Karottenstift, die Aussagen wie z. B. „in der Tieflage soll man nur sparsam klammern“ sind einfach nur (vermeintlich) griffige Formulierungen, die aus den Regeln im Buch entstanden sind.
karottenstift hat geschrieben:
Muss man schon klammern, wenn nur ein möglicher Störfaktor vorliegt, oder erst, wenn der Wert sehr offensichtlich herausragt?
Das steht aber tatsächlich in N&S, sogar deutlich gekennzeichnet: „Eine Störung ist ein erhöhter Temperaturwert, der die übliche Schwankungsbreite des Tieflagenniveaus überschreitet
und der durch ein Ereignis erklärt werden kann, das als möglicher Störfaktor gilt.“ (Hervorhebung von mir)
Du brauchst also beides: den möglichen Störfaktor und das „Herausragen“. Wobei letzteres einen gewissen Interpretationsspielraum lässt. In den ersten Zyklen wird man aber erst mal herausfinden müssen, was überhaupt die individuelle Schwankungsbreite ist. Ein eher geringfügig höherer Wert als die normalen, sicher ungestörten Werte wird höchstwahrscheinlich noch dazugehören. Und da bleiben dann nur noch die Werte zu klammern, die wirklich sehr eindeutig erhöht sind, was normalerweise nicht sehr viele sind bzw. es ist z. B. bei Krankheit mit Fieber meist auch sehr eindeutig. Und schon ist man bei „in der Tieflage wird sparsam geklammert“.
Anders ist es im Anstieg, den Satz hattest Du selbst zitiert, da gilt das „im Zweifel lieber klammern“. Da reicht dann schon der Verdacht, dass etwas ein SF sein könnte, um ausklammern zu müssen. Das führt vor allem am Anfang gelegentlich dazu, dass man im Anstieg sehr viel klammern muss, weil man über die SF ja noch nichts weiß und alles Mögliche stören könnte. Man klammert im Anstieg also „großzügig“. (Ich finde das Wort aber auch missverständlich.) Deine Klammerungen von ZT 13 und ZT 17 finde ich daher absolut richtig, sie sind im Anstieg und Du hast dort jeweils einen Haufen ungewohnter Umstände, die als SF noch nicht ausgeschlossen sind – also müssen sie sicherheitshalber ausgeklammert werden.
@Lea Unicorn: Die Beobachtung des Schleims am SE ist regelkonform. Oder anders formuliert, selbst mit dem (möglicherweise) "wenigen" und "seltenen" Schleim vom SE funktioniert die Methode prächtig und mit hoher Sicherheit.