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 Betreff des Beitrags: 1 Jahr unfruchtbar nach Menarche?
BeitragVerfasst: 12. Januar 2016 12:49 
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Kurven-Rätslerin

Registriert: 4. Januar 2013 15:34
Beiträge: 226
Hallo ihr Lieben, ich brauche mal wieder geballtes Forumswissen. Nachdem ich bereits die Arbeitsgruppe der Malteser per Mail kontaktiert habe, aber bislang noch keine Antwort bekommen habe, wollte ich fragen, ob ihr Literatur zu dem Thema habt/kennt. In der Literatur stoße ich immer wieder auf die verallgemeinernde Aussage, dass Mädchen i.d.R. (!) ca. ein Jahr lang nach der Menarche unfruchtbar seien, weil sie anovulatorische Zyklen hätten, die sich erst nach und nach einspielen. Nun meine Frage an euch: ist das so? Jeder kennt natürlich die Fälle (Einzelfälle!?), bei denen Mädchen ohne Regel schwanger wurden, weil sie gerade den ES zufällig erwischt haben, oder die nur ein bis zwei Mal ihre Regel hatten und dann schwanger wurden, unmittelbar nach der Menarche... Aber was ist nun wahr? Gibt es eine Zyklensammlung, in die man Einblick haben kann, ob es auswertbare Zyklen direkt nach der Menarche regelhaft gibt? Ich bin gespannt auf eure Antworten. Sollte dieser Thread doch eher in den Allgemeine Fragen-Faden gehören, bitte ich um Verschiebung. Danke.

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"Und wenn du friedlich gegen die Gewalt nicht ankommen kannst, ist das letzte Mittel, das uns allen bleibt, Militanz" Danger Dan


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 Betreff des Beitrags: Re: 1 Jahr unfruchtbar nach Menarche?
BeitragVerfasst: 12. Januar 2016 13:05 
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Inventar

Registriert: 22. Dezember 2013 21:02
Beiträge: 2477
Wohnort: vor den 7 Bergen
Hier (auf S. 8) wird eine Studie (Metcalf, 1983) zitiert, in der im ersten Jahr nach der Menarche 23% der Zyklen ovulatorisch waren.

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alternative Tabelle 2.0 für die Schleimzuordnung *klick*
Übrigens kannst du im Kurvenreich mit der Strg-Taste mehrere Schleimeigenschaften pro Rubrik auswählen!


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 Betreff des Beitrags: Re: 1 Jahr unfruchtbar nach Menarche?
BeitragVerfasst: 12. Januar 2016 19:06 
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NFP-Kaiserin

Registriert: 23. September 2005 17:47
Beiträge: 12498
Wohnort: Freiburg
NFP seit: 2006
Das habe ich ehrlich gesagt noch nie gehört. Aber du könntest mal die MFM Gruppe anschreiben, die geben ja Einführungen in eine Art NFP-Light für Mädchen. In dem Buch "Was ist los in meinem Körper" wird das auch beschrieben. Es würde ja sonst gar nicht gehen mit der Zyklusbeobachtung. Was ich aber natürlich auch gehört habe, ist dass der Zyklus sich noch einspielt und dazu gehört für mich auch, dass nicht jeder Zyklus nun einen Eisprung produziert. *zustimm*

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 Betreff des Beitrags: Re: 1 Jahr unfruchtbar nach Menarche?
BeitragVerfasst: 12. Januar 2016 19:39 
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Kurven-Rätslerin

Registriert: 28. Oktober 2012 21:11
Beiträge: 357
NFP seit: Herbst 2012
Also meine Zyklen waren ab der Menarche perfekt regelmäßig (27-30 Tage) und ich hatte damals schon ein eindeutiges Schleimmuster. Die Verallgemeinerung würde ich also mal stark anzweifeln *kopfkratz*

Aber falls du eine Antwort der AG bekommst, sag doch mal Bescheid *sonne*

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Auf ins Leben mit Schnuff und Knuff (*07/24)


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 Betreff des Beitrags: Re: 1 Jahr unfruchtbar nach Menarche?
BeitragVerfasst: 12. Januar 2016 19:54 
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NFP-Guru

Registriert: 28. März 2010 22:17
Beiträge: 2558
Rötzer hat etwas geschrieben zu einem Mädchen, dass ihren aller ersten Zyklus aufgezeichnet hat, also beginnend schon vor der ersten Regelblutung. Sie wollte genauso messen wie die Mutter. Genauer habe ich es gerade nicht mehr im Kopf.

Die Zyklen müssen auch nicht unbedingt anovulatorisch sein. Eine Geblkörperschweäche kann auch vorkommen. Und wie man weiß können aus einer kurzen Hochlage, mit der keine Schwangerschaft sich halten könnte auch mal im nächsten Zyklus ein paar Tage mehr werden.

Diese Verallgemeinerung halte ich für hoch gefährlich.

Hat jemand vielleicht "Was ist los in meinem Körper" zur Hand? Da ist ganz viel erklärt zu den Zyklen junger Mädchen.

