Alana hat geschrieben:
Was ist deine Motivation dich nach der Anwendersicherheit zu richten? Du gehst also davon aus, dass du Fehler machst bei der Anwendung?
Ja und Nein. Ich richte mich ja nicht nur nach dem Anwender-PI.
Also wenn du ganz konkrekt fragst, wie ich bei meiner Entscheidungsfindung vorgehe, dann bitte schön:
Ich informiere mich zu allererst generell über eine bestimmte Verhütungsmethode und versuche dabei eine möglichst breite Informationsbasis zu finden. Dazu suche ich auch (!) gezielt nach Quellen, von denen ich weiß dass sie
subjektiv eine Methode verteufeln oder bewerben wollen. Auf diese Weise erhält man wirklich eine Menge Informationsmaterial, auch solches, dass bei vielen anderen Quellen als beispielsweise nicht erwähnenswert gesehen oder übertrieben bzw. heruntergespielt wird.
Dann überlege ich, ob das für mich selber etwas wäre. Ob das mit meinem Gewissen, meiner Lebensweise, meiner Einstellung, meinem Budget und meiner Gesundheit etc. übereinkommt.
Was dann noch übrig bleibt, vergleiche ich gezielt miteinander anhand verschiedener Kriterien. Wie z.B. der Sicherheit, Fehleranfälligkeit, Aufwand, meinem persönlichen Einfluss darauf, dem PI, etc.
Meine Entscheidung fiel aus im mehreren Gründen gegen Kondome:
1. Ich finde dass sich Kondome absolut widerwärtig anfühlen, ebenso abstoßend riechen und ich will mit diesem schmierigen Schlauch einfach möglichst überhaupt nie in Berührung kommen, schon gar nicht, wenn es schön sein soll.
2. Das Sicherheitsrisiko bei Kondomen habe ich viel zu wenig selber in der Hand. Ich habe kaum Möglichkeiten das Risiko nach persönlichem Sicherheitsempfinden zu verringern, ausser vielleicht einem panisch übervorsichtigen Umgang damit, der den Spaß "wärendessen" vermutlich gut verdirbt. Materialfehlern o.ä. kann ich überhaupt nicht vorbeugen. Auch kann ich nicht, wie bspw. bei NFP, meinen Sicherheitszeitraum beliebig aussuchen (sprich eingrenzen). Ich muss mich im Moment der "Gefahr" auf das Kondom verlassen. Und geplatzte Kondome sind wahrlich keine Seltenheit. (Ein PI zeigt ja nur die daraus entstanden Schwangerschaften an, nicht die Anzahl geplatzer Kondome.) Wenn man so eine Panne überhaupt feststellt, dann meist erst hinterher und dann hat man bei dieser Methode die Bescherung immer gleich in sich und darf drauflos zittern oder gleich die PiDaNa einschmeissen.
3. Der Luxus den Partner komplett natürlich zu spüren und sich wärend dessen um absolut nichts kümmern zu müssen, ist bei Kondomen völlig dahin. Von der passenden Größe bis zum passenden Zeitpunkt des Überziehens sind Kondome ein nervig präsentes Dauerthema.
4. Das Geld. Ständig neue kaufen zu müssen ist weder sonderlich ökonomisch noch ökologisch.
Im Grunde ist jeder Nachteil davon mit NFP in einen Vorteil zu verwandeln. Warum ich diese Wahl getroffen habe sollte klar sein.

Damit möchte ich aber absolut niemanden das Recht entsagen eine völlige andere Wahl zu treffen. Die meisten Punkte sind schließlich meine absolut subjektive Meinung.
Das, was ich aber ernsthaft anhand der Fakten bezweifle ist, dass Kondome und NFP gleich sicher wären.
Alana hat geschrieben:
Man kann nicht automatisch davon ausgehen, dass die Anwendersicherheit steigen würde. Vielleicht nimmt sich ja der ein oder andere die Enthaltsamkeit am Zyklusanfang vor, hält es nicht durch.
Ich weiß dass PIs offenbar auf diese Art ermittelt werden. Dass z.B. auch das Nichtbenutzen eines Kondoms in den Kondom-PI einfliesst. Ich persönlich halte das für vollkommenen Schwachsinn, aber gut... ich denk mit die Regeln ja nicht aus.
Du hast schon Recht, man weiß nie wirklich woher die irgendwo angegebenen PI-Zahlen eigentlich kommen. Unter welchen Kriterien sie ermitteln wurden und ob das ein Anwender oder Methoden-PI sein soll.
Bei Kondomen wird der PI jedenfalls so gut wie nie mit 0,6 angegeben und wenn doch mal, dann steht meist explizit dabei "Methodensicherheit". Ist der anders angegeben PI dann automatisch ein Anwender-PI und alle anderen aufgelisteten PIs dann auch? Ich weiß es leider auch nicht.
