Hallo!
Ich hab
hier einen (tschechischen) Artikel gefunden, in dem eine Ärztin den massenhaften Gebrauch hormoneller Verhütungsmittel anprangert und einige Folgen beleuchtet.
Ich versteh leider nicht ganz jedes Wort, aber vielleicht gibt es hier ja jemanden, der sehr gut Tschechisch spricht und noch Informationen ergänzen kann, die mir durch die Lappen gegangen sind.
Ich hab nicht alles wortwörtlich übersetzt, manchmal auch Informationen zusammengefasst, aber nichts grundsätzlich ausgelassen:
Helena Máslová: Ich wollte nicht unter dem Druck der Pharmafirmen arbeitenHelena Máslová ist Frauenärztin und wurde aufgrund ihres Artikels über den massenhaften Gebrauch hormoneller Verhütungsmittel in eine LDN versetzt (
soweit ich das verstanden habe, ist das eine Mischung aus Sanatorium und Hospiz/Palliativstation ... also da kommen sehr kranke bzw. chronisch kranke Menschen hin und viele sterben auch da ... scheint kein sehr beliebter Arbeitsplatz zu sein).
In dem LDN ist ihr bewusst geworden, wie viele Medikamente Menschen so ihr ganzes Leben lang schlucken. Einige der Senioren da haben regelmäßig mehr als 15 verschiedene genommen, wobei allerdings in Fachartikeln schon darauf hingewiesen wurde, dass mehr als 5 verschiedene Medikamente den Organismus Älterer schädigen. Und es geht nicht bloß um das Heilen von Krankheiten. Zu den zwei großen Pharmakagruppen, die buchstäblich kiloweise verschrieben werden, gehören Antidepressiva und hormonelle Antikonzeptiva.
Diese zwei Produkte formen nicht nur die Hauptpfeiler des pharmazeutischen Absatzes, sondern spiegeln auch das Wesen der postmodernen Gesellschaft wider. Pharmafirmen ist es laut Helena Máslová gelungen (mit der Hilfe der Ärzte
aber da bin ich nicht ganz sicher), ein Klima zu schaffen, in dem es hocherwünscht und normal ist, Frauen ab Beginn der Menstruation mittels synthetischer Hormone zur künstlichen Unfruchtbarkeit zu führen und zu hoffen, dass sie sich eines Tages zur geplanten Empfängnis entschließen, die ihnen problemlos gelingt.
"Die Selbstverständlichkeit, mit der heutzutage bei uns hormonelle Verhütungsmittel auch 15jährigen Mädchen unter dem Vorwand der Aknebehandlung oder zum Korrigieren unregelmäßiger Zyklen verschrieben werden, hat leider auch seine traurige Logik: Wahrscheinlich gibt es keinen Gynäkologen, der noch nicht von einem lächelnden Pharmavertreter mit einem verlockenden Angebot besucht wurde", schrieb sie 2003 in ihrem Artikel. Eines Tages teilten sie ihr auf Arbeit trocken mit, dass sie von der Gynäkologie in die Innere versetzt wurde. Aber auch dort holte sie das Thema wieder ein. "Dort habe ich ein Mädchen mit Lungenembolie gesehen, dem niemand gesagt hatte, dass sie keine hormonellen Verhütungsmittel nehmen soll, wenn sie an venöser Thrombose leidet", erinnert sie sich. Und weil sie auch darüber schrieb, führte ihr Weg zur LDN.
Mit diesen Erfahrungen ausgestattet entschied sie, dass sie sich auf die nach Pharmaprodukten süchtige Welt nicht einlassen will. "Ich habe das Vertrauen in den Medizinmarkt verloren. Mit einer meiner Patientinnen habe ich zusammengerechnet, dass sie ein schlechtes Geschäft gemacht hat. Sie hat in den Jahren mit hormoneller Verhütung ca. 60.000 Kc [ca. 2.500 €] bezahlt, was dem Wunsch der Gesellschaft entgegenkommt, und ihre besten reproduktiven Jahre dem Wachstum einer Aktienfirma (nicht ihre eigene), dem Steuerzahlen und dem Wachstum des Bruttoinlandsprodukts gewidmet. Ihr Freund konnte ihre sexuelle Bereitschaft genießen, ohne das Risiko einer Verpflichtung einzugehen. Es war ihr Mittel zur künstlichen Unfruchtbarkeit, das zu einer dauerhaften Unfruchtbarkeit auch nach dem Absetzen führte. Sie hat also nicht nur ein schleches Geschäft gemacht, sondern auch dauerhafte Folgen und eine große Belastung für die Seele herbeigeführt. Ihr Freund hielt das Martyrium der künstlichen Befruchtung nicht aus und verließ sie. Aber auch die Gesellschaft hat daraus nichts gewonnen, weil diese Frau keinen zukünftigen Steuerzahler geboren und damit das Rentensystem einschließlich ihrer eigenen Altersrente gefährdet hat. Der Einzige, der dabei gewonnen hat, war der Hersteller und Vertreiber des Verhütungsmittels", schreibt die Ärztin.