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Die Erde ist ein Nudelsieb


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 Betreff des Beitrags: Re: 1 Jahr unfruchtbar nach Menarche?
BeitragVerfasst: 13. Januar 2016 13:15 
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Kurven-Rätslerin

Registriert: 4. Januar 2013 15:34
Beiträge: 226
Danke für eure Kommentare und Meinungen. Nur um das klarzustellen, es geht bei den allgemeinen Aussagen weniger darum Mädchen generell die Fruchtbarkeit abzusprechen im Sinne von "mach dir keine Gedanken um die Verhütung, passiert eh nichts", sondern es geht vielmehr um einen Erklärungsversuch der vielfach beobachteten zeitlichen Verzögerung zwischen erster Menarche und erster Schwangerschaft/Geburt, auch dort, wo es kulturell nicht mit einem Tabu versehen ist. Vielleicht macht das meine Frage verständlicher. Deswegen bringen mir "Einzelfälle", wie von dir Orca beschrieben, wenig, denn ich kann nicht einordnen, ob du damit die Regel oder die Ausnahme bist (wie in meinem Eingangspost beschrieben). Ich brauche eigentlich eine Auswertung von x-perimenarchalen Frauen/Mädchen, wenn man so will. Die Frage ist, gibt es so etwas. Wenn ich jetzt hier von 23% ovulatorischen Zyklen lesen, heißt das im Umkehrschluss ja, dass der Großteil der Zyklen im Jahr nach der Menarche anovulatorisch waren. Die Frage nach der HL-Länge wäre dann auch noch interessant zu klären. Also, ob es tatsächlich schwierig ist direkt nach der Menarche schwanger zu werden, oder ob es nur in Ausnahmefällen schwierig ist.

Wofür genau steht die Abkürzung MFM? :oops:

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 Betreff des Beitrags: Re: 1 Jahr unfruchtbar nach Menarche?
BeitragVerfasst: 13. Januar 2016 14:16 
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NFP-Guru

Registriert: 28. März 2010 22:17
Beiträge: 2558
MFM ist ein Aufklärungsprojekt, die Buchstaben werden teilweise aber verschieden verwendet.
Es gibt doch die große Zyklusdatenbank in Deutschland, die größte Datenbank überhaupt, soviel ich weiß, ich weiß aber nicht wie der Zugriff darauf geregelt ist.

Ich fürchte, so kurz nach der Menarche zeichnen nur wenige Mädchen ihren Zyklus mit Temperatur und Schleim auf. Hin und wieder eine Gynäkologische Untersuchung , bei der der Zykluststand beurteilt wird hätte auch keine Aussagekraft.

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 Betreff des Beitrags: Re: 1 Jahr unfruchtbar nach Menarche?
BeitragVerfasst: 13. Januar 2016 22:10 
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Kurven-Entwirrerin

Registriert: 9. März 2010 17:54
Beiträge: 1055
NFP seit: September 2007
stubentiger hat geschrieben:
sondern es geht vielmehr um einen Erklärungsversuch der vielfach beobachteten zeitlichen Verzögerung zwischen erster Menarche und erster Schwangerschaft/Geburt, auch dort, wo es kulturell nicht mit einem Tabu versehen ist.

Ganz banal - wie viele Mädchen haben kurz nach der Menarche schon regelmäßig Sex? Soo viele dürften das ja nicht sein, auch in anderen Kulturkreisen nicht, vermute ich. Wäre das nicht als eine einfache Erklärung denkbar?
Ansonsten, ja, vermutl. werden ziemlich wenige ihren Zyklus von Anfang an nfp-mäßig beobachten (ich hab z.B. von Anfang an nen Menskalender geführt, aber das würde für die Fragestellung, ob ES oder nicht ja auch nix nützen)

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Seit 02/18 glücklich zu dritt mit dem Krallenäffchen im Arm


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 Betreff des Beitrags: Re: 1 Jahr unfruchtbar nach Menarche?
BeitragVerfasst: 14. Januar 2016 11:13 
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Kurven-Rätslerin

Registriert: 4. Januar 2013 15:34
Beiträge: 226
Durchaus möglich. Aber ich rede schon auch von Kulturkreisen, in denen die Menarche durchschnittlich (!) erst mit 16 Jahren erreicht wird (Range von 14 bis 18 Jahren meinetwegen), manchmal auch in Kombination mit früher Heirat. Da halte ich es dann schon eher für unwahrscheinlich, dass es bis dahin nicht zum Geschlechtsverkehr gekommen ist. Bzw. ist halt die Frage interessant, ob mangelnder Sex der einzige Grund sein kann nach der Menarche nicht direkt schwanger zu werden, oder ob es halt biologisch limitierende Faktoren (anovulatorische Zyklen oder zu kurze HLs) dafür verantwortlich sind. Aber es scheint wohl nicht viele Daten dazu zu geben. Also bleibt mir nichts, außer kritisch anzumerken, dass diese Mutmaßung ohne fehlende Datenlage recht gewagt ist. Schade. Ich hätte es gerne eindeutig widerlegt. :lol:

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 Betreff des Beitrags: Re: 1 Jahr unfruchtbar nach Menarche?
BeitragVerfasst: 14. Januar 2016 17:02 
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Moderatorin

Registriert: 11. April 2005 22:30
Beiträge: 9175
NFP seit: April 2005
Doch, die Daten gibt es. NFP heute ist Dein Freund ;-) Anovulatorische Zyklen gibt es in den Jahren nach der Menarche häufiger als bei älteren Frauen. NFP heute erwähnt insgesamt 2,9 % anovulatorische Zyklen; bei den bis 19jährigen sind es 14,3 %, den geringsten Anteil haben die 35-39jährigen Frauen mit 1 %.

Und da macht es bestimmt auch noch einen Unterschied, ob man die Zyklen der 14jährigen oder die der 19jährigen betrachtet. (Da könnte man dann zumindest indirekt noch die Quelle heranziehen, die Sopherl genannt hat mit einem sehr hohen Anteil anovulatorischer Zyklen im ersten Jahr.)

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In der Kürze (alles ist relativ) liegt die Würze
Wer lang leben will, muss alt werden.


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