Hallo,
nachdem ich schon seit einem halben Jahr stille Mitleserin bin, habe ich endlich beschlossen, mich mal zu melden, weil sich inzwischen einige Fragen gesammelt haben. Deshalb konnte ich mich auch kaum für einen Thementitel entscheiden und hoffe, dass ich hier in der richtigen Kategorie gelandet bin.
Ein paar Infos zu mir: Ich bin 21, mitten am Studieren und verloren im Dschungel der Verhütungsmethoden. Aktuell wäre eine Schwangerschaft das unpassendste überhaupt, gar kein Sex ist für uns aber auch keine Option, also suche ich intensiv nach Methoden.
Bis Dezember haben wir nur mit Kondom verhütet, da war wenig Hintergedanke dabei. Dann wollte ich die Pille ausprobieren, weil das irgendwie "alle" machen und einfach aus Neugier, wie ich damit zurecht komme. Ich hatte zwar schon von Nachteilen gehört, aber die Vorteile klangen verlockend und ich wollte es einfach ausprobieren. In diesem einen Monat Pille habe ich so ziemlich das ganze Spektrum an Nebenwirkungen mitgenommen, war wegen Schlafstörungen, Schwindel und Kopfschmerzen nicht mehr studierfähig und hatte keinen Nerv mehr übrig, um die Verträglichkeit anderer Pillen zu testen. Im Naturzustand gefalle ich mir besser. Verhütung mit Hormonen ist also keine Option mehr, das war belastend.
Nach einiger Recherche hatte ich zu viele Horrorgeschichten über Spirale und Kupferkette gelesen, weshalb ich das erstmal vermeiden wollte - auch wenn sicher viele Frauen damit gut zurechtkommen. Dann stieß ich auf NFP, habe das Buch verschlungen, gefühlt das halbe Forum durchgelesen und mit Zyklusbeobachtung angefangen.
Unser Ziel ist es, mit NFP zu verhüten, in der fruchtbaren Zeit Kondome zu verwenden oder penetrativen Sex aus Sicherheitsgründen einfach ganz zu lassen. Wir haben also seit einem halben Jahr Kondome benutzt, während ich fleißig gemessen und Schleim beobachtet habe, um meine Störfaktoren kennenzulernen, auswerten zu üben und mich in eine Routine reinzufinden. Durch NFP habe ich viel über den Zyklus gelernt, sodass ich mich eigentlich sicherer fühlen müsste als vorher, als wir nur Kondome benutzt haben. Schließlich weiß ich jetzt, dass nach abgeschlossener Auswertung eine Panne eigentlich nicht schlimm ist. Stattdessen habe ich regelmäßig am Zyklusende Angst, dass doch irgendwie etwas passiert ist.
Ich weiß, dass es keinen Sinn macht - vorher war es mit Kondom genau gleich gefährlich/ungefährlich, ich beschäftige mich jetzt nur viel mehr mit dem Thema. Aber diese neuen Schwangerschaftsparanoia sind so erschöpfend
Als ich vor einigen Tagen auf meine Periode gewartet habe, habe ich im Forum gelesen und einen in der Situation nicht unbedingt beruhigenden Thread ausgegraben (
viewtopic.php?f=8&t=52311) - dass Frauen nicht bemerken, dass sie schwanger sind, passiert sicher nicht oft. Aber dass es überhaupt Berichte davon gibt, hat mich in diesem Moment sehr empfindlich erwischt.
So sehr, dass ich nach dem Beginn meiner Periode einen Schwangerschaftstest gemacht habe, nur um sicherzugehen, dass sich aus den vergangenen Monaten nichts unbemerkt eingenistet hat. Wenn man diesen Berichten Glaube schenkt, hätte es ja sein können, dass alle meine bisherigen Perioden nur Schmierblutungen waren. Vor einigen Tagen war ich erkältet, mir war schlecht, ich habe sofort ein Symptom gesehen. Im Thread stand etwas von Blähungen, die durch Bewegungen vom Kind verursacht sind. Ich dachte sofort, hey ich pupse auch manchmal, was ist wenn ich schwanger bin.
