Hallo – ich habe Bess’s Rat befolgt und bin bis heute dem Forum ferngeblieben. Nun wollt ihr bestimmt hören wie es lief etc.
Zitat:
Und sorry, Erdbeerhase, aber Unfruchtbarkeit ist zwar schlimm, aber kein Todesurteil. Die Wortwahl finde ich mehr als unglücklich, es gibt viele Frauen im Forum, die unfruchtbar sind und die haben alle Mittel und Wege gefunden, weiter zu leben. Auf mich wirkt das schon ein wenig nach Drama, wie Du Deine Ängste zum Ausdruck bringst.
Bess, ich will nicht bestreiten, dass es Menschen gibt, die sich ohne jemals ihren größten Traum zu verwirklichen weiterhin positiv im Leben bewegen können. Ich gehöre da nicht dazu. Das ist alles was ich damit sagen wollte und ich weiss es klingt bestimmt absolut beschissen und stößt auf harte Ktritik, aber ich rede nicht um den heissen Brei. Wenn du mich und mein Leben etwas besser kennen würdest, würdest du meine Wortwahl auch nachvollziehen können – das ist immer das große Problem im Internet – man weiss eben nicht, was der Andere gerade durchmacht/durchgemacht hat - verletzen wollte ich dich damit auf keinster Weise – und ich wünsche dir für deinen Weg alles Gute.
Zitat:
Erdbeerhase hat geschrieben:
ich hab schon ein bisschen das Gefühl, dass ich nen Schaden von dem Ganzen getragen habe
Zitat:
das hast du bestimmt nicht. selbst wenn es ne entzündung ist wird sie mit AB behandelt und gut ist.
Ich meinte psychisch. Ich war gestern kurz vor der Ohnmacht in dem blöden Wartezimmer und hab auf mein Handy mit der Stoppuhr geschaut und immer versucht im Sekundentakt zu Atmen weil das recht schwer ging, vor allem das Ausatmen und das ist ja so wichtig wenn man nervös ist. Ja ich hatte vorher schon Angst vor der Einlage ABER ich habe geatmet, versucht mich abzulenken etc. Die Ärztin hat kein Wort gesagt (kein „bitte husten“ etc.) als sie die Sonde reingesteckt hat, die Schmerzen haben mich überrascht sowie übermannt. Es war eben ein Schock für mich. Als ich dann gestern auf dem Stuhl saß konnte sie nicht mal gescheit die Spreitzer setzen weil ich TROTZ meiner ganzen Beruhigungsversuche einfach wahnsinnig angespannt war und ich den Gedanken an den heftigen Schmerz nicht loswurde.
Ich hab manchmal das Gefühl es wird hier so dargestellt als würde mir das Spaß machen, auf meine Art zu schreiben, dass ich aber eben meine Gefühle so teile wie ich sie erlebt habe und dafür so hingestellt werde, als würde ich maßlos übertreiben und jetzt nur wegen mir sich andere nichts mehr legen lassen wollen finde ICH jetzt übertrieben. Andere können genauso gut durch den Thread forschen und sehen, dass ich einer der seltenen Einzelfälle bin – genauso wie ich mir TROTZ meiner Ängste in dem Bereich die Spirale hab legen lassen weil es eben hiess, die Chancen auf Schmerzen seien äußerst gering. Ich habe genauso gelesen, wie sehr es wehtun kann oder wie sehr es gut gehen kann, es ist eben ein Abwägen was man sich zutraut. Wäre ich wirklich so ein Weichei/Dramatiker, wäre ich doch nie losgezogen und hätte allen Mut zusammengefasst und hätte mir das Ding eben doch legen lassen weil das Risiko, dass etwas schiefgeht sehr gering war. Es hat mich halt doch erwischt und sowas kann immer wieder passieren – dessen war ich mir bewusst und dessen muss man sich eben bewusst sein. Aus Ende. Das Schönreden und dass „da gar nix passieren kann“ finde ich auch nicht gut. Ich kann bei einem Gewitter rausgehen und vom Blitz verschont bleiben und die Chancen dafür sind ziemlich hoch, dass ich heil wieder heimkomme, ich muss aber auch damit rechnen, dass wenn ich mich dem Gewitter aussetze, mich eventuell doch ein Blitz erwischen könnte.
