Hallo zusammen,
dann reihe ich mich auch mal ein in den Kreis der Ex-Nuvaringlerinnen.
Ich bin 34 und habe seit ich 17 war die Microgynon genommen. Nach insgesamt über 9 Jahren (mit einer kurzen Unterbrechung) habe ich nach dem Ende einer langjährigen Beziehung seinerzeit die Pille abgesetzt und seitdem über 6 Jahre lang ausschließlich mit Kondomen verhütet. Ich hatte schon damals den Eindruck, dass die Libido schlagartig deutlich stärker war, nachdem ich die Pille abgesetzt hatte, habe mir aber immer eingeredet, dass das sicher nur an der langen Beziehung lag und da halt irgendwann einfach nicht mehr so viel läuft...
Mit einem neuen Mann in meinem Leben habe ich mich Ende letzten Jahres dann doch wieder für hormonelle Verhütung entschieden und die Wahl fiel zum einen aufgrund Bequemlichkeit, zum anderen aufgrund der angeblich so niedrigen Dosierung (...!!!) auf den Nuvaring.
Im Nachhinein muss ich sagen: Das war die dümmste Entscheidung seit langem!
Die ersten drei Ring-Wochen lang hatte ich permanente Zwischenblutungen, die Libido verabschiedete sich innerhalb kürzester Zeit vollständig, ich war nur noch müde, gereizt, weinerlich und hing komplett antriebs- und motivationslos auf der Couch rum. Selbst zu gelegentlichen Spaziergängen war ich kaum zu bewegen. Der Kracher kam dann allerdings zum Jahreswechsel in Form einer tiefen Beinvenenthrombose, dank derer ich nun erstmal 6 Monate lang Gerinnungshemmer schlucken darf! Nach gerade mal 4 Wochen Nuvaring!!!
Interessanterweise haben mir die Herren aus der Angiologie in meinen Befund geschrieben, die Thrombose sei "am ehestens idiopathisch" (der Assistenzarzt war so freundlich mich aufzuklären, das hieße soviel wie "wir wissen die Ursache nicht"), es könne aber EVENTUELL auch vom Nuvaring kommen.
Meine FÄ hat sich da nicht wirklich klar zu geäußert, mir allerdings aufgrund der Thrombose eindeutig und ein für allemal Hormon-Verhütungs-Verbot erteilt, sobald ich die Gerinnungshemmer absetze.
Ich hatte im Vorfeld zu meinem Besuch bei ihr schon ein wenig nach Alternativen gegoogelt und war auch über NFP und die sympto-thermale Methode gestolpert und völlig baff, als ich den Pearl-Index gelesen habe. Sicherheit auf Pillenniveau? DAS war mir völlig neu! WIRKLICH (ausgesprochen positiv) überrascht war ich dann, als mir meine FÄ dann doch tatsächlich als allererstes genau das als Alternative vorschlug.
Da ich während der Einnahme der Gerinnungshemmer auf jeden Fall eine SS ausschließen können muss, habe ich mir halbherzig erstmal noch als Übergangslösung ein Rezept für die Microgynon, mit der ich ja in der Vergangenheit ganz gut klargekommen war, ausstellen lassen, aber als ich abends zu Hause war, stand die Entscheidung fest:
Der Ring kommt raus, und zwar SOFORT und das Pillenrezept wird nicht mehr eingelöst. Stattdessen habe ich noch am selben Abend N&S sowie ein Thermometer bestellt. Und ich bin überzeugt: Das war die einzig richtige Entscheidung. Innerhalb von nicht mal zwei Tagen war ich wie ausgewechselt. O-Ton mein Freund: "Du bist ja wie ein neuer Mensch!" Recht hat er.
Leider kämpfe ich nun aber wohl gerade mit den Nuvaring-Nachwirkungen in Wechselwirkung mit den Gerinnungshemmern... die anfänglich völlig normale Abbruchblutung nach Absetzen des Ringes hat sich in ein absolutes Schlachtfest verwandelt. :/
War deswegen sogar schon bei meiner FÄ, die aber keine organische Ursache feststellen konnte, meinte, es läge an den Gerinnungshemmern, mir eine Hirtentäschel-Urtinktur mitgegeben und mich an den Arzt verwiesen hat, der mir die Gerinnungshemmer verschrieben hat.
Das Gesicht des Assistenzarztes war Gold wert, als ich ihm einen (natürlich noch verpackten) o.b super plus unter die Nase gehalten und ihm erklärt habe, ich hätte heute morgen mit Hilfe eines Wasserglases ermittelt, dass das gute Stück gut 30ml Flüssigkeit aufnehmen kann, woraus ich überschlagsweise errechnen konnte, dass ich im Laufe der letzten 48h über einen halben Liter Blut verloren hätte - und das fände ich dann doch etwas viel.
Nun darf ich mir die nächsten zwei Wochen statt Tabletten zu schlucken also zweimal täglich Heparin spritzen und hoffen, dass davon die Monsterblutung endlich wieder zurückgeht...
Am Wochenende habe ich auf alle Fälle fix N&S durchgeackert und nun angefangen morgens meine Temperatur zu messen und meine Kurve aufzuzeichnen. Mit Schleimbeobachtung ist dank der krassen Blutung momentan noch nix zu machen. Aber die ersten Zyklen werden jetzt sowieso erstmal nur Trockenübungen, um zu sehen, wie gut ich mit der Methode so klarkomme. Als zahlen- und statistik-affiner Mensch, der ich berufsbedingt bin, habe ich da aber eigentlich keine größeren Zweifel und bin gespannt, wie es laufen wird!