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 Betreff des Beitrags: Verhütungsgeschichte im europäischen Nachbarland
BeitragVerfasst: 8. Mai 2013 23:39 
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Hallo ihr Lieben

ich wusste nicht genau wo ich das hier posten soll, aber fand es dann doch hier im Verhütungsfaden passend. Bei uns war gestern dieser Artikel in der Zeitung:

http://www.irishtimes.com/news/health/a ... sense-of-déjà-vu-1.1382006?page=1

(der Fall Savita, von dem auf Seite 3 berichtet wird handelt von der Frau, die hier neulich gestorben ist, weil ihr Fötus am Absterben war und sie keinen SS-Abbruch bekommen durfte.)

Ich denke, einige finden das bestimmt interessant. Immerhin ist das in Europa, nicht in nem Entwicklungsland. Und ich denke wir alle vergessen oft wie gut es uns geht mit all unseren Möglichkeiten und unserem Wissen rund ums Verhüten. Es ist sicherlich nicht perfekt, aber nach dem Lesen dieses Artikels hat sich bei mir eine sehr tiefe Dankbarkeit eingestellt dafür, dass ich nie mit solchen Beschränkungen konfrontiert war in meinem Leben!! *sonne*

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 Betreff des Beitrags: Re: Verhütungsgeschichte im europäischen Nachbarland
BeitragVerfasst: 9. Mai 2013 13:00 
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Da ich heute auf meiner Seite darum gebeten wurde mal den Artikel zusammenzufassen für diejenigen, die des englischen nicht so bewandert sind, werde ich meine Erläuterung einfach mal hier her kopieren, damit alle, die hier gucken auch was davon haben:

Zitat:
In dem Artikel geht es darum, dass eine einfache Frau vor 40 Jahren dafür gekämpft hat, dass Verhütungsmittel in Irland benutzt werden dürfen. Der Artikel würdigt ihr Durchhaltevermögen und zeigt einige der Kommentare, die sich hat über sich ergehen lassen müssen im Gerichtssaal, wie zum Beispiel
"Könnt ihr nicht einfach wie Bruder und Schwester zusammen leben?"
Und ich fand den Artikel auch gut, da er Verhütung als partnerschaftliches Problem gezeigt hat. Also den Effekt einmal auf die Frau von der Gesundheit und der psychischen Belastung mit so vielen Kindern, dann den Effekt auf den Mann, der die alle ernähren soll, und dann den Effekt auf die Partnerschaft, wo ein Mann seine Frau liebt und seine Frau liebt ihn auch, aber wegen SS-Angst ist seit 4 Monaten nix mehr gelaufen, dann schwabt das Fass über und sie tuns aber dann verbringen sie den Rest ihres Zyklusses damit sich vor einer SS zu fürchten.

Der Artikel ist auch daher interessant, da ja gerade Abtreibung hier per Gesetz geregelt wird. Auf Seite 3 des Artikels wird darauf eingegangen. Der Fall Savita, von dem dort berichtet wird, handelt von einer Frau, die vor wenigen Monaten gestorben ist, da ihr eine Abtreibung eines lebensunfähigen Fötuses verwehrt wurde, da es keine Gesetze gibt, die Abtreibung regeln. Der behandelnde Arzt wäre im Gefängnis gelandet hätte er den Fötus entfernt. Die Frau ist an den Folgen der darauffolgenden Blutvergiftung gestorben. Ihr Ehemann verklagt den irischen Staat. Jetzt wird es hoffentlich bald ein Gesetz geben, dass auch oder vor allem für Ärzte Klarheit schafft.

Seit 20 Jahren, seit dem sogenannten 'x case', also Fall X (einer 14 Jähirgen wurde nach einer Vergewaltigung die Ausreise nach GB versagt um dort eine Abtreibung machen zu lassen), dass im Falle einer Gesundheitsgefärdung der Mutter eine Abtreibung erlaubt sein sollte (bzw die Ausreise zu dem Zweck). Aber seitdem hat sich jede Regierung geweigert ein entsprechendes Gesetz zu erlassen. Bis jetzt der Ehemann der verstorbenen Frau den irischen Staat verklagt hat.

Interessant daran ist, dass die Gegner des Abtreibungsgesetzes genau die gleichen Argumente benutzen wie damals die Gegner der Verhütung.
Mich hat der Artikel mit einer tiefen Dankbarkeit ergriffen, dass ich Verhütung und die damit verbundenen Freiheiten als selbstverständlich begreife.

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 Betreff des Beitrags: Re: Verhütungsgeschichte im europäischen Nachbarland
BeitragVerfasst: 9. Mai 2013 13:08 
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NFP-Prinzessin

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Danke fürs verlinken!

