spatz2000 hat geschrieben:
Nicht ausgeklammert werden Temperaturwerte, die zwar mit einem möglichen Störfaktor in Verbindung stehen, aber innerhalb der Schwankungsbreite der Tieflage liegen, also per definitionem keine Störungen sind.
somit sehe ich das nämlich so, dass frau wissen muss, was ihre störfaktoren sind, aber nicht in jedem fall klammern darf und auch nicht muss. und ein störfaktor kann sehr wohl ein störfaktor sein, ohne dass er geklammert werden darf/muss. und wenn wir ehrlich sind, wird man einen störfaktor nie so fixieren können, dass er IMMER stört. also würde es auch keine störfaktoren geben.
Ja, genau so verstehe ich es auch. Die Regeln sind da doch eindeutig, sonst würde der fett gedruckte Satz keinen Sinn ergeben.
WitchCat hat geschrieben:
Alkohol ist nicht gleich Alkohol, nicht nur die Menge kann ausschlaggebend sein, sondern auch ob es Bier, Wein, Sekt, whiskey, vodka, verschiedene am abend, etc war. Manches verträgt man vielleicht besser als anderes, manche Kombis wirken sich unterschiedlich aus. Obs nen guter Wein oder nen fusel war... Auf Befindlichkeit wie Unwohlsein oder dicke Rübe etc. je nach Stadium des Abbauprozesse zu Messzeit, der Einfluss auf den schlaf, z.b. wie ein Stein oder unruhig.
Und was ist die Konsequenz daraus? Soll ich bei jeder Weinsorte, jedem Bier eine getrennte Statistik führen? Dazu eine Tabelle über die jeweilige Schlafdauer, -qualität, Esszeiten und -menge etc.? Um den Einfluss so vieler Faktoren dingfest zu machen, sind 2 hoch n experimente (mit n die Zahl der möglichen Faktoren) nötig, soviele Tieflagentage bekomme ich in meinem ganzen Leben nicht zusammen. Die Muss-immer-stören-Regel ist konsequent zu Ende gedacht unmöglich umzusetzen.
Im Gegenteil ist es viel willkürlicher, wenn ihr irgendwelche 3-Faktoren-Kombinationen als Störfaktoren heranzieht, die ihr nie oft genug beobachten könntet um euch sicher zu sein, dass es wirklich NUR und IMMER diese Kombination ist.
Lola hat geschrieben:
Und das muss-immer-stören erscheint mir zwingend logisch, denn wenn ein Umstand mal stört und mal nicht (also die Temperatur mal erhöht, mal nicht), dann ist doch gar kein kausaler Zusammenhang zwischen diesem Umstand und der Erhöhung gegeben. Ich kann die gelegentliche Erhöhung also nicht (alleine) mit diesem Umstand erklären bzw. der zunächst mal nur "mögliche" Störfaktor taugt nicht als "tatsächlicher" Störfaktor.
Sie ist nicht zwingend logisch, weil ein streng kausaler Zusammenhang nirgendwo gefordert wird und das Wort "tatsächlicher Störfaktor" steht nicht in den Regeln. NFP beruht nicht auf streng logischen Schlüssen, sondern auf loser Empirie, die die Schwankungen und Unwägbarkeiten eines Körpers, der vielen Einflussfaktoren unterliegt, berücksichtigt und Ausreißer zulässt. Deswegen gibt es ja Regeln wie die Ausnahmeregeln 1 oder 2 für den Anstieg, weil selbst da Schwankungen auftreten können. Oder die Regel, dass nach Abgeschlossener Auswertung die Werte auch unter der Hilfslinie liegen dürfen, obwohl der kausale Zusammenhang wäre: Progesteron da --> Temperatur muss oben bleiben. Warum soll dann ausgerechnet für die Störfaktoren dieses völlig unpraktikable Ausschließlichkeitsprinzip gelten, wenn es nichtmal explizit so formuliert wird?
miss vivi hat geschrieben:
Ich finde auch, dass es ja unzählige verschiedene mögliche Störfaktoren gibt. Die Auflistung in N&S ist ja nur eine Kategorisierung. Wenn man dann so verfahren würde, wie von Praesonym vorgeschlagen, würde man bei einem höheren Temperaturwert, der einem nicht so reinpasst, ja so gut wie immer irgend einen Störfaktor finden, der zwar noch nie gestört hat, aber ihn dieses mal als Grund zum ausklammern hernehmen (zb erhöhte Sonneneinstrahlung). Das macht die Temperaturbeobachtung ja super willkürlich, meiner Meinung nach.

Nein, ich weiß nicht wie du darauf kommst, dass aus dem einen das andere folgt, das hat doch nichts miteinander zu tun. Ich habe in 3 Jahren NFP zwei Störfaktoren gefunden (Alkohol und zu viel Schlaf), weil sie in den allermeisten Fällen (sagen wir in 9 von 10 Fällen) eindeutig stören. Wenn ich einen erhöhten Wert habe und keiner der beiden Störfaktoren dabei war, dann lasse ich den Wert natürlich ungeklammert und fange nicht an, krampfhaft nach neuen Faktoren zu suchen. Dann ist es halt so und ich hoffe, dass es mir nicht die Auswertung verhagelt.