Zitat:
in studien wurde gezeigt, dass das risiko mit spirale genau so groß ist wie ohne. und dass unfruchtbarkeit meist durch ne unbehandelte chlamydieninfektion entsteht (egal ob mit oder ohne spirale).
wurde dir hier aber glaube ich schon öfter gesagt, oder?
Ja, da hast du völlig recht aber…:
Zitat:
ca 4 von 100 Schwangerschaften, die trotz IUP entstehen sind ektop.
ca 1 von 100 Schwangerschaften, die ganz ohne verhütung entstehen sind ektop.
Was die Berechnungen mit der Schwangerschaft angeht sei mal dahingestellt – es sind eben 3 Frauen mehr als ohne Verhütung.
Zitat:
Ich frage mich ernsthaft (ohne das böse zu meinen) warum Erdbeerhase sich eine Spirale hat legen lassen wenn sie so Panik hat unfruchtbar zu werden? Da verstehe ich auch die Ärztin nicht.
Das hat Bess richtig beantwortet:
Zitat:
Na, weil Spiralen nicht per se unfruchtbar machen, sondern unbehandelte Infektionen. Aus Angst vor Unfruchtbarkeit von einem IUP Abstand zu nehmen ist meiner Meinung nach nicht notwendig.
UND weil ich Hormonfrei Verhüten möchte und dies meine Einzige Möglichkeit war/ist. Und weil ich, nur weil ich Angst vor etwas habe, alles einmal ausprobiere um für mich selbst die Erfahrung zu machen. Ich habe meine ehrlichen Ängste und Gedanken in diesem Forum geteilt, in der Hoffnung auf Tips oder andere, ähnliche Erfahrungsberichte zu stoßen um mich zu beruhigen. Dass ich jetzt so angegangen werde – sorry, mir fehlen die Worte.
Jetzt zu gestern:
Die Gute Nachricht: es ist nichts Ernsteres. Alles liegt gut, nichts entzündet sagt sie. Sie wundert sich zwar über meine starken Beschwerden aber meint es kommt eben davon, dass ich noch kein Kind bekommen habe und meine Gebärmutter sich eben mehr als anderer Leute Gebärmutter gegen den Fremdkörper wehrt. Sie meinte auch, dass weil ich noch blute ich das so arg spüren konnte. Und dann erkenne ich langsam ein Schema in meinem Körper...ich produziere anscheinend wahnsinnig viele von diesen Dingerchen im Eistock, die mal das Ei werden und das werden wohl immer mehr je länger ich ohne Hormone bin. Interessanterweise immer nur im rechten Eierstock…weswegen ich mir richtig Gedanken mache aber das ist ein anderes Thema…nun ja die Ärztin sagte daher kommt das krasse ziehen, dass ich spüre, das ist ein Dehnungsschmerz vom Eierstock…und das sind bei mir zum Teil echt heftige Schmerzen, vor allem wenn ich niesen muss oder so. Das zieht manchmal so sehr, dass ich richtig stöhnen muss wegen dem scharfen, stechenden Schmerz…bah ich weiche vom Thema ab, sorry. Sie meinte es kann schon sein, dass ich länger als andere Schmerzen haben werde, einerseits weil ich anscheinend wirklich so ein starkes Körperbewusstsein habe, dass ich eben viel mehr merke als andere, und andererseits weil meine GM sich eben noch mehr wehrt. An alle verunsicherte: DAS IST ABER GANZ NORMAL. MAN MUSS AUCH DAMIT RECHNEN, DASS ES LÄNGER ALS NE WOCHE WEHTUT.
