sprechstunde@dradio.de Zitat:
Sehr geehrte Damen und Herren der Redaktion von der "Sprechstunde",
mit Interesse habe ich das Interview mit Professor Dr. Peter Mallmann verfolgt.
Leider war ich von den Äußerungen des sogenannten Experten für Verhütung entsetzt.
Der Moderator war leider auch so schlecht vorbereitet, dass er den veralteten Aussagen des Professors auch nichts entgegenzusetzen hatte.
Für mich war das sehr enttäuschend, da ich grade vom Inforadio erwarte, dass richtige Informationen geliefert werden.
Mir geht es um folgende Aussagen:
Der Moderator fragte nach Alternativen zur Antibabypille, die genauso sicher sind. Er fragte nach Temperatur, Zervixschleim und Muttermund - dieses Verfahren ist die Methode sensiplan nach der AG NFP.
Der Professor ging weder darauf ein, noch erläuterte er die tatsächliche Sicherheit dieser natürlichen Methode.
Ich empfehle zur Auffrischung des Wissens um den Zyklus der Frau die Lektüre "NFP heute" von Elisabeth Raith-Paula, Petra Frank-Herrmann, Günther Freundl und Thomas Strowitzki. Darin wird erläutert, dass der Methoden-PearlIndex der Pille ähnlich ist ( nämlich 0,4), aber hier wird ebenso erläutert, dass der AnwenderPearlIndex sich zwischen 04 und 2 bewegt, wogegen der AnwenderPearlIndex der Pille 8 beträgt.
Eine Frau braucht für die Anwendung der Methode sensiplan weder einen regelmäßigen Zyklus (ganz im Gegenteil, bei unregelmäßigen Zyklen kann die Frau sehr gut erkennen, in welcher Phase des Zylus' sie sich grade befindet und muss keine Angst vor einer Schwangerschaft haben), noch "passt man auf". Die Frau weiß nach etwa drei Übungszyklen sehr genau, in welcher Phase sie sich befindet und benutzt dann in Absprache mit dem Mann zusammen ein mechanisches Verhütungsmittel oder bleibt enthaltsam. Mit "Aufpassen" hat die Methode sensiplan gar nichts zu tun.
Das Argument des Professors, dass die Methode von unseren Großmüttern angewendet wurde, hat insofern nichts mit der Methode sensiplan zu tun, als dass die Verbreitung dieser erst mit Döring (1950) und später mit Rötzer (1960er Jahre) geschah. Dass der Pfarrer Hillebrand in den 30er Jahren die Basaltemperaturmessung als Empfängsnisregelung empfahl, dürfte eher weniger Paare erreicht haben.
(Übrigens basiert die Pille auf der Entdeckung, dass die hypertherme Phase unfruchtbar ist. Carl Djerassi hat daraus dann die Pille entwickelt, indem er diese Phase künstlich nachbaute, Döring, Rötzer und die AG NFP haben darauf verlässlichere und natürliche Methoden entwickelt.)
Ich bin insgesamt sehr enttäuscht von der Sendung und habe nach dem schlechten Interview mit dem Professor sofort ausgeschaltet. Eigentlich bin ich vom Inforadio mehr Qualität gewohnt.
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Gut feelings are guardian angels.