Der Mainstream, der sich vornehmlich auf die betont erotische Rolle der Frau stützt, ist ihr zufolge gründlich eingeprägt. "Allein in Tschechien benutzen 1,4 Mio. Frauen [hormonelle] Antikonzeptiva, das ist über die Hälfte der fruchtbaren Frauen, und jährlich bezahlen sie dafür etwa 4 Mrd. Kc [ca. 164 Mio. €]. Völlig übersehen wird der Fakt, dass Östrogen (ein Hormon, das in hormonellen Antikonzeptiva enthalten ist) im Jahr 2008 unter den nachgewiesenen menschlichen Karzinogenen eingeordnet wurde", sagt Helena Máslová dazu.
Sich dem Mainstream unterzuordnen geht überhaupt nicht konform mit ihren Einstellungen zum Leben. Hinter jedem ihrer Fälle sieht sie immer noch den Menschen als einzigartige Schöpfung, dem geholfen werden muss. Auch deswegen hat sie sich schlussendlich in der Psychogynäkologie wiedergefunden, einem Spezialfach mit psychosomatischem Zugang. Die Ärzte behandeln hier nicht nur die Symptome, sondern bemühen sich, die Ursache der Krankheit zu finden - und die verbirgt sich oft im Kopf. Es löst wenig, dass hinter jedem Kranken sein Taten und Beziehungen stehen. Ich sage immer: Wenn vor 20 Jahren jemand Frau Vomáčková gesagt hätte, dass sie anstelle von Pillenschlucken versuchen sollte, ihr Leben zu verändern, müsste sie heute nicht abhängig von Beruhigungsmitteln sein", erklärt die Ärztin.
"Ich sehe täglich, dass ich Recht hatte"Auch in ihrer neuen Wirkungsstätte bestätigt sich, dass ihre Missbilligung des massiven Verschreibens hormoneller Antikonzeptiva richtig ist. In ihrer Sprechstunde lösen sich genau die Frauen ab, die die Pille ununterbrochen seit dem 16. Lebensjahr einnehmen. "Und jetzt können sie nicht schwanger werden. Sie haben nämlich nie richtig menstruiert. Bevor sich ihr Zyklus festigen konnte, haben sie ihn schon mit Hormonen gelenkt. Und erst nach dem Absetzen lernt ihr verwirrter Körper, normal zu funktionieren. Die Menstruation und die Psyche sind eng miteinander verknüpft und der Menstruationszyklus lässt sich auf dem psychosomatischen oder homöopathischen Weg schön hinkriegen, ohne die Notwendigkeit hormoneller Ingenieurskunst", erklärt die Ärztin. Aber beschuldigen wir nicht nur Ärzte und Pharmafirmen, die Ursachen sind nämlich oft tiefer und manchmal sogar in der Familie zu finden. "Die Botschaft, die die heutigen erwachsenen Frauen von ihren Müttern bekamen, war klar: Sieh bloß zu, dass du nicht mit 20 schwanger wirst, sonst verdirbst du dir dein Leben wie ich auch. Ihre Geschichte sieht nun jedoch so aus, dass sie mit 30 nicht schwanger werden können und ihre sorgfältig aufgebaute Welt zusammenbricht", sagt sie. Sie selbst ist Verfechterin einer heute eher alternativen Sicht auf das Mutter-Sein: Es ist besser, mit 20 während des Studiums schwanger zu werden als als gestresste 30jährige, bei der auch die dritte künstliche Befruchtung nicht anschlägt.
Der Debatte über die Tauglichkeit hormoneller Antikonzeptiva hat sich auch eine Diskussion über Geburten angeschlossen. Mit ihrer Meinung steht Helena Máslová weder auf der Seite der Verfechter von Hausgeburten noch auf der der Ärzte, die so etwas graust. "Mir würden Geburtshäuser gefallen, wo die Geburt so natürlich wie möglich ablaufen kann, damit ängstliche Fauen nicht traumatisiert werden", sagt die Ärztin. Ein weiterer Teil der Patienten, die zu ihr kommen, hat nämlich große psychische Beschwerden gerade wegen Geburtstraumata. "Wenn die Geburt nicht gelingt, empfinden sie das als ihre Schuld und kommen sich minderwertig vor, was sich auch in ihrem weiteren Leben widerspiegelt. Häufig kann hinter einer Scheidung auch eine vermasselte Geburt stehen", warnt sie. Und vor diesen Sachen möchte sie auch in Zukunft warnen. Beispielsweise bereitet sie ein Buch über die Problematik erhöhter spontaner Fehlgeburten vor und möchte ein Buch herausgeben über verschiedenste weibliche Strategien im partnerschaftlichen und Familienleben, die sich in den vergangenen Generationen beträchtlich verändert haben.
Vielleicht interessiert es ja die Eine oder Andere von euch, ansonsten war's eine nette Auffrischung der Sprache.
