Hey,
leider muss ich diesen alten Thread jetzt wieder ausgraben, denn ich habe seit meiner zweiten Mens im April keinen Eisprung und dementsprechend auch keine weitere Mens mehr gehabt und weiß langsam nicht mehr, was ich machen soll.

Ich habe echt gedacht, ich hätte es geschafft, diese sch**ß Amenorrhoe zu überwinden aber jetzt ist sie wieder da und diesmal scheint sie noch hartnäckiger zu sein als zuvor. Ja, ich habe nach meiner zweiten Mens versucht, mein Gewicht (55 bis 56 kg) zu halten und habe mich essenstechnisch vielleicht auch wieder ein wenig eingeschränkt, was zu dem Zeitpunkt wahrscheinlich einfach zu viel für meinen geschwächten Körper gewesen ist. Als ich dann irgendwann gemerkt habe, dass wieder nichts passiert, bin ich auch wieder zweimal die Woche für ne halbe Stunde joggen gegangen. Das war sicher auch kontraproduktiv aber ich hatte einfach die Nase voll. Jetzt fühle ich mich richtig dumm und und bin so wütend auf mich selbst, dass ich nicht vorsichtiger gewesen bin. Ich hatte meinen Zyklus doch schon wieder und habe es tatsächlich geschafft, ihn nochmal zu verlieren!

Seit ein paar Wochen esse ich nun wieder wesentlich mehr und habe den Sport erneut komplett eingestellt. Lediglich spazieren gehe ich noch, so wie ich es im Februar und im März auch getan habe. Ab nächsten Donnerstag werde ich zusätzlich auch einmal die Woche einen Yoga-Kurs (Vinyasa) besuchen, weil ich gelesen habe, dass Yoga auch helfen kann.
Ich wiege inzwischen schon fast 58 kg und mir fehlt nur noch 1 kg, bis ich wieder bei dem Gewicht bin, mit dem ich letztes Jahr meine Diät gestartet habe. Da ich 1,58 m groß bin, habe ich nun also einen BMI von 23 erreicht und ich habe große Angst davor, übergewichtig zu werden, denn ab einem BMI von 25 bin ich das ja und bei mir kommt das Gewicht definitiv nicht von Muskelmasse, da ich keinen Kraftsport betreibe. Dementsprechend zeigen sich so langsam auch wieder die unangenehmen Fettpölsterchen, die ich damals ja so unbedingt loswerden wollte und wenn ich ehrlich bin, könnte ich jedes Mal in Tränen ausbrechen, wenn ich nackt oder in UNterwäsche vorm Spiegel stehe. Wenn ich wenigstens bei diesem Gewicht bleiben könnte, könnte ich ja noch gut damit leben aber dieses Wissen, dass ich wahrscheinlich noch mehr Gewicht zulegen muss, bis es meinem Körper genug ist gepaart mit dem Unwissen, wieviel er denn noch haben möchte, macht mich fertig. Ich weiß, dass es bei HA auch darum geht, von diesem Denken, dass man ein bestimmtes Gewicht haben muss, um glücklich zu sein, loszulassen aber wenn man laut BMI schon borderline-übergewichtig ist, ist das gar nicht mal so einfach wie wenn man einfach vom Untergewicht ins Normalgewicht kommt oder vom unteren Normalgewicht ins höhere Normalgewicht (wobei ich natürlich nicht abstreiten möchte, dass diese Frauen genauso ihre Schwierigkeiten damit haben, diese Veränderung zu akzeptieren aber zu wissen, dass man immer noch normalgewichtig ist, kommt mir nunmal einfacher vor als zu wissen, dass man übergewichtig ist).
Diese ganze Situation setzt mir psychisch mittlerweile schon so zu, dass ich den ganzen Tag nahezu an nichts anderes mehr denken kann und oft einfach anfange zu weinen, wenn ich morgens meine Temperatur gemessen habe, weswegen ich vermute, dass da auch viel meine Psyche mit reinspielt aber ich weiß einfach nicht, wie ich mich da etwas mehr entspannen kann.

