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 Betreff des Beitrags: Re: ARD- Doku "Das tote Kind - Eine Hebamme vor Gericht"
BeitragVerfasst: 22. Juni 2016 16:57 
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Kurven-Rätslerin

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Danke Alana.

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 Betreff des Beitrags: Re: ARD- Doku "Das tote Kind - Eine Hebamme vor Gericht"
BeitragVerfasst: 22. Juni 2016 17:06 
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NFP-Kaiserin

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Müsste es nicht ein/e Gyn sein oder ist das nicht spezifiziert?

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 Betreff des Beitrags: Re: ARD- Doku "Das tote Kind - Eine Hebamme vor Gericht"
BeitragVerfasst: 22. Juni 2016 17:17 
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NFP-Guru

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In der aktuellen Fassung der Ausschlusskriterien für Hausgeburten (Stand 2015) steht ausdrücklich drin, dass eine BEL Geburt im häuslichen Umfeld die Anwesenheit eines Facharztes für Gynäkologie und Geburtshilfe erfordert. Andere Fachrichtungen oder ein Arzt, keine Facharztausbildung abgeschlossen hat wären damit nicht ausreichend. Wie es vorher drin stand weiß ich gerade nicht.

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 Betreff des Beitrags: Re: ARD- Doku "Das tote Kind - Eine Hebamme vor Gericht"
BeitragVerfasst: 22. Juni 2016 17:28 
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NFP-Kaiserin

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*knutsch*

Ich habe beim gkv-Spitzenverband gerade ein pdf mit Stand 12.03.2008 gefunden:
Zitat:
Ist die Präsenz einer Ärztin/eines Arztes für Frauenheilkunde und Geburtshilfe unter der Geburt sichergestellt, ist eine Geburt aus Beckenendlage sowie die Geburt von Zwillingen in der von Hebammen geleiteten Einrichtung möglich.

Quelle.

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 Betreff des Beitrags: Re: ARD- Doku "Das tote Kind - Eine Hebamme vor Gericht"
BeitragVerfasst: 22. Juni 2016 17:33 
Alana, ich finde es schade (ohne dir jetzt bewusstes Auslassen unterstellen zu wollen) dass diese, doch nicht unerhebliche Info, dann erst auf Nachfrage kommt (ich habe es nämlich auch grad nachgesehen aus Interesse weil ich mir nicht vorstellen könnte dass eine Allgemeinärztin qualifiziert wäre).

Das fällt mir auch bei den "Hexenprozess" Webseiten etc auf, da wird dann die Erfahrung der Dame hochgejubelt (z.B. Hier http://www.zeitpunkt.ch/news/artikel-ei ... bc&type=98) und so etwas geschrieben wie "hat in ihrer 30-jährigen Tätigkeit über 2000 Hausgeburten, darunter 120 mit Steisslagen, ohne Zwischenfälle betreut." Äh, ja. Nur die Fälle die da vor Gericht aufgezählt wurden, die sind da nicht dabei (und das sind ja alles rezente Fälle, wer weiß was noch alles "vergessen" wurde zu dokumentieren, um mal ganz gehässig zu sein) Warum? Ich finde das wirft ein ideologisch ungünstiges Bild - eine ausgewogenere Darstellung käme bei mir persönlich besser an.

Ich bin generell schockiert und habe nach etwa 2/3 der Begründung abgebrochen weil ich es nicht ertragen konnte. Wenn auch nur ein Bruchteil der Vorwürfe stimmt ist das Berufsverbot aufgrund der flagranten Missachtung bekannter Richtlinien, Prozeduren und medizinisch anerkannter
Standards, inklusive fehlender, mangelhafter und/oder bewusst falscher Aufklärung sowie fehlende oder gefälschte Dokumentation imho durchaus sehr zu begrüßen (und das würde ich auch in einer Klinik so sehen, nur dass es da hoffentlich viel früher aufgefallen wäre ) . Totschlag kann ich nicht beurteilen, aber mein Mitleid hält sich für die Hebamme sehr in Grenzen, da leide ich eher für die Eltern der behinderten und toten Kinder mit (es war ja nicht nur ein Fall der da ins Gewicht fiel, sondern ein gesamtes Bild, ich denke das darf man nicht vergessen).

Ich finde es auch sehr arg dass anscheinend keine Lektionen aus schief gegangenen Geburten gezogen wurden, sondern ideologisch genau so weitergemacht wurde, mit dem traurigen Ergebnis. was mir völlig fehlt ist eine Ergründung warum niemals ernsthaft im Raume stand zu verlegen, außer die Idee dass das Kind schon auf die Welt kommen wird. Habe ich das überlesen oder ist das wirklich nur dieser ideologische Grund?