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Liebe Grüße von Zilla


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 Betreff des Beitrags: Re: Verhütungsgeschichte im europäischen Nachbarland
BeitragVerfasst: 9. Mai 2013 13:21 
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Inventar

Registriert: 6. Mai 2005 11:07
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Ich hab den Fall auch gelesen und bin erschüttert gewesen, habe es aber bei meinen ersten beiden FG am eigenen Leib erfahren und hätte beinahe sogar eine gute Freundin auf Grund einer Blutvergiftung in Folge einer nicht ausgeschabten FG verloren.

Eine weitere bekannte lief Wochen lang nach der Entbindung rum, und wartete darauf, dass ihre plazenta geboren würde...

Es ist einfach unfassbar, wenn man in Deutschland aufgewachsen ist, was für Zustände zum Teil noch da herrschen, dabei ist Irland ja bloss einmal um die Ecke und dann links.

Bei meiner 2. FG bekam ich ein Paar Info Blätter und wurde wieder heim geschickt. Fertig. Mit Totem Baby im bauch.
Bei der ersten war es fast noch schlimmer, weil ich blutete, wurde ich nicht untersucht. Dass ich nicht katholisch bin, kam auch nicht gut an.

Ganz mies ist an der miesen Versorgung auch die Art, wie da entbunden wird. Es gibt, so scheint mir, zwar einige hausgeburten, aber wer keine private Krankenversicherung hat und und öffentliche maternity hospitals muss, hat nur paar Stunden Zeit zu entbinden.

Ein ganz schlimmes, typisches Bild sind für mich zb auch die regelmäßig vorm rotunda hospital rum stehenden schwangeren, mit bauch der vermuten lässt, dass sie entbinden, mit Zugang am arm, Zigarette in der einen, bierdose in der andren Hand... Es wird da sogar immernoch von manchen Hebammen erzählt, dass regelmäßig guiness trinken gut für den Eisenhaushalt sei.

Wenn man bedenkt, dass man erst seit nicht mal 20 Jahren Ehen scheiden kann und dass der frontmann von u2 fast im Knast gelandet ist, weil er nen Kondom Automaten in seinem Club aufgehängt hat, kann ich nicht glauben, dass das nur ne gute flugstunde von uns entfernt sein soll.

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mit Lúthien als liebste Dreifachforenpatin auf Gegenseitigkeit NFP seit 2005 mit **, Großer Prinzessin '06, *, Junior Jediritter '09, Mini Horseman '12 und dem Überaschungs Mäuschen '15, und Abschieds ** Eines Tages werden wir sterben, Gwen.-Ja, aber alle anderen werden wir leben. Your wings were ready, but my Heart was not


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 Betreff des Beitrags: Re: Verhütungsgeschichte im europäischen Nachbarland
BeitragVerfasst: 9. Mai 2013 13:31 
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NFP-Guru

Registriert: 28. März 2010 22:17
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Aisling hat geschrieben:
Dass ich nicht katholisch bin, kam auch nicht gut an.


Darf ich fragen wo du Probleme damit hattest? Warst du da im Ausland?

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 Betreff des Beitrags: Re: Verhütungsgeschichte im europäischen Nachbarland
BeitragVerfasst: 9. Mai 2013 13:47 
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Inventar

Registriert: 6. Mai 2005 11:07
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Ich habe 4 Jahre in Irland gelebt, und wurde, als ich mit einer FG in einer irischen Klinik sass, zu meiner Religion befragt. Mein damaliger, irischer Freund sagte dann, dass ich hätte sagen sollen, dass ich katholisch sei. Diesen Rat habe ich in der 3. Schwangerschaft (meine Große) befolgt und wurde wesentlich netter und einfühlsamer behandelt.

Bei der 2. FG hörte ich eine der Hebammen mit der andren darüber tuscheln, dass FGs bei Katholiken viel seltener vor kämen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Verhütungsgeschichte im europäischen Nachbarland
BeitragVerfasst: 9. Mai 2013 14:34 
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Beiträge: 1719
Aisling hat geschrieben:
Bei der 2. FG hörte ich eine der Hebammen mit der andren darüber tuscheln, dass FGs bei Katholiken viel seltener vor kämen.


:shock: :shock: :shock:

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 Betreff des Beitrags: Re: Verhütungsgeschichte im europäischen Nachbarland
BeitragVerfasst: 9. Mai 2013 14:44 
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Inventar

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Beiträge: 2193
Zu ihrer Verteidigung, da war noch nicht klar, dass mein baby tot war. Trotzdem hab ich in dem Land auf Grund seltsam ausgelegter Religion komische Dinge erlebt. Das Verhütungsthema basiert ja da auch hauptsächlich auf dem katholischen glauben.

