Lena Sophia hat geschrieben:
Das ist ja aber doch total schwachsinnige Geldmacherei, oder? Der FA muss doch eh vor der Pille nen Bluttest machen und auf das Thromboserisiko untersuchen (und das mWn kostenlos).
Das ist keine Pflicht und wird von den Krankenkassen ohne Indikation auch nicht bezahlt. Ich hatte da mal einen Artikel gelesen, dass sich das laut KK und Ärzten nicht "rechnen" würde... den Artikel konnte ich auf die Schnelle nicht wiederfinden, nur einen anderen:
Zitat:
Wie der Lübecker Gynäkologe in der Fachzeitschrift "Geburtshilfe und Frauenheilkunde" darlegt (Georg Thieme Velrag, Stuttgart. 2004), müssten rein rechnerisch 400.000 Pillenanwenderinnen genetisch gescreent werden, um einen Todesfall durch Lungenembolie zu verhindern. "Das Risiko einer thromboembolischen Komplikation bei Verwendung der Pille ist in absoluten Zahlen gering"
Und weiter:
Zitat:
Sich auf eine ererbte Thromboseneigung untersuchen zu lassen empfiehlt Griesinger den Pillenanwenderinnen nur dann, wenn Thrombosen bereits bei Familienmitgliedern aufgetreten sind.
Zitat:
Jedoch sollte jede Patientin von ihrem Arzt auf die Möglichkeit des genetischen Screenings aufmerksam gemacht werden - schon allein aus Gründen der rechtlichen Asicherung. Generell müssten bei jeder Pillenverschreibung die Vorteile und Risiken der oralen Verhütung sorgfältig abgwogen und gegebenenfalls andere Verhütungsmetoden diskutiert werden.
Quelle:
http://www.medizinauskunft.de/artikel/l ... ombose.phpDas Gespräch ist meines Wissens auch das einzige "Verpflichtende", was der oder die FA vor der Pillenverschreibung durchführen muss - also eine Anamnese, ob und wenn ja welche Risikofaktoren in der Familie vorliegen. Manche FA fragen aber wohl nur die der direkten Verwandten (Eltern, Geschwister) ab, Großeltern, Tanten etc. zählt da oft schon nicht mehr.
Dieser neue Test, der hier verlinkt wurde, ist in meinen Augen Geldmacherei. Statt ein verpflichtendes, vorsorgliches Screening einzuführen und den Test damit als Kassenleistung abzurechnen, sollen nun die Frauen selbst zahlen. Wer davon nichts weiß oder das nicht zahlen kann, muss dann wohl mit dem Restrisiko leben.

Es gibt natürlich unzählige Gerinnungsfaktoren, die nicht alle mit einem Screening abgedeckt werden könnten, aber zumindest die Faktor V Leiden Mutation, die meines Wissens nach häufigste Gerinnungsstörung, sollte vor Pilleneinnahme verpflichtend sein.
Zitat:
So ein Standardtest wäre sicher sehr sinnvoll und verantwortungsvoll, aber da die Pille ja auch selbst bezahlt werden muss: warum sollte der Test dann von der gesetzlichen Krankenkasse gezahlt werden?
Eine Spiraleneinlage und Entfernung muss man ja schließlich auch selbst zahlen.
Da hast du natürlich recht. So eine verpflichtende Gerinnungsdiagnostik vor Pillenverschreibung als KK-Leistung wird wahrscheinlich auch nie kommen.
Ich habe übrigens ein sehr schwaches Bindegewebe (mütter- und väterlicherseits) geerbt und dazu Krampfadervorbelastung mütterlicherseits. Ich habe 5 Ärzte gefragt, wie sie das Risiko einschätzen und ob ein Gerinnungstest nicht sinnvoll wäre - nö. Alles supi, Risiko überschaubar, Pille kann ich ruhig weiternehmen (nehme ich wegen Endometriose und laufe dafür nun mit Kompressionsstrümpfen durch die Gegend, sicher ist sicher

).