Hallo,
ich bin neu hier und suche eine Antwort auf eine Frage bezüglich der Zyklusauswertung.
Kurz zu mir - ich bin 30 und betreibe NFP seit 2008, bin also kein Neuling was die Sache angeht. Ich habe allerdings manches Mal sehr seltsame Zyklen, und insbesondere der letzte bereitet mir ein Wenig Kopfzerbrechen.
Ich habe zwei Möglichkeiten den Zyklus auszurechnen und tendiere zur zweiten, einfach aus dem Grund weil es mir logischer erscheint. Das erste Szenario scheint allerdings eigentlich den Regeln nach korrekt ausgewertet zu sein, außer ich habe eine Regel übersehen, oder eine bestimmte Bedingung. Da ich mich aus beruflichen Gründen im Moment nicht in Deutschland befinde und somit auch mein Buch nicht zur Hand habe hoffe ich, dass mir hier vielleicht jemand weiterhelfen kann, oder aber mir einen offiziellen Kontakt nennen kann wo man diesbezüglich nachfragen könnte.
Das Szenario 1 sieht folgendermaßen aus:

Wenn ich mich nicht irre, dann sollten die Tage 21 bis einschließlich 26 den 6er-Block bilden, aus welchem die höchste Temperatur die an Tag 22 mit 36.65ºC ist. Nun liegt die Temperatur an Tag 27 0.05ºC über der von Tag 22, wäre somit also die ehM. Die zwei Folgetemperaturen liegen zwar über der Hilfslinie, aber nur das Minimum. Der Wert von Tag 29 erreicht die geforderten 2/10 über der Hilfslinie nicht, also muss noch ein weiterer Tag abgewartet werden der aber keinen wirklichen Richtwert hat sondern nur über der Hilfslinie sitzen muss, was er in diesem Fall mit 0.05ºC ja auch tut. Also wäre die Kurve (theoretisch) nach den Regeln ab hier korrekt ausgewertet, außer wie gesagt ich vergesse etwas ganz Essentielles.
Da die Temperatur danach jedoch wieder unter die Hilfslinie fällt und es später einen weiteren Anstieg gibt bin ich eigentlich eher der Meinung dass Szenario 2 richtiger ist. Auch weil meine Gelbkörperphase meistens so um die 12 Tage lang ist, plus/minus einen Tag.

Ich sollte noch erwähnen dass die Blutung die in der Mitte des Zyklus zu sehen ist meiner Meinung nach kein Grund ist diesen zu teilen. Einfach weil meine Zyklen in der Länge zwischen 35 und 45 Tagen schwanken, wie immer mal ein Bisschen länger oder auch mal etwas kürzer. Und diese sind immer ohne Probleme deutlich auswertbar, oder aber ganz offensichtlich anovulatorisch. So eine Gradwanderung wie mit diesem Zyklus ist mit jedoch noch nicht untergekommen.
Ich habe auch in den letzten paar Zyklen immer wieder mehrere Tage mittendrin wo es stärkere Zwischenblutungen gibt, die sich aber allesamt von meinem eigentlichen Periodenmuster unterscheiden das sehr viel stärker ausgeprägt ist. Ich nutze nur immer die Anzeige für die Blutung und schreibe nicht S+ hin, weil definitiv mehr Blut vorhanden ist als man es bei einer evtl. Eisprungsblutung erwartet. Es ist auch häufig sehr Schmierblutungs-artig, aber in sehr großer Menge. Viel zu viel um eine Eisprungsblutung sein zu können.
Nun stellt sich die Frage ob es eine Regel gibt die entweder besagt dass nach einem Fall wie in Szenario 1 die Auswertung für ungültig erklärt wird weil die Temperaturen nicht wirklich deutlich über der Hilfslinie liegen, oder ob es schlichtweg Ermessungssache ist ob man das ignoriert und bei Verhütungswunsch lieber noch abwartet und deswegen das zweite Szenario wählt.
Wie gesagt, über eure Meinung würde ich mich freuen, und wenn irgendwer eine offizielle Regel hat die ich eventuell übersehen habe oder mir sonst ein Fehler unterlaufen ist - bitte melden!

Vielen lieben Dank im Voraus!