Schade finde ich auf jeden Fall dass aufgrund solcher, meiner Meinung nach "schwarzer Schafe" der gesamte ausserklinische Geburtsprozess in Verruf geraten ist (und da ist dann auch nicht grad hilfreich dass die Hebamme als Koryphäe gilt/galt, hohes Ansehen hatte und Lehrbücher mitverfasst hat (die ja irgendwie nur für "Anfänger" gelten).


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 Betreff des Beitrags: Re: ARD- Doku "Das tote Kind - Eine Hebamme vor Gericht"
BeitragVerfasst: 22. Juni 2016 17:40 
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NFP-Kaiserin

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Mir geht es wie dir, t.

Ich hatte zwei Hausgeburten und würde es auch als Option ans Herz legen, so es möglich ist, aber was ich da bisher gelesen habe, jagt mir Schauer über den Rücken. Da mag das Gericht den ein oder anderen Punkt vom klinischen Standard stärker gewichten als notwendig wäre, mir blieb bisher aber nur im Kopf, was sie unterlassen und/oder falsch dokumentiert hat. Und eben keine Lappalien, sondern ernsthafte Werte. Mich hätte es sehr verunsichert, wenn sie ohne Strafe aus allem rausgegangen wäre.

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 Betreff des Beitrags: Re: ARD- Doku "Das tote Kind - Eine Hebamme vor Gericht"
BeitragVerfasst: 22. Juni 2016 18:01 
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NFP-Guru

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Beiträge: 2558
@ teriyake

Falls der Eindruck aufgegkommen ist, ich hätte bewusst etwas weggelassen: Dem ist nicht so. Ich bin tatsächlich der Behauptung der Unterstützer aufgesessen, es habe keine Klarstellung gegeben, dass es ein Facharzt für Gynäkologie und Geburtshilfe sein muss und nur eine der beiden Berufe gleichzeitig ausgeübt werden darf. Zu meiner Schande muss ich gestehen, dass ich das nicht weiter verfolgt habe, ob das so wirklich stimmt. Die aktuellen Ausschlusskriterien habe ich abgespeichert, deshalb konnte ich den aktuellen Stand sehr schnell nachlesen.

Ich fürchte fast, die Geschichte mit der Doppelqualifikation ging deshalb unter, weil die Aberkennung der Approbation als Ärztin schon lange "erledigt" war. als der Fall so große Wellen geschlagen hat. Da war Anna R. nur noch Hebamme und hätte das niemals gedurft was sie getan hat. Seit wann es diese Klarstellung gibt, dass auch der entsprechende Facharztabschluss zwingende Voraussetzung ist für geplante, außerklinische BEL und Zwillingsgeburten weiß ich schlicht nicht. Es wurde von ihren Unterstützern auch tatsächlich so dargestellt, als wäre es allgemein unklar gewesen bzw. nicht deutlich genug, dass es zum einen nicht ausreicht Ärztin zu sein und zum anderen, dass man auch bei vorliegen zweier Qualifikationen nur in einer Funktion die Verantwortung tragen darf. Soll heißen, bei BEL Geburten oder auch Zwillingsgeburten hätte sie nur als Hebamme oder (wenn die Facharztausbildung vorhanden und abgeschlossen wäre) als Ärztin anwesend sein können.

Da werfen sich gerade für mich gerade auch neue Fragen auf. Als Ärztin, die Geburten begleitet hätte sie sich sehr viel teurer Haftpflichtversichern müssen. Sie hätte einen Arzt hinzuziehen müssen für diese besonderen Geburten oder eine andere Hebamme, wenn sie nur in einer funktion auftreten darf. Auch erscheint es mir mehr als seltsam, dass sie von manchen Geburten sagt, sie wäre als Ärztin anwesend gewesen, obwohl sie als Hebamme abgerechent hat. Das sind alles Details, die nicht stimmig sind und die ich erst jetzt in diesem Urteil gelesen habe, trotz langer Beschäftigung mit diesem Fall.

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 Betreff des Beitrags: Re: ARD- Doku "Das tote Kind - Eine Hebamme vor Gericht"
BeitragVerfasst: 22. Juni 2016 19:24 
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Moderatorin a. D.

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Beiträge: 13847
Und genau dieses Kuddelmuddel spricht ja nicht gerade für sie.


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 Betreff des Beitrags: Re: ARD- Doku "Das tote Kind - Eine Hebamme vor Gericht"
BeitragVerfasst: 26. Juni 2016 14:12 
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NFP-Gräfin

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NFP seit: August 2008
Ich habe es nur zum Teil gelesen, aber die Eltern waren ja zum Teil auch seltsam drauf. Haben sich nicht mehr beim Arzt gemeldet, sämtliche Ratschläge in den Wind geschossen, scheinbar zugestimmt, den verstorbenen Drilling zu vergraben. Das klingt jetzt sicher böse, aber die Frau hatte auch ihr Klientel.

