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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 27. August 2012 23:18 
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Hochlagenjunkie

Registriert: 24. Januar 2010 19:01
Beiträge: 521
Ganz ehrlich? Beschneidung egal ob Junge oder Mädchen gehört verboten!! AUch wenn hier jetzt wieder viele mit religiösen Hintergründen kommen und mich verurteilen. Im Koran steht meiner Meinugn nach nix darüber, das eine Frau beschniten sein muss. Wie es in der Tora ist, weis ich leider nicht.
Aber es sind Kinder die sich nicht wehren können, höllenqualen erleiden müssen und was weis ich nicht noch alles ..... Wieviele Mädchen mussten deswegen sterben......
Ich bekomme Gänsehaut wenn ich das Wort höre.
Vor ein Paar Wochen kam auf irgendeinem TV Sender eine feierliche Beschneidung des Jungen. Also sie haben sie nicht gezeigt aber die Feier und Vorbereitungen usw .... Mädchenbeschneidung ist in einigen Ländern verboten wurden, wo es gehandhabt wird. Gemacht wird es trotzdem. Bei Jungs denkt da irgendwie niemand groß nach habe ich den EIndruck. Bzw. sehen es wirklich sehr sehr viele als "normalen" Brauch an. Zum Thema Hygiene. Wir leben alle in der Zivilisation mit fließend Wasser. Da sollte das kein Thema sein.
Wenn es bei Jungs aus medizinischen Gründen erfolgen muss, dann ist es ja völlig ok. Das ist für mich was völlig anderes und dann halt etwas notwendiges.
Ich kann es immer und immer wieder nur sagen. Kinder können sich nicht wehren

_________________
Bild Teenie*11/2011 und Sonnenschein *9/2015
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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 28. August 2012 10:55 
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Kurven-Rätslerin

Registriert: 11. Dezember 2009 23:53
Beiträge: 450
Alana hat geschrieben:
Fluffi hat geschrieben:
Es würde wirklich viel helfen wenn die Eltern der Kinder- Religion hin oder her- sich gestatten würden ihr Gehirn einzuschalten.


Nicht alle Eltern die ihre Söhne beschneiden lassen tun dies völlig unreflektiert. Ich bin mit dir einer Meinung, dass es nicht damit getan ist das mit der Religion zu begründen und es auf sich beruhen zu lassen.

Da sind noch viele Diskussionen nötig. Ich denke es trägt wenig zu einer guten Lösung der Problematik bei wenn man die betroffenen Eltern auf diese Art anfeindet. Auch wenn mir das schwer fällt es dir nicht gleich zu tun.


Ich war auch Deiner Meinung. Wie man am Anfang der Diskussion noch sehen kann.

Aber inzwischen denke ich, man kommt mit liebevollem Verständnis einfach nicht weiter. Da wird einem Kind oft noch ohne Betäubung ein Stück Haut am Penis abgeschnitten und das ist einfach abartig. Inzwischen glaube ich man kann gar nicht oft genug drauf hinweisen wie hirnverbrannt das ist.

Ich glaube dass man in dem Fall einfach klar sagen muss was Sache ist ohne Rücksicht auf Traditionen und Religion.
Den Hunden dürfen (mit Recht) die Ohren und Schwänze nicht mehr kupiert werden- aber den Menschenbabys schneidet man hochempfindliche Haut an den Geschlechtsteilen ab.
Egal wie ich da jetzt hin und her überlege, das kann mit nichts gerechtfertigt werden. Und den betroffenen Eltern zu signalisieren wie man das findet hat nichts mit "Anfeindung" zu tun. Aus falscher Rücksichtnahme nichts zu sagen um die Gefühle dieser Eltern nicht zu verletzen ist feige. Sich da vornehm raushalten weil man ja ein kulturell gebildeter und toleranter Mensch sein möchte: Feigheit.

Ein Umdenken wird nur stattfinden wenn das Bewußtsein der Menschen aufgerüttelt wird. Und da wird nix gerüttelt durch Verständnis. Ich verstehe das nicht- also signalisiere ich auch kein Verständnis, alles andere wäre Heuchelei. Anfeindung @Alena ist was völlig anderes in meinen Augen. Wenn man auf Missstände nicht mehr klar hinweisen darf weil man sofort in den Verdacht des "Anfeindens" gerät- so what. In dem Fall ist es die Sache wert- das Recht auf seelische und körperliche Unversehrtheit eines jeden Menschen. Dafür darf und muss man sich auch mal in die Nesseln setzen.

Mir ist es wurscht was religiöse Gemeinschaften an symbolischen Handlungen vollziehen ohne jemanden zu verletzen- da würde ich mich auch nie drüber äußern. Aber die Unversehrtheit eines Menschen steht für mich über religiösen Gebräuchen.

_________________
Wer in sich ruht, muss niemandem etwas beweisen. Wer um seinen Wert weiß, braucht keine Bestätigung. Wer seine Größe kennt, lässt den anderen die ihre.

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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 28. August 2012 20:53 
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NFP-Guru

Registriert: 28. März 2010 22:17
Beiträge: 2558
@ Fluffi
Ich bin voll und ganz deiner Meinung. Aber überzeugen musst du ja nicht mich. ICH würde das nie einem Kind antun. Ich fürchte nur, dass viele völlig auf stur schalten, wenn man ihnen gegenüber in diesem Ton argumentiert.
Du hast ansonsten völlig recht und mir schießen in etwa dieselben Dinge durch den Kopf.
Ich glaube nur in einer Diskussion, in der man jemanden zum Umdenken bringen will, haben z.B. Worte wie "hirnverbrannt" nichts zu suchen.

So sehr ich mich aufrege, so sehr ich mich abgestoßen fühl,e wenn ich weiß das Menschen das wehrlosen Kindern antun, ich möchte eine ernsthafte Auseinandersetzung damit nