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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 14. November 2012 12:03 
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Kurven-Rätslerin

Registriert: 22. Februar 2011 12:53
Beiträge: 270
Wohnort: tief im Pott
NFP seit: 2012 derzeit Pause
nandini hat geschrieben:
jenny hat geschrieben:
Wie macht er das denn? Ich frage aus echtem Interesse, zum einen weil ja oft darauf verwiesen wird das nur "ein Tropfen süßer Wein" zulässig sei und zum anderen weil er das, in Deutschland, als nicht Mediziner ja gar nicht adäquat darf. Ich denke nämlich nicht das ein reines Betäubungsspray oder Salbe hier ausreicht, sonst würde das ja nicht unter Vollnarkose gemacht werden (also in den KH) *kopfkratz*

Der Mohel in der Gemeinde, in der ich Bekannte hatte, war/ist von Beruf Arzt, daher geht das. Soweit ich weiß, zuerst Spray, dann Spritze zur lokalen Betäubung.


Okay das erklärt die Sache *lichtaufgeh* . Auch wenn Ich´s immer noch nicht gut finde


Kaj hat geschrieben:
Ganz ab vom Beschneiden, in KHn wird zT einiges unter Vollnarkose gemacht, was auch mit lokaler Betäubung ginge - weil man z.B. kein Risiko eingehen will, dass der Patient rumzappelt, weil man ihm nicht zutraut, das "Schreckliche" des Eingriffs zu verkraften, oder womöglich aus viel profaneren eigentlichen Nichtgründen.


Das stimmt, aber auch eine Lokalanästhesie darf ja nicht jeder machen ;-)

_________________
Jenny mit tochter (´97), sohn (´98) Sommerkind (´11) ,geliebtem Sternenkind (18.SSW)und★(´14)
"Familie ist was Du draußen machst!"


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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 19. Dezember 2013 12:02 
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Kurven-Rätslerin

Registriert: 26. Januar 2007 21:09
Beiträge: 305
Hallo, ich habe nicht alles gelesen, wollte aber mal eine Petition zu dem Thema erwähnen:
http://www.change.org/en-GB/petitions/parliamentary-assembly-of-the-council-of-europe-stand-by-your-stance-against-circumcision

Eine Freundin von mir setzt sich intensiv mit dem Thema Beschneidung auseinander. Ich war erst der Ansicht, dass ich bei Mädchen dagegen bin, und es mir bei Jungen egal ist (wobei ich einen Sohn nur beschneiden lassen würde, wenn es wirklich sein müsste und mit auch als Partner ein unbeschnittener Mann lieber wäre). Einer der Gründe die mich überzeugten, stark vereinfacht: wenn es bei Männern erlaubt ist, besteht immer die Gefahr, dass es theoretisch aus Gleichheitsgründen auch bei Frauen erlaubt sein müsste. Es gibt auch weibliche Beschneidungsformen, die viel "seichter" sind als so manche männliche. Außerdem tragen mehr beschnittene Männer psychische Probleme davon als man glaubt.
Medizinische Aspekte: http://www.beschneidung-von-jungen.de/home/medizinisches-grundwissen.html
Psychologie: http://www.taz.de/!97961/

Sie hat mir eine sehr schöne und ausführliche Linkliste geschickt, ich weiß aber nicht, inwieweit es okay wäre die hier zu veröffentlichen. Darin enthalten sind Erfahrungsberichte von Betroffenen, Psychologie, Vergleich männliche – weibliche Beschneidung, Medizinische/ Sexuelle Aspekte, Religiöse Aspekte, Rechtliches. Ich frage bei Gelegenheit mal nach, ob sie damit einverstanden wäre, die hier öffentlich zu posten. Zu einzelnen Themen gebe ich gerne die Links weiter.


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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 7. Juni 2014 16:13 
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NFP-Gräfin

Registriert: 12. September 2006 13:45
Beiträge: 3253
Wohnort: moon
NFP seit: 11 2004
Wenn es euch interessiert:

Die Videos der Vorträge des Wissenschaftlichen Symposiums "Genitale Autonomie", veranstaltet von MOGiS e.V. und pro familia NRW, vom 6. Mai in der Universität zu Köln sind online verfügbar: http://genitale-autonomie.de/videos-der-vortraege/

Experten berichten über verschiedene Aspekte religiöser Beschneidung.

_________________
Seit 11 2004 im ca. 225. Zyklus Bild


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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 7. Juni 2014 22:58 
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Kurvenjunkie

Registriert: 11. Juli 2010 14:06
Beiträge: 1929
Ovara, bitte, das wäre toll wenn du die Links postest!


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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 10. Juni 2014 11:29 
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hat sich gut eingelebt

Registriert: 29. Oktober 2012 23:59
Beiträge: 133
Wohnort: Thüringer Wald
NFP seit: 2008
Beschneidung aus religiösen Gründen verstehe ich nicht und lehne ich ab.
Bei Frauen finde ich sowas echt grausam.
Ich denke sowas sollte nur gemacht werden ,wenn es wirklich nicht anders geht.
Wenn der Patient schmerzen hat (hauptsächlichen Jungs).


Mein Mann musste wegen Vorhautproblemen dies als kleiner Junge machen lassen (kh, , Betäubung).
Gerade bei Problemen finde ich gut ,dass es die Möglichkeit gibt.
Natürlich mit Medikamente und einen hygienischen Umfeld zur Operation.
Er selbst sagt "das ist auf jeden Fall einfacher Sauber zu halten ist".
Und vorallen ist es Schmerzfrei seitdem Eingriff.
Mich stört der" andere Anblick" nicht.
Ich denke das ist Gewohnheit.
Von Sex her ist es auch kein Problem und auch keine Behinderung.

_________________
Mit großen Stinker ;) 05/2010 ,
kleinen Sonnenschein 08/2013 und der Liebe meines Lebens :)

Engel♡♥♡ 18.08.2008/ ministern 10/12


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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 19. Februar 2016 06:33 
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NFP-Kaiserin

Registriert: 2. August 2005 12:36
Beiträge: 17726
Wohnort: Berlin
NFP seit: 08/2005
Ich komme mal aus dem Ratschläge-Thread rüber:
*Sushi* hat geschrieben:
Als ich vor ein paar Monaten beim Kinderarzt hospitiert habe, gab es mind. 1x täglich Eltern, die eine Überweisung zur Kinderurologie wegen "Vorhautverengung" gewünscht haben, damit der Junge über offiziellem Wege im Krankenhaus die Vorhaut entfernt bekommt.
Man kann sich natürlich auf Diskussionen mit ihnen einlassen und diesen unnötigen Eingriff verweigern, dann werden sie sich einen anderen Arzt suchen. Oder schlimmstenfalls bei einem Urlaub in der Türkei bei Großonkel X in der Küche total unsteril von einem, der vielleicht schon 1000 Jungs beschnitten hat, aber von Hygiene weniger Ahnung hat.
Natürlich kann man da auch aus einer anderen Ecke denken und sagen "In Afrika werden Mädchen beschnitten, unsere Familie kommt von da, also wollen wir das hier auch machen, weil wir das schon seit 1000 Jahren so machen". Andererseits ist die Entfernung der Vorhaut auch nicht zu vergleichen mit dem Entfernung des Lustorgans bei der Frau...
Es gab Gründe, warum diese, von unserer Perspektive aus unheimliche, unnötige, verletzende Tradition eingeführt wurde. Das würde ich einfach immer mit im Hinterkopf haben, bevor ich pauschal verlange, dass Million Mitmenschen allein hierzulande ihre Meinung ändern. Und dann würde ich mir wünschen, dass diese Eingriffe lieber in medizinisch abgesichertem Rahmen stattfindet, als illegal im Wohnzimmer. Genauso wie bei Abtreibungen. Und genauso wie bei Ohrschmuck. (Die etwas andere Frage dazu wäre für mich eher noch, ob die Gemeinschaft in Form der GKV diese Kosten tragen muss, wenn es sich um medizinisch nicht-indizierte Wunsch-Eingriffe handelt, aber das wäre wirklich arg off hier.).


Zum KH: Ich war mit unserem jüngeren Sohn im KH wegen einer wirklichen Vorhautverengung und dort wurde ich wegen seines Alters nach Hause geschickt. Sie operieren erst, wenn wirklich nichts anderes mehr geht. Ist das in anderen KH so einfach?

Beschneidung Mann und Frau:
Ich finde, wir sollten uns aus einer "schlimm" und "nicht so schlimm"-Bewertung wirklich raushalten. Ab wann finden wir Körperverletzung nicht mehr legitim, wenn wir danach entscheiden würden?

Und ich finde es auch nicht gut, Dinge zu ermöglichen, weil es anderswo noch schlimmer laufen würde. Auch hier würden willkürlich Grenzen festgesetzt. Auf Abtreibungen gibt es im gesetzlichen Rahmen einen Anspruch. Auf Beschneidungen mMn nicht. Oder?

_________________
Mein Herz ist Buchstabenliebhaberin (0707), ist Herzblutbiologensohn (0309), ist Herzwärmer (0913) und Weltherrscherin2b (0815). ✰ (1014). Bild
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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 19. Februar 2016 08:42 
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Moderatorin

Registriert: 26. Juli 2004 12:01
Beiträge: 12828
NFP seit: 8. Jan 04 mit Unterbrechungen
Regenbogen hat geschrieben:
Auch hier würden willkürlich Grenzen festgesetzt. Auf Abtreibungen gibt es im gesetzlichen Rahmen einen Anspruch. Auf Beschneidungen mMn nicht. Oder?

Etwas OT, aber: Wie meinst Du das mit dem Anspruch? Abtreibungen sind ja nach wie vor nicht legalsiert, nur eben straffrei. Und jede*r Arzt/Ärztin kann den Eingriff verweigern.

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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 19. Februar 2016 09:48 
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NFP-Guru

Registriert: 28. März 2010 22:17
Beiträge: 2558
Akelei hat geschrieben:
Regenbogen hat geschrieben:
Auch hier würden willkürlich Grenzen festgesetzt. Auf Abtreibungen gibt es im gesetzlichen Rahmen einen Anspruch. Auf Beschneidungen mMn nicht. Oder?

Etwas OT, aber: Wie meinst Du das mit dem Anspruch? Abtreibungen sind ja nach wie vor nicht legalsiert, nur eben straffrei. Und jede*r Arzt/Ärztin kann den Eingriff verweigern.


Das gilt allerdings nur für Abtreibungen ohne Indikation. Wenn eine vorliegt müssen Kliniken den Eingriff durchführen, soweit ich weiß. Was die absurde Situation bringt, dass einige Ärzte zwar Spätabtreibungen machen, aber die frühen Abbrüche verweigern. Außerdem gibt es einen Anspruch auf Kostenübernahme durch die Kasse bei Indikation oder, wenn nachweislich nicht Genug Geld für den Abbruch da ist.

Zurück zum Thema:

Das was hier erzählt wurde vom Kinderarzt der ständig um Überweisungen mit einer nicht zutreffenden Diagnose gebeten wird macht mich wirklich wirklich wütend. Ich weiß Rechtsverletzungen und Schweigepflicht, das ist ein ganz heißes Eisen. (Man müsste zunächst klären, ob eine Anzeige überhaupt erlaubt wäre oder eine Schweigerechtsverletzung) Dennoch würde ich mir eine strafrechtliche Verfolgung ggf. für Arzt und Eltern wünschen.
Wenn die Eltern schon eine Beschneidung wollen. dann sollen sie bitteschön das Geld in die Hand nehmen und nicht die Gemeinschaft auch noch um Geld betrügen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 19. Februar 2016 10:20 
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Inventar

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Beiträge: 2109
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NFP seit: Oktober 2008
Ich denke, dass die Eltern das sicher auch so wollen, aber Ärzte in Deutschland das ohne Diagnose nicht machen dürfen und sobald eine Diagnose da ist, übernimmt es die Kasse. Schwierig.

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Mit Töchterlein seit 04/15. Wieder freestylekurvend.


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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 19. Februar 2016 10:41 
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nicht mehr ganz so neu

Registriert: 20. Juli 2007 17:36
Beiträge: 93
Zitat:
Wenn die Eltern schon eine Beschneidung wollen. dann sollen sie bitteschön das Geld in die Hand nehmen und nicht die Gemeinschaft auch noch um Geld betrügen.


Das wird auch häufig so gemacht. Viele lassen ihr Kind auf eigenen Wunsch beschneiden und zahlen das dann auch selber.


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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 19. Februar 2016 11:08 
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NFP-Guru

Registriert: 28. März 2010 22:17
Beiträge: 2558
Hier steht mehr zur Beschneidung als Versicherungsbetrug: http://www.beschneidung-von-jungen.de/home/gesellschaftliche-aspekte-der-beschneidung/aerzte-und-krankenkasse/betrug-an-den-krankenkassen.html

@ Fatima

Das ist mir klar, das ist auch die Erwartung die ich an Eltern habe.
Religiöse Angelegenheiten müssen von der religiösen Gemeinschaft oder der Familie getragen werden, finde ich. Beerdigungen bei Personen mit zu wenig Geld ausgenommen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 19. Februar 2016 14:56 
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Kurven-Rätslerin

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Beiträge: 312
NFP seit: 02/2015
Ich komme auch mal hier rüber, das Thema beschäftigt mich immer wieder sehr. Mein Problem ist, dass ich die Beschneidung objektiv sehr wohl für Körperverletzung halte und insbesondere auch keinerlei medizinische Gründe für eine prophylaktische Circumcision der männlichen Vorhaut sprechen. Ich tue mich als gläubige Christin vielmehr schwer mit dem religiösen Hintergrund der Sache - aber das ist vielleicht eher ein Thema für den Christinnen-Thread.

Dennoch möchte ich ein paar Infos hier lassen - beim Überfliegen von ein paar der vergangenen Seiten ist mir vor allem aufgefallen, dass die Funktion der Vorhaut vielen nicht ganz klar zu sein scheint. Sie ist aber definitiv mehr als nur ein Stückchen Haut auf die "Mann" problemlos verzichten könnte. Eher wie die Mandeln, der Blinddarm oder die Milz: der Mensch kann auch ohne überleben, aber das Vorhandensein hat deutliche Vorteile (was für mich bedeutet, dass sich die Natur bzw. meines Glaubens nach Gott sehr wohl etwas dabei gedacht hat).

Hier ist ein meiner Meinung nach sehr informativer Beitrag über das Thema, der auch die physiologische und sexuelle Funktion der Vorhaut erklärt und des Weiteren den Aspekt des angeblichen hygienischen Nutzens einer Beschneidung beleuchtet.
Ich fasse die wichtigsten Punkte mal kurz zusammen:

4.2.2 Mechanische und Immunologische Schutzfunktion - Die Vorhaut schützt die Eichel vor mechanischer Belastung, Schmutz und Keimen; ebenso den Harnröhreneingang. Zwischen Vorhaut und Eichel befindet sich eine Schleimhaut mit bakterieller Flora, ähnlich der in der weiblichen Vagina. Was ich wichtig finde: ohne Vorhaut verhornt die Haut der Eichel, wird also unempfindlicher!

4.2.3 Sexuelle Funktion - mechanisch und sensorisch. Mechanisch sorgt die Vorhaut für besseres Gleiten bei der Penetration. Was die Sensorik betrifft, möchte ich komplett zitieren: "Im Gegensatz zur Glans penis, welche durch freie Nervenendigungen und einiger Ruffini-Endigungen fast nur zur Wahrnehmung von Schmerzreizen fähig ist, enthält die Vorhaut zusätzlich Mechanorezeptoren [...], die für eine hoch auflösende Oberflächensensibilität sorgen. [...] Die Gewebestellen, deren Nervenenden am empfindlichsten auf leichte Berührungsreize reagieren, befinden sich -völlig ausnahmslos- auf der Vorhaut." Die Vorhaut ist also das sensibelste Teil der männlichen Geschlechtsorgane - wie die Klitoris/deren Vorhaut ein Lustorgan!

6.1 Hygiene - insbesondere in der Windelzeit treten deutlich mehr Entzündungen und Infektionen der beteiligten organischen Strukturen auf.

6.2 Harnwegsinfekte - treten nicht seltener auf; Beschneidung hat keinen prophylaktischen Effekt, in manchen Studien ist das Risiko sogar erhöht.

6.3 Sexuell übertragbare Krankheiten - es kann kein Zusammenhang zur Beschneidung erkannt werden, weder ein höheres noch ein niedrigeres Risiko. Bezüglich HIV wird diskutiert, dass in Zellen der Vorhaut ein Stoff produziert wird, der das HI-Virus ausschalten kann. Durch Epithelrisse wegen mangelnder Gleitfähigkeit ist die Infektionsgefahr bei Beschnittenen eventuell höher.

6.4 Krebsrisiko - sowohl für die Beschnittenen als auch für deren Partnerinnen verringert sich das Risiko für Krebs im Genitalbereich nicht, vielmehr scheint das Risiko für HPV-Infektionen sogar erhöht.

8. Anatomische Folgen - die Eichelhaut verhornt, zusätzlich zum Fehlen des sensibelsten Teils wird sie also zunehmend unempfindlicher. Die Harnröhrenöffnung ist ebenfalls einer höheren Belastung ausgesetzt.

9. Sexuelle Auswirkungen - die fünf sensibelsten Stellen des männlichen Genitals sind irreversibel entfernt, der Rest wird zunehmend unempfindlicher, das Gleiten wird erschwert, im Erwachsenenalter beschnittene berichten von spürbarem Sensibilitätsverlust, Männer kommen langsamer zur Orgasmus, mehr Gleitmittel wird benötigt, die Partnerinnen berichten tw. über unangenehm gesteigerte Reibung, Masturbation wird erschwert,...

Quelle: DocCheck Flexikon - Zirkumzision

Ich hoffe die Infos sind auch für andere interessant. Im Prinzip ist die männliche Beschneidung auch unter hygienischen Bedingungen und mit guter Wundheilung genauso schlimm wie die weibliche Genitalverstümmelung.

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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 19. Februar 2016 15:12 
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Kurven-Rätslerin

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Beiträge: 312
NFP seit: 02/2015
Edit nicht mehr möglich: Um einem Aufschrei vorzubeugen, mein letzter Satz kann wie ich gerade feststelle leicht falsch verstanden werden. Ich möchte die weibliche Genitalverstümmelung damit nicht verharmlosen, ich will damit sagen dass auch den Männern damit gegen ihren Willen im intimsten Körperbereich etwas unwiederbringlich weggenommen wird und der Eingriff durchaus sehr negative Langzeitfolgen haben kann.

Gerade weil ich aber den religiösen Standpunkt so gut nachvollziehen kann und eigentlich respektieren möchte, macht mich das in dieser Frage umso ratloser.

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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 19. Februar 2016 19:39 
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NFP-Guru

Registriert: 28. März 2010 22:17
Beiträge: 2558
Dazu möchte ich zwei Dinge anmerken:

1. Es gibt auch Hinweise darauf, dass eine Beschneidung das Risiko einer HIV Erkrankung senken kann. Allerdings ist das nur relevant, wenn Kondome nicht akzeptiert werden. Diese schützen deutlich besser. Bei der Verbeitung von HIV und der recht hohen Akeptanz und leichenten Verfügbakrkeit von Kondomen in Europa ist es nahezu lächerlich HIV als Argument heranzuziehen.

2. Es mag Einschränkungen im Lustempfinden geben. Dennoch sind die meisten beschnittenten Männer dazu fähig einen Orgasmus zu erleben und haben in der überwiegenden Anzahl keine ständigen Beschwerden durch die Beschneidung. Obwohl es das natürlich alles gibt und ich das für bedenkenswerte Risiken halte. Daher finde ich den Vergelich zur weiblichen Genitalverstümmelung nicht so ganz passend, da viele betroffene Frauen ständig mit Infektionen, Problemen mein Wasserlassen, Schmerzen beim Verkehr und fehlender Orgamusfähigkeit zu tun haben. Von Problemen bei Geburten ganz zu schweigen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 19. Februar 2016 20:34 
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Kurven-Rätslerin

Registriert: 13. Mai 2013 18:01
Beiträge: 351
Alana hat geschrieben:
2. Es mag Einschränkungen im Lustempfinden geben. Dennoch sind die meisten beschnittenten Männer dazu fähig einen Orgasmus zu erleben und haben in der überwiegenden Anzahl keine ständigen Beschwerden durch die Beschneidung. Obwohl es das natürlich alles gibt und ich das für bedenkenswerte Risiken halte. Daher finde ich den Vergelich zur weiblichen Genitalverstümmelung nicht so ganz passend, da viele betroffene Frauen ständig mit Infektionen, Problemen mein Wasserlassen, Schmerzen beim Verkehr und fehlender Orgamusfähigkeit zu tun haben. Von Problemen bei Geburten ganz zu schweigen.


Und das ist das was mich am stutzigsten macht. Ich gehe davon aus das die "meisten" Männer vor ihrer Geschlechtsreife beschnitten werden. Das heißt für mich das sie keinerlei Vergleich besitzen. Wie sollen sie wissen wie es sich eventuell sonst anfühlen würde? Vielleicht hätte sie ein deutlich gesteigertes Lustempfinden?!

Leider kenne ich keine Statistik die zeigt wie viele sexuell aktive Männer Probleme/oder eben keiner nach einer Beschneidung im Erwachsenenalter haben. Hat hier jemand eine?

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Arthur ließ sich den Gedanken durch den Kopf gehen, erkannte widerstrebend, daß er vernünftig war, faltete ihn zusammen und steckte ihn weg
Das Resturant am Ende des Universums
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