NFP ist die einzige Verhütungsmethode, die der Vatikan explizit empfiehlt, und die Marke selbst ist Eigentum der Malteser (die ja auch katholisch sind). Das Regelwerk selbst besagt, dass ich mich nur auf die Methoden- und Anwendungssicherheit berufen darf, wenn ich mich an die Regeln halte, und die besagen nun mal, dass man in der fruchtbaren Zeit enthaltsam ist. Wenn man das nicht ist, ist's kein sensiplan.
Ich habe übrigens in der Beraterinnenausbildung gelernt, dass es in Österreich ein Dokument der Bischofskonferenz gibt, die sog. Maria-Troster-Erklärung, die besagt, dass es im Ermessen des Ehepaares ist, ob sie die "kleine Sünde" der Verhütung begehen oder nicht. In jedem Fall wird man, wenn man verhütet, in Ö nicht von den Sakramenten ausgeschlossen. Dieses Wissen kann als Beraterin in einem katholischen Land durchaus hilfreich sein!!! Ich selbst bin ohne Bekenntnis, aber es steht mir als Beraterin in keinster Weise zu, über Glauben oder Nichtglauben meiner Klienten zu urteilen. Dass mich die Tatsache, dass ich einen Religionsblock hatte, nicht grad zu Freudenausbrüchen verleitet hat, kann sich jeder plastisch ausmalen

. Und dass ich eine andere Sichtweise hatte als der katholische Moraltheologe (der mir nach 15 Minuten den Mund verbeten hat mit den Worten "mit ihnen kann man nicht diskutieren" - ich hab mich königlich amüsiert), kann sich auch jeder bildlich vorstellen. Egal. Es ist Teil der Ausbildung. Ich kann ja auch nicht - wenn ich mein Kind in der Schule anmelde - sagen "ich will aber nicht, dass mein Kind den Englischunterricht besucht, denn ich will nicht, dass mein Kind diese Sprache lernt". Es ist Bestandteil des Lehrplanes. Und genauso ist es mit dem Religionsblock. Ein katholischer Dachverband organisiert die Ausbildungen und legt Wert darauf, dass es unterrichtet wird - wenn ich diese Ausbildung also mache, werde ich auch diesen Teil mitmachen müssen.
Wie man dann in der Beratungspraxis damit umgeht, ist in meinen Augen Sache zwischen Berater und Klient.
Ich selbst sage ganz am Beginn meiner Kurse, dass sensiplan eben nur dann sensiplan ist, wenn man in der fruchtbaren Zeit enthaltsam lebt. Und ich biete den Klientinnen auch an, dass wir über Barrieremethoden sprechen können, sage dann aber dazu, dass die Sicherheit dann eine andere ist.