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Vor einigen Jahren habe ich in diesem Forum sehr gerne mitgelesen und vorallem viel Gutes über die Gynefix-Kupferkette gelesen, so dass ich mich dann nach vielen, vielen Jahren NFP und zum Überbrücken der fruchtbaren Tage Kondom, Lea Contraceptivum und später ein klassisches Milex Diaphragma für eine Gynefix entschieden habe. Viele Erfahrungsberichte werden von Nutzerinnen geschrieben, die frisch Erfahrungen sammeln. Auch ich musste mir jetzt mal einen Ruck geben und endlich mal nach vielen Jahren nochmal ins Forum zu schreiben. Ich trage die Gynefix seit über 6 Jahren. Das Legen hat auf Anhieb geklappt, mit einer Tablette Ibuprofen 1 Stunde vorher, wahrscheinlich mehr für den Kopf, und in den ersten paar Tagen danach noch Ibu (damit das Gefühl eines wirklich leichten Schmerzes nicht im Gehirn abgespeichert wird), hat das Legen faktisch nicht wirklich weh getan. Ich fragte den Arzt, wann der Picks kommt- da war schon alles fertig. Ich bat darum, den Faden etwas länger zu lassen, damit er sich um den Muttermund legen kann und keine kurze Spitze piekt (kürzen geht ja immer noch) - mein Mann hat den Faden nie gespürt, und ich kann ihn gut tasten. Ich gehöre zu den glücklichen Frauen, die so gut wie nie Regelschmerzen haben und nicht stark bluten. Die Periode wurde mit der Gynefix etwas länger (statt 3 Tage 5 Tage), aber nicht stärker. In den ersten Jahren habe ich etwa 4-7 Tage vor der Periode einen dunklen Schleim abgesondert, nicht anders wie der pappige weiße Schleim in der 2. Zyklushälfte. Ich trage sowieso immer eine Stoffslipeinlage (falls beim Nießen mal ein paar Tröpfchen Urin abgehen), so dass mich das nie störte. Dieses Schmieren wurde immer weniger mit den Jahren. Auch habe ich in Erinnerung, dass die ersten 6 Monate die Blutung irgendwie anders war, ich kann es aber gar nicht mehr richtig sagen, wie. Jedenfalls habe ich mir abgespeichert, dass mein Körper nach 6 Monaten sich an die Gynefix gewöhnt hatte. Es können aber nur Nuancen gewesen sein. Jetzt nach 5-6 Jahren ist das Vorgeplänkel von dunkler Schmierblutung kaum noch vorhanden, höchsten 2 Tage ein brauner Zervixschleim. Regelschmerzen habe ich nie, höchstens mal ein leichtes Grimmen. Verändet hat sich auch die Zusammensetzung des Menstrualblutes: Vor der Gynefix war das Blut so schleimig von der abgestoßenen Schleimhaut, dass sich der Schleim immer erfolgreich um den Tampon gelegt hat und das Blut dran vorbeilief. Da half auch auch kein spezieller o.b. flexia. So kam ich auch auf die Nutzung von Stoffbinden und mittlerweile Stofftampons von Imse Vimse und selbstgenähte. Sehr cool by the way. Mit der Gynefix ist das Blut "blutiger", d.h. ein Tampon saugt es wunderbar auf und hält dicht. Nun fragt sich vielleicht die informierte Leserin, wie es sein kann, dass meine Gynefix schon 6 Jahre liegt, wo sie doch nach 5 Jahren gewechselt werden soll. Mein alter, erfahrener Frauenarzt meinte zum Wechseln ganz entspannt: Die bleibt drin bis zu den Wechseljahren. Eine gut sitzende Kupferspirale oder - kette, die keine Probleme macht, würde er nicht wechseln, das Kupfer würde sich nicht aufbrauchen. Nun ist er in Rente und meine neue Frauenärztin war darüber nicht erstaunt, sondern bestätigte dies. Man wisse dies auch aus z.B. Russland: wenn es keine Kupferspiralen gab zum Wechseln, blieben die alten drin, viele Jahre, erfolgreich verhütend. Ich bin