So also erstmal, mit Kindern zurechtkommen lernt man erst mit den eigenen Kindern. Ich bin in einer Kinderreichen Familie groß geworden (nur Halbbruder aber alle Cousinen Tanten haben viele Kinder) und dachte ich bin das schon gewohnt. Dann hab ich mein Praktikum im Kreißsaal gemacht und dachte ich fang komplett von vorne an, als hätte ich nie Kontakt zu Kindern gehabt. Und wenn man dann auch daran gewöhnt ist, weiß man trotzdem, eigene Kinder sind etwas ganz anderes, denn um die muss man sich nicht nur mal kümmern, die kann man nicht einfach wieder abgeben, die sind immer da :) Und erziehen muss man sie auch noch :) Also das lernt man alles.
Und wenn ihr euch beide unsicher seid, dann wartet lieber noch etwas. Lass dir da von anderen nichts reinreden, das ist euere Entscheidung und auch noch eine sehr wichtige. Genauso wie bei nfp immer alle wenig begeistert sind, und nachfragen, tun sie das auch jetzt. Mit nfp hast du sicher gelernt das nicht mehr ganz ernst zu nehmen, dann mach das in Beziehung auf Kinder genauso :)
Ansonsten kannst du mir wenn du magst und/oder spezielle Fragen hast ja auch eine PN schreiben.
Mein Werdegang? Hmm weiß ich garnicht so genau

Ich wollte eigentlich immer Psychologie studieren. Und als dann in der 11. Klasse klar war den NC schaff ich nicht, wollte ich Hebamme werden. Ich weiß wirklich nicht wie ich auf die Idee gekommen bin

Hab dann ein Praktikum gemacht und bei der ersten Geburt wusste ich, ich muss das machen, das ist meine Berufung, das fühlt sich so total richtig an.
Hab dann weitere Geburten miterleben dürfen, jede ganz anders. War auch bei 10 Kaiserschnitten dabei, Saugglockengeburten, Beckenendlagengeburten und vielen "normalen" Spontangeburten.
Da die Hebammen im Krankenhaus oft nicht viel Zeit für eine Frau haben, war ich als Praktikantin immer die, die stunden bei der Frau verharrt, während diese vor sich hin weht, damit sie nicht allein ist, und falls sie fragen hat, diese hätte stellen können. Die Vorsorge in der Schwangerschaft hab ich teils allein gemacht, mit dem wachsamen Auge der Hebamme hinter mir. (Kindslagen tasten, ctg anlegen, Blutdruck messen, Urin kontrollieren, Small Talk über Veränderungen usw :) )
Ja und jetzt bin ich in der Ausbildung und weiß immernoch, ich bin dafür geboren. Das haben mir auch schon viele gesagt, dass sie mir anmerken, wie ich in meinen Aufgaben aufgehe. Und klar ist es nicht leicht, ich muss die Frauen teils Katheterisieren, denen den Po abwischen, hab auch schonmal 5 Stunden ein Bein gehalten unter dem Motto " es ist so unbequem aber bloß nicht bewegen, die Frau geht vor", und hatte blaue Flecken von einer Frau die ohne Mann geboren hat, und dan eben meine statt seine Hand zerquetschte :)
Ich hab Kotztüten ausgewechselt und bin duschen gegangen weil mir Blut in die Haare und ins Gesicht gespritzt ist.
Aber dann sehe ich die Mütter wenn sie ihr Kind das erste mal sehen, und könnte heute noch jedes Mal heulen, ein Teil gewesen zu sein, bei diesem Intimen Ereignis. Und die Frauen sind so unendlich dankbar, dass man ihnen geholfen hat soweit man konnte, und dass es dem Kind (meistens) gut geht.
Ich freue mich auch jedes mal, wenn die Frauen zB allein geboren haben und duschen wollen, dann halte ich das Baby bis die Mama fertig ist :)
Ich war auch bei einer stillen Geburt dabei (Tod geboren) und komme gut damit zurecht, ich bin dankbar, dass die Frau in ihrer Trauer die Gedanken mit mir und den anderen geteilt hat, und es ist nunmal leider so, ein Leben kommt ein Leben geht.