Rational betrachtet müsste alles in bester Ordnung sein: ich lag erst kürzlich flach und habe mich vor Periodenschmerzen gekrümmt. Das Blut fließt, der Zyklus war auswertbar, aber: ich musste diesen Test machen. Er war negativ, was zu erwarten war, aber jetzt fragt eine ganz leise Stimme hinten im Kopf, heey da stand doch bloß 99% Richtigkeit drauf, was wenn....
Ich hasse diese Unsicherheit. Ich weiß aber nicht, ob ich zB einer Kupferkette mehr vertrauen könnte, weil man da ja auch Horrorstorys liest, dass die sich unbemerkt mit der Periode verabschiedet. Und dann gar nicht sicher zu sein, ob sie noch liegt, das wäre mir zu stressig.
Nach jetzt recht lang gewordenem Text also meine erste Frage: wie kommt ihr mit dieser Angst klar?
Das ist jetzt eher an diejenigen von euch gerichtet, die in ähnlicher Situation sind - wenn man in der Lebenssituation für ein Kind ist, hat man sicher weniger Angst. Was ist an diesen "schwanger und nichts bemerkt" Geschichten dran?
Es verunsichern mich folgende Dinge:
1. Ich konnte bisher erst einen einzigen Störfaktor identifizieren: unregelmäßiges Messen. Seitdem ich immer um 8 messe und am Wochenende danach weiterschlafe, kann ich auswerten. Aber in den ersten ca 10 Tagen des Zyklus schwanken meine Werte wild umher und ich weiß nicht wieso. Ich konnte bisher keinen Zusammenhang zwischen irgendwas herstellen. An einem Morgen um 8 habe ich 36.6, am nächsten Morgen um 8 36.9. Dann gehts auf 36,5. Es zackt so rum. Erst in der Mitte bildet sich eine relativ stabile Tieflage aus. Dann kommt der Anstieg, und die Hochlage ist auch recht stabil.
Was mich nur so arg irritiert ist jeder Zyklusanfang. Da mag es sich nämlich nicht in die nächste Tieflage begeben. Und in dem Zusammenhang frage ich mich dann - ja, ich hatte tiefere Messungen, ist meine Hochlage jetzt beendet und ich kann die Blutung als Periode werten? Oder gehören die wilden eventuell hohen Werte danach auch noch dazu, es ist gar kein neuer Zyklus und ich bin auf das Blut "reingefallen"?
2. Eine weitere Frage dazu ist nämlich: Wie "gleich" sind eure Perioden jedes Mal?
Es verunsichert mich, dass meine Blutung früher regelmäßig sehr stark war, ich bin quasi ausgeblutet, eine ultrastarke Nachtbinde hat am ersten Tag der Periode nichtmal eine Schulstunde gehalten. Bei einem Naturereignis dieser Größenordnung hätte ich auch gar keine Zweifel, dass das wirklich meine Periode ist anstatt einer Schmierblutung. Irgendwann vor etwa einem Jahr hat es aber angefangen, dass die Blutmenge weniger ist, ich dafür aber arge Schmerzen habe. Auch immer etwa am ersten Tag, in einer Heftigkeit, dass ich nicht mehr laufen kann. Im Bett liegen und an die Decke sehen wird dann zu einer sehr komplexen Aufgabe. Die Blutmenge ist schon okay, aber angesichts der Menge, die mir früher literweise rausgeflossen ist, habe ich Angst, dass ich mal verpassen könnte, dass es eigentlich keine ausgewachsene Periode ist.
Warum verändert sich meine Periode im Laufe der Zeit? Ist das normal?
Mich hat beim Einstieg die "Wissenschaftlichkeit" von NFP begeistert, das Nachmessen, Auswerten, Hinterfragen, Beobachten. Dieses Gefühl, dass man nicht auf Vertrauen angewiesen ist, sondern live mitkriegt, was im Körper gerade passiert. Eigentlich klang es für mich so, als wäre es eine recht sichere Methode, wenn man sich an die Regeln hält. Aber nachdem ich oben erwähnten Thread gelesen habe, ist mein Vertrauen stark gesunken und ich habe solche Angst bekommen, dass ich gar nicht mehr richtig einschätzen, wie realistisch so ein Szenario ist: schwanger sein und erst nach Monaten feststellen?
Ich freue mich, wenn ihr bis hier hin durchgehalten habt - danke fürs Lesen und vielleicht habt ihr ja den ein oder anderen (beruhigenden) Erfahrungswert für mich.
Liebe Grüße
Tamina