Lieber BesorgterFreund,
in Deinem Beitrag mischen sich ja verschiedene Aspekte (Temperaturwerte, Umgang mit Verhütung).
Hier im Forum wird sehr ganzheitlich geschaut - und auch die Methode an sich, so wie sie offiziell gelehrt wird, betrachtet diese verschiedenen Ebenen bei der Anwendung.
Zunächst einmal hast Du nun vor allem nach Einschätzungen zu Temperaturniveaus gefragt.
Da die (hier vertretene) "sympto-thermale" Methode sich nicht ausschließlich auf Temperaturmessung verlässt, ist das der erste Punkt, der eine Antwort schwierig macht.
Nach den angewandten Regeln von zB sensiplan ist eine Aussage über fruchtbare und unfruchtbare Zeiten im Zyklus nur auf der Grundlage von Temperatur und der gleichzeitigen Beobachtung eines weiteren Symptoms möglich, entweder des Zervixschleims oder des Muttermundes.
Damit ist die Methode aber eben nicht nur eine "Hilfestellung", sondern es sind sehr klare Aussagen zur Fruchtbarkeit möglich, wenn die entsprechenden Regeln beachtet werden.
Zu den Regeln gehört dann auch das Wissen, wie und unter welchen Umständen sich die Basalttemperatur verändern kann und welche individuellen Bedingungen daran beteiligt sind.
Ich schreibe all das, weil es tatsächlich in meinen Augen nicht hilfreich für Dich oder Euch ist, wenn jemand "ähnliche Erfahrungen" gemacht hat und Du darin eine Antwort oder sogar Lösung für Euch suchst - denn die ist vermutlich von sehr individuellen Faktoren abhängig und nicht zwingend vergleichbar. Es wäre immer wieder nur ein "könnte sein, dass es vielleicht...., weil...".
Es ist tatsächlich (auch) ausschlaggebend, wie der Abstand der Temperaturwerte aussieht - allerdings reichen da durchschnittliche Werte nicht und auch nicht Werte, die eben mal so und mal anders sein können.
Im ganzheitlichen Blick fällt in Deinem Beitrag natürlich auch noch auf, dass Du selber unzufrieden bist mit dem Umgang Deiner Freundin mit dem Thema Verhütung.
Bemerkenswert ist parallel aber, dass Du sehr verantwortungsbewusst und engagiert bist - und das als Grundlage für das Thema doch eine prima Voraussetzung ist.

Vielleicht auch um einen Weg mit der Methode zu finden, den Ihr gemeinsam gehen könnt.
Mein Rat an Dich (oder besser: Euch) wäre nun, Dir/Euch mehr Wissen über die Methode anzueignen, zB mit dem Buch "Natürlich und sicher". Darin wird die Methode sehr gut und einfach beschrieben. Außerdem bekommt man Hintergrundwissen über körperliche Vorgänge, die das Ganze auch für Deine Freundin interessant machen könnte, weil es viel verständlich macht, was im eigenen Körper passiert.
Hinzu kommt, dass die Dokumentation der Beobachtungen erklärt wird, so dass eine Auseinandersetzung damit einfacher macht (das, was Du mit Unterfütterung durch Daten meinst), zB in einem Zyklusblatt.
Um Dir oder Euch den Einstieg zu erleichtern, wäre es möglich, dass Ihr die Temperaturwerte in ein Zyklusblatt eintragt.
Ich vermute, dass das zurzeit über eine App passiert, wobei diese aber nur eine Form der Dokumentation sind, die bei einer sicheren Auswertung nicht wirklich Sinn machen, da sie die Regeln nicht komplett beachten.
Hier im Forum gibt es die Möglichkeit, das "KurvenReich" zu nutzen (ganz oben in der Leiste). Dort könnt Ihr die Temperaturwerte zunächst versuchsweise eintragen und hier sichtbar machen - damit wäre eine Hilfestellung wesentlich einfacher.
Anhand dessen ist es dann auch möglich, die Regeln zur Temperaturauswertung daran zu verdeutlichen und zu erklären.
Das nimmt Euch nicht aus der Verantwortung, Euch selber damit auseinander zu setzen - und vielleicht reicht Euch auch einfach nur Eure Methode zur Einschätzung, wann "mehr aufgepasst" werden muss.
Allerdings wird hier im Forum vermutlich dann niemand die Verantwortung dafür übernehmen wollen, Euch Tipps zu geben in Form von eigenen Erfahrungen, die zu einer vermeintlichen Lösung führen könnten.
Ganz viele Informationen finden sich tatsächlich auch hier im Forum - auf der Übersichtsseite ist es der erste Bereich, den man gut durchschauen kann und der viele weitere Links erhält, um sich einzulesen (auch zum KurvenReich).
Alles in allem ist das Thema Verhütung ein recht sensibles und wird hier sehr offen angegangen - was im realen Leben ja oft sogar ein schwieriges Thema in einer intimen Beziehung ist...
Deshalb finde ich Deinen Schritt, hier zu schreiben, super und hoffe, Dich nun mit meinen Worten nicht verunsichert zu haben oder in Deiner Empfindung nicht zu missionarisch...

Vielleicht ist der Einstieg ganz einfach, wenn ein bisschen mehr Wissen über die Methode da ist und gleichzeitig die Temperaturwerte dokumentiert und geteilt werden.
Dann kann hier dazu etwas gesagt werden und auf Deiner oder Eurer Seite ist das Hintergrundwissen da, um die Antworten richtig einordnen zu können.
Ich glaube, mein Text ist etwas durcheinander, aber hoffentlich trotzdem verständlich...
Ich würde mich freuen, wenn Ihr einen guten Weg für Euch findet, der solche Unsicherheiten ausschließt und die gemeinsame Intimität unbeschwerter macht.
