Ich kann zur Situation nur aus der anderen Sichtweise etwas beitragen: Ich habe Sex seit ich 14 bin, mache NFP seit ich 15 bin und bin durch meine Mutter darauf gekommen, obwohl ich niiiiemals direkt mit ihr über Verhütung gesprochen hätte. Ist mir nach wie vor total unangenehm, obwohl ich ansonsten sehr offen mit dem Thema umgehe.
Ganz am Anfang wusste meine Mutter nicht, dass ich bereits sexuell aktiv war, weil ich ihr lange nichts von meinem damaligen Freund erzählt hatte und immer nur "bei Freundin X" war, wenn ich bei ihm war. Sie ist sehr übertrieben katholisch und ich wollte einfach Diskussionen aus dem Weg gehen, weil sie mir bereits als Kind einreden wollte, dass Sex erst ab der Ehe in Ordnung ist. Zur Verhütung habe ich ausschließlich Kondome benutzt, weil ich zum einen keine Pille bekommen hätte, ohne dass meine Eltern es bemerkt hätten (alleine schon, weil ich sie nicht hätte bezahlen können) und zum anderen wollte ich eben keine Hormone. Zu NFP bin ich gekommen, weil ich mit meiner Mutter sehr wohl über meinen Zyklus sprechen konnte, allerdings völlig unabhängig von Verhütung - nur im Sinne von Interesse am eigenen Körper! Sie hat mir schon recht früh erzählt, dass sie ein gutes Buch zum Thema hat und ich es mal lesen darf, wenn ich älter bin. Leider konnte ich sie erst mit 15 überreden, ihr STM-Buch zu lesen, was mich im Nachhinein furchtbar ärgert, weil ich gerne Zyklusblätter seit der Menarche hätte und auch von Anfang an das Interesse da gewesen ist. Leider dachte meine Mutter, ich würde mit Wissen um partielle Unfruchtbarkeit jeden x-beliebigen Typen an den Hals springen und hat mir deswegen diese Informationen lange vorenthalten.

Ich verhüte im Übrigen seit ich 16 bin mit Kupfer, was ich jedem jungen Mädchen so empfehlen würde, weil ich in meinem Freundeskreis gerade in diesem Alter oft Einnahmeschwierigkeiten mitbekommen habe. Von der Hormonbelastung in der Entwicklung mal abgesehen. Ich habe darüber hinaus 2 weitere Freundinnen, die neben meiner kleinen Schwester von Anfang an auf Kupfer setzen. Ist für mich die perfekte Alternative zur Pille - vor allem als Backup, wenn man nicht auf Kondome alleine vertrauen will.
Für NFP muss schließlich entsprechendes Interesse vorhanden sein, was - völlig unabhängig vom Alter - eher eine Ausnahme ist, weil es nun wirklich nicht jedermanns Sache ist. Ich habe eine Zeit lang mal versucht, gleichaltrige Teenagerinnen für NFP zu begeistern - keine Chance. Bei Kupfer war ich dagegen sehr erfolgreich.

Edit: Im Übrigen hat meine Mutter bei jeder Gelegenheit versucht, mir klar zu machen, wie be*chissen eine SS für mich wäre. Hat im Endeffekt nur dazu geführt, dass ich mich bei diesem Thema noch mehr ihr gegenüber verschlossen habe, weil ich mich absolut für blöd verkauft fühlte. So, als würde sie denken, ich wüsste nicht, dass eine Schwangerschaft eine Totalkatastrophe für mich wäre.

Davon kann ich wirklich abraten!