertes Training
BeitragVerfasst: 11. März 2022 19:36 
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hat sich gut eingelebt

Registriert: 16. Juni 2017 09:30
Beiträge: 139
Auf Englisch kann ich dafür Dr Stacy Sims empfehlen. Sie ist auf Instagram und ich habe auch ihr Buch gelesen. Allerdings deprimiert mich das alles auch immer ein bisschen, wenn ich dann lese, wie leistungsfähig der Körper während der Mens ist, aber ich mich vor Schmerzen nicht aufraffen kann.

Ach ja und im Sommer habe ich die App wild AI oder so ausprobiert, die gibt an den Zyklus angepasste Trainings- und Ernährungsratschläge. Also keine Diät, mehr so „nimm vorbeugend schon mal Magnesium“


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