Ich habe sie auch nochmal gefragt was das für ein Stab war den sie da so zügig in mich gesteckt hat (und ja sie hat es schnell gemacht). Das war die Sonde zum Ausmessen für wie sie die Spirale legen muss. Sie hat mir gesagt: 1 von 20 Frauen schreit. Vor allem die, die noch eine Kinder haben und schmal gebaut sind. Sie hat es so schnell gemacht, weil sie, wie ich schon dachte, eben besorgt war, weil ich anscheinend (war mir gar nicht bewusst in dem Moment) wahnsinnig nervös auf sie gewirkt hatte. Ich nehme an sie wollte eben alles schnell über die Bühne bringen, sie hatte nie die Absicht mir wehzutun. Ich habe auch nix davon gesagt, dass ich es schöner gefunden hätte, wenn sie was gesagt hätte „jetzt husten“ etc. denn das tut nix mehr zur Sache. Das Ding ist drin, alles ist (relativ) Gut. Das nächste mal (ja, wenn alles gut geht werde ich mir nach den Kindern sogar wieder eine legen lassen!) weiss ich dass ich es unter Narkose machen lassen werde, Schluss aus. Das ist möglich, das wird so gemacht, das ist kein Drama und passiert täglich in Deutschland wahrscheinlich 100 mal.
An Alle die jetzt aufgrund von EINER EINZIGEN ERFAHRUNG Angst bekommen haben oder sich Gedanken machen:
Auch wenn es nicht so rüberkommt:
Ich bin der größte Schisser auf dem Gebiet, meine Ärztin hat mich schon oft darauf angesprochen, ob mir in meiner Kindheit nicht mal etwas passiert ist, was diese Angst ausgelöst haben könnte (und nein, soweit ich weiss wurde ich nie in dem Bereich misshandelt). Ich habe bei jeder Untersuchung Schmerzen weil ich (trotz aller möglichen Techniken/Ablenkungen und einer generellen „ich schaffe das Einstellung“) nicht komplett entspannen kann sobald ich auf dem Stuhl hocke, noch dazu bin ich sehr eng am Eingang.
UND TROTZDEM HABE ICH MEINEN GANZEN MUT ZUSAMMENGENOMMEN UND BIN GEGANGEN UND HABE MIR DAS TEIL LEGEN LASSEN.
Warum? Weil ich eben kein Weichei bin, ich rede mir gut zu, ich probiere alles einmal, ich versuch’s auch wenn ich Angst habe – klar, dass man dann angespannter ist als manch anderer, aber davon lasse ich mich nicht unterkriegen. Ich möchte Hormonfrei verhüten, für mich und meinen Körper. Und dafür gehe ich durch das ganze Drama und hoffe auch jetzt, dass weiterhin alles gut geht und bin trotzdem besorgt, dass etwas schiefgehen könnte. Aber ich renne nicht und lass mir das Ding wieder ziehen nur weil ich jeden Tag Schmerzen habe oder ich unfruchtbar werden könnte.
Ich freue mich, dass ich jetzt endlich die Spirale habe und freu mich auch sehr auf ein hoffentlich bald wieder normales Sexleben, dass jetzt dann 2 ½ Monate extrem gelitten hat.
Ich möchte mich auch an dieser Stelle nochmal bei allen bedanken, die mir in diesem Forum weitergeholfen haben und sich meine Bedenken angehört haben, auch wenn sie wohl kaum einer so richtig nachvollziehen kann – jeder kann bestimmt nachvollziehen, dass man, in bestimmten Situationen einen Ort sucht, mit Menschen die ähnliche Erfahrungen gemacht haben, um zumindest ein wenig Ruhe zu finden und sich austauschen zu können und auf ein offenes Ohr stoßen zu können. Und trotz, dass alle meinen ich übertreibe und ich steigere mich rein – habe ich doch immer eine Antwort bekommen und dafür möchte ich euch allen danken.