Hallo zusammen :)
Ich hab mich gestern schon im Thread der NFP-ler im 1.Zyklus zu Wort gemeldet, jetzt möchte ich auch hier hallo sagen!
Mit der Pille habe ich im Alter von 17 Jahren begonnen. Glücklicherweise wurde es eine Pille der älteren Generation mit Levonorgestrel als Wirkstoff. Meine Frauenärztin hat mir damals die Minisiston verschrieben. Tja, seither sind 10 Jahre vergangen. Eine lange Zeit...und erst durch die neuerliche Berichterstattung über die Gefahr von Pillen insbesondere der neueren Generation hat mich aufhorchen lassen und ich habe mich mal damit auseinandergesetzt, wie gut ich die Pille eigentlich vertrage.
Letzten Endes weiß ich nicht, welche meiner Wehwehchen durch die Pille kommen. Aber in den letzten 10 Jahren sind schon einige Dinge zusammen gekommen. Und da ich das Risiko nicht eingehen wollte, dass hier eventuell noch mehr dazu kommt, habe ich mich im Oktober dazu entschieden die Pille abzusetzen. Hab den Blister noch zu Ende genommen und einen Tag vor meinem 27. Geburtstag im November die letzte Pille genommen. Hatte mich im Vorfeld dann über Sensiplan informiert, da ich auf der Suche nach einer hormonfreien Alternative war. Und bisher bin ich begeistert

Bin gerade im 1. Zyklus und habe sogar bereits eine Hochlage auswerten können. Damit hätte ich im 1.Zyklus pp niemals gerechnet. Ich hoffe sehr, dass es so bleibt und meine weiteren Zyklen auch so schön sind! Aber mir ist auch bewusst, dass mein Körper nach 10 Jahren Hormongabe sicher etwas Zeit braucht sich an das Leben ohne Hormone zu gewöhnen.
Jetzt aber zu den Nebenwirkungen. Nachträglich betrachtet vermute ich, dass insbesondere meine 2010 diagnostizierte Schilddrüsenunterfunktion durch die Pille begünstigt worden sein kann. Steht doch im Beipackzettel, dass bei Pilleneinnahme der Bedarf an Levothyroxin steigt. Also dem Hormon, was ich seither täglich substituieren muss
Auf Nachfrage bei FÄ und Endokrinologe welche Rolle die Pille bei der ganzen Sache spielen könnte, meinten beide nur, das hat keinen Einfluss.
Jetzt bin ich aber mittlerweile keine Studentin mehr, seit letztem Jahr verheiratet und wenn auch noch keine Kinder geplant sind, ein "Drama" wäre es jetzt nicht mehr. Und deshalb hab ich mich entschieden die Pille abzusetzen und selbst rauszufinden, ob die Pille da wirklich "keinen Einfluss" hat.
Letzten Freitag wurden übrigens meine Blutwerte kontrolliert. Ich hatte schon das Gefühl, dass in den letzten Wochen seit Absetzen der Pille sich etwas in meinem Körper verändert und dass ich in die Überfunktion rutsche. Und das obwohl ich die Dosis seit Monaten unverändert nehme. Und siehe da: der Wert war zu gut! Überfunktion!

Ich muss meine Schilddrüsenhormone reduzieren...ich bin gespannt wie das weitergeht!
Tja, Scheidentrockenheit...auch so ein Problem. Ich bin gespannt wie sich das verändert. Herzstolpern. Wurde medizinisch abgeklärt, dass es nix schlimmes ist bei mir. Da kam mir die Idee: Pille? Die Pille unterdrückt die eigene Östrogen-Produktion. Und wenn man niedrig dosierte Pillen nimmt kann das für einen zu wenig Östrogen sein, oder? Würde Scheidentrockenheit erklären. Und Herzstolpern? Ist ein Symptom der Wechseljahre! Und sinkt da nicht auch der Östrogenspiegel?
Libidoverlust, Gewichtszunahme, Cellulite, Dehnungsstreifen, Stimmungsschwankungen, Blasenentzündungen, viele Infekte...das sind in jedem Fall alles Dinge die in den letzten Jahren aufgetreten sind. Welche davon von der Pille kommen, welche wieder verschwinden und welche ich mir vielleicht dank Pille dauerhaft eingefangen habe...keine Ahnung
Oh man, langer Beitrag, ein Lob jedem der bis hierhin gelesen hat
Ich bin in jedem Fall sehr desillusioniert von der Pille...leider erst soooo spät...manche brauchen halt länger bis sie es verstehen. Ich bin gespannt wie es weitergeht!
Liebe Grüße an alle!