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 Betreff des Beitrags: Re: Verhütungsgeschichte im europäischen Nachbarland
BeitragVerfasst: 9. Mai 2013 15:03 
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Aisling hat geschrieben:
Das Verhütungsthema basiert ja da auch hauptsächlich auf dem katholischen glauben.

Wie meinst du das?
Meine Erfahrung ist, dass mir überall die Pille entweder aufgezwängt oder hintergeschmissen wird. Hier braucht man ja keinen Gyn, jeder Wald- und Wiesen HA kann sie verschreiben, bzw in Health Centres braucht es nichtmal einen Arzt, da macht es die Krankenschwester (gleiches gilt für die Pille danach). Finde ich jetzt nicht katholisch/religiös. Gummis und Gleitgel gibt es zudem an jeder Ecke zu kaufen.
Meine Erfahrung ist außerdem, dass die Gesellschaft wesentlich sexualisierter ist als in Deutschland. Ich habe das immer darauf geschoben, dass die was aufholen müssen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Verhütungsgeschichte im europäischen Nachbarland
BeitragVerfasst: 9. Mai 2013 15:09 
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Inventar

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Ja, aber das war ja nicht immer so.

Dass sie Pille, die Pille danach und Kondome verboten war, ist ja so lange noch nicht her und das lag an der Religion. Zumindest hat man sich drauf berufen.

Das Jetzt, ohne medizinische Untersuchung etc hormonelle Verhütung zu verteilen, find ich höchst fragwürdig.
Kondome etc fand ich jetzt nicht prominenter als in Deutschland.

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 Betreff des Beitrags: Re: Verhütungsgeschichte im europäischen Nachbarland
BeitragVerfasst: 9. Mai 2013 15:20 
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Fingerwundschreiberin

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Nicht direkt Nachbarland, aber in Portugal wurde das niederlaendische "Schwangerschaftsabbruchsschiff" von Women on Waves von Kriegsschiffen bewacht und durfte nicht anlegen. Das war 2004!
Erst seit 2007 ist ein Schwangerschaftsabbruch in den ersten Wochen straffrei.


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 Betreff des Beitrags: Re: Verhütungsgeschichte im europäischen Nachbarland
BeitragVerfasst: 9. Mai 2013 15:34 
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Inventar

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Galt das Verbot für alle Abbrüche? Oder nur, wenn es 'der Frau nicht in den kram passte' ?

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 Betreff des Beitrags: Re: Verhütungsgeschichte im europäischen Nachbarland
BeitragVerfasst: 9. Mai 2013 15:44 
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Fingerwundschreiberin

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Beiträge: 831
Was ich gelesen habe waren Abbrueche erlaubt nach Vergewaltigung, wenn das Leben der Frau in Gefahr war oder das Kind schwer behindert.


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 Betreff des Beitrags: Re: Verhütungsgeschichte im europäischen Nachbarland
BeitragVerfasst: 9. Mai 2013 16:59 
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Inventar

Registriert: 6. Mai 2005 11:07
Beiträge: 2193
Verstehe. Das ist zumindest ein Rahmen, in dem ich das kontroverse und beide Seiten gewissermaßen verstehen kann - sprich die klassische Abtreibungsdiskussion.

Aber das Leben der Mutter wissentlich aufs Spiel zu setzen, verletzt schon die Menschenrechte....

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 Betreff des Beitrags: Re: Verhütungsgeschichte im europäischen Nachbarland
BeitragVerfasst: 9. Mai 2013 19:42 
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Fingerwundschreiberin

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Ich will und wollte hier nicht vergleichen, was "schlimmer" ist.
Ja, das ist vielleicht die "klassische Abtreibungsdiskussion", aber eine Diskussion die in Bezug auf die Gesetzesgebung in den meisten europaeischen Laendern halt schon vor deutlich laengerer Zeit gefuehrt wurde.

Ich finde es unvorstellbar, dass noch vor 6 Jahren Frauen und Aerzte vor Gericht und ins Gefaengnis kamen. Man entweder das Geld hatte und nach Spanien fahren konnte oder man sich grossen gesundheitlichen Risiken aussetzen musste, wenn man das Geld nicht hatte.

Das sowas noch bis 2007 in Portugal der Fall war wollte ich schreiben und einfach als Information, meiner Meinung nach passend, zum Threadtitel und Ausgangsposting hinzufuegen.


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