Sehr bitter finde ich aber, dass die Eltern in anderen Fällen wirklich getäuscht wurden und ihnen was vorgespielt.

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 Betreff des Beitrags: Re: ARD- Doku "Das tote Kind - Eine Hebamme vor Gericht"
BeitragVerfasst: 1. Juli 2016 12:30 
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hat sich gut eingelebt

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Auf SWR2 gab es am Mittwoch eine Dokumentation zu dem Fall, die das Urteil kritisch hinterfragt und da nochmal einige Ungereimtheiten aufzeigt.

Hier ist der Link:
http://www.swr.de/swr2/programm/sendungen/feature/swr2-feature-tod-eines-neugeborenen/-/id=659934/did=17473488/nid=659934/xlyhz7/index.html

Ich finde es immer noch total schwierig, mir zu dem Fall eine Meinung zu bilden, als ich das Urteil gelesen habe, fand ich das Verhalten der Hebamme einen Skandal, nach der Radiodoku halte ich eher das Urteil für einen Skandal, ich glaube mir fehlt da echt das Fachwissen, um zu beurteilen, wer da jetzt Recht hat. Wobei ich den herablassenden Tonfall im Urteil gegenüber Anna auf jeden Fall total unangebracht finde.
Die ARD Doku konnte ich leider nicht gucken, weil die ja nicht mehr in der Mediathek verfügbar ist *zunge*

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 Betreff des Beitrags: Re: ARD- Doku "Das tote Kind - Eine Hebamme vor Gericht"
BeitragVerfasst: 1. Juli 2016 20:56 
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NFP-Gräfin

Registriert: 3. November 2006 18:46
Beiträge: 3520
Danke für den Link. Hab es eben angehört, selbst mein Freund hat gefesselt gelauscht, und den interessieren solche Sachen eher nicht unbedingt. :-)

Der Beitrag war pro Anna RL, hatte ich den Eindruck. Finde es auch super schwer mir ein abschließendes Urteil zu bilden.


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 Betreff des Beitrags: Re: ARD- Doku "Das tote Kind - Eine Hebamme vor Gericht"
BeitragVerfasst: 1. Juli 2016 21:56 
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Inventar

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Ich kann das überhaupt nicht nachvollziehen alles. Am schlimmsten finde ich die Klage der Eltern. Als ob ihnen das was bringen würde....


Und die Unstimmigkeiten sind natürlich auch haarsträubend, wenn diese Punkte tatsächlich Fakten sind. :-(

Eine so traurige Geschichte *wein*

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 Betreff des Beitrags: Re: ARD- Doku "Das tote Kind - Eine Hebamme vor Gericht"
BeitragVerfasst: 1. Juli 2016 22:13 
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Kurven-Rätslerin

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Naja das Kind wird zwar dadurch nicht wieder lebendig, aber deswegen das unter den Tisch fallen lassen?

Hätte der Notarzt wie die Notärztin reagiert... Nein, ich mag den Gedanken gar nicht weiter ausführen.

Ist das denn ein anderer Beitrag als letztens im WDR?

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 Betreff des Beitrags: Re: ARD- Doku "Das tote Kind - Eine Hebamme vor Gericht"
BeitragVerfasst: 2. Juli 2016 06:53 
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Inventar

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Elocin, was heißt unter den Tisch fallen lassen. Sie wollen Schadenersatz, und das Wort Vertragsbruch fällt. Sie haben sonst was getan, um bei der Hebamme zu entbinden. Das war deren wahl. Sie haben sich durch Google gewühlt auf der Suche und mit Sicherheit gelesen, dass ganz viele Menschen (die so ticken wie der Richter und die Gutachter) das ganze für ein saugefährliches Unterfangen halten und sich dennoch dafür entschieden... Sie haben sich nicht an die Abmachung gehalten, in die Praxis zu kommen.

Das sind so Dinger, die mich beschäftigen, wenn sie von Vertragsbruch reden.

Und mich beschäftigt, dass der deutsche Rechtsstaat mich immer öfter enttäuscht. Ich über die Justiz nur noch den Kopf schütteln will :-(

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 Betreff des Beitrags: Re: ARD- Doku "Das tote Kind - Eine Hebamme vor Gericht"
BeitragVerfasst: 2. Juli 2016 07:34 
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Kurven-Rätslerin

Registriert: 23. Februar 2012 11:47
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NFP seit: 03/12
Hm. Naja, aber ist das nicht Aussage gegen Aussage?
ARL sagt, sie kamen nicht in die Praxis, die Eltern sagen, sie haben sich auf Anraten "ausgeruht".

Wenn ich damit rechne, dass jmd kommt, aber nicht erscheint, dann melde ich mich und frage nach.

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