nun fast 46, gefühlt fruchtbar wie eh und jeh. Natürlich bin ich kein bisschen scharf auf ein Baby mit Ende 40 und möchte auch keinem Menschen sagen müssen, wir hätten ihn nicht mehr gewollt. Außerdem ist uns Kind Nr. 3 früher als geplant 5 Tage vorm Eisprung an einer Portiokappe namens Lea Contraceptivum (nicht mehr erhältlich) vorbeigerutscht. Ich betreibe kein akribisches Zyklusbeoachten mehr, messe keine Temperatur, aber das Wissen, wo im Zyklus ich mich befinde, weiß ich auch so. Ich taste dann nach dem Zrvixschleim, der mir mein Wissen bestätigt, und in der fruchtbaren Zeit kommt einfach das Diaphrgama mit Contragel grün mit rein. Ich geh ja eh vorher noch zum Klo. Das ist alles so drin und nicht störend. Auch mein Mann, übrigens mein wandelnder Eisprungsindikator, fragt nach und denkt mit dran. Das soll jetzt nicht den Eindruck erwecken, mit einer Gynefix müsste man doppelt verhüten. Wir machen das einfach von Anfang an so. Ich fühle mich so einfach verantwortlicher und sag immer: "Wer es daran vorbeischafft, der hat es verdient!" So erklärt sich auch nochmal, warum es für mich ok ist, ggf. eine verminderte verhütende Wirkung in Kauf zu nehmen, sollte die Kette nach 5 Jahren an Wirkung nachlassen. Mein Fazit: Es war eine sehr, sehr gute Entscheidung, die Gynefix zu wählen. Ich habe das Glück, dass der Knoten sehr gut verankert ist, so dass ich davon ausgehe, sie nicht zu verlieren. Nach dem Faden taste ich beim Schleim-vom-Muttermund-holen ganz automatisch. Weiterhin hormonfrei verhüten zu können und sich dabei sicher zu fühlen, finde ich wunderbar. Ich glaube, man muss es einfach ausprobieren - und 250 -350 € sind ja nicht so viel Geld, zumindest nicht im Vergleich zu einer Hormonspirale, die man dann vielleicht drinlässt, obwohl man Zweifel hat, ob sie einem so gut tut, weil es halt auch 600 € sind, die da in den Müll wandern. Mein Tip noch - also genau genommen der meines Frauenarztes: Gynefix legen lassen am 3. oder 4 . Tag der Blutung. Am 1. oder 2. Tag ist die Schleimhaut noch nicht so abgeblutet, da kann der Knoten ggf. nicht tief genug im Gewebe sitzen. Aus dem Buch "Kleine Pille, große Folgen" habe ich die Info, dass Frauen nach Pilleneinnahme eine sehr kleine Gebärmutter haben könne und ein zu dünne Gebärmutterfunduswand. Der Rat aus dem Buch ist: 6 Monate anders verhüten, also ohne Hormone natürlich, so dass die Gebärmutter wieder wachsen kann. Gynefix und dünner Fundus funktioniert nicht. Außerdem informiert das Buch, dass vor der Wahl einer T-förmigen Kupferspirale oder einem Kupferperlenball die Gebärmutter per Ultraschall vermessen werden sollte, um ein auch wirklich passendes Exemplar herauszusuchen, das dann, wenn es gut sitzt, auch weniger Probleme machen soll. Mein Wahl war die Gynefix, gerade weil sie verankert ist und sich frei anpassen kann. Die ehemals verlorene Kupferspirale, die mir halb zum Muttermund rausschaute, war schief und krumm, und dass da was schrabbt in der Gebärmutter, habe ich sehrwohl gespürt. Und noch was wichtiges: Verwende kein Menstruationscup / - tasse oder etwas, das sich am Muttermund festsaugt, wie die nicht mehr erhältliche Portiokappe Lea Contraceptivum. Ich glaube, die hat mir die Spirale runtergezogen. Keinen Cup zu benützen wird auch bei Spirale/ Kette empfohlen. Nur Mut, wer sich eine Gynefix vorstellen kann. Wer nicht wagt, der nicht gewinnt!
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