Nächste Woche werde ich wohl mal zu einer Psychologin gehen (Ich habe eine mit einer offenen Sprechstunde gefunden, zu der man sich nur morgens anmelden muss; da muss ich dann wenigstens nicht Monate auf einen Termin warten.) und schauen, ob das hilft.
Bis Mitte Oktober habe ich jetzt noch Semesterferien und meine Abgaben auch schon hinter mir. In den letzten drei Septemberwochen werde ich ein Praktikum machen und davor geht's noch mit meinem Freund in den Urlaub. Vielleicht kann ich dann ja endlich mal zur Ruhe kommen.
Ansonsten habe ich seit ein paar Wochen extreme Fleischgelüste. Ich bin keine Vegetarierin, habe meinen Fleisch- und Fischkonsum seit Neujahr jedoch drastisch eingeschränkt. Ich esse alle paar Wochen, manchmal auch nur alle paar Monate mal Fleisch - immer, wenn ich die Gelegenheit habe, Wild zu essen oder genau weiß, dass das Fleisch aus einer für meine Ansprüche annehmbaren Haltung stammt, da ich die konventionelle Massentierhaltung zumindest beim Fleisch nicht mehr unterstützen möchte. Jedenfalls überlege ich aufgrund meiner momentanen Gelüste, ob es meinem Körper gerade vielleicht daran fehlen könnte und es mir deswegen so danach verlangt. Zwar bin ich fest davon überzeugt, dass man sich ohne Fleisch ausgewogen ernähren kann und stehe daher vollkommen hinter dem Vegetarismus (und auch hinter dem Veganismus, den ich mich aufgrund meiner momentanen Verfassung aber gar nicht zu praktizieren traue, da bei diesem dann ja doch relativ schnell Mängel entstehen können, wenn man es nicht richtig macht), bin auch gut darüber informiert, welche Nährwerte so in welchen Lebensmitteln stecken und was ich brauche aber vielleicht übersehe ich ja irgendwas und meine Ernährung ist doch nicht so ausgewogen, wie ich bisher dachte. Bei meinem ersten Recovery-Versuch habe ich mich zwar auch größtenteils vegetarisch ernährt aber wer weiß...
Ansonsten fällt mir auch nicht mehr ein, was ich noch tun könnte. Ich dachte, vielleicht habt ihr ja noch ein paar Tipps für mich? Laura hatte damals ja geschrieben, dass sie Frauen mit HA begleitet. Laura, falls du das hier liest, hast du es schon mal erlebt, dass ein Zyklus ein weiteres Mal für längere Zeit verschwunden ist und konnte er dann auch nochmal wieder hergstellt werden? Ich freue mich über jeden guten Rat, den ich kriegen kann, denn momentan bin ich einfach nur verzweifelt.

Übrigens habe ich zurzeit schon das zweite Mal in Folge mehrere Tage am Stück empfindliche Brustwarzen (das erste Mal war vor anderthalb Wochen) aber leider bisher ohne Temperaturanstieg. Was könnte das bedeuten? Ich habe nämlich gelesen, dass das Brustsymptom aufgrund des Progesteronanstiegs
nach dem Eisprung auftritt, also kann es ja eigentlich kein Zeichen für einen misslungenen Anlauf sein wie zum Beispiel ein Schleimhöhepunkt (ZS ist bei mir übrigens auch sehr rar geworden, seit ich keine Spirale mehr trage) oder irre ich mich da? Sind empfindliche Brustwarzen ein gutes Zeichen, auch wenn ihnen nicht direkt ein Eisprung folgt? Sonst kenne ich sie bei mir nämlich nur aus der Eisprungszeit und im März waren sie ja auch das erste Anzeichen für meinen ersten Post-HA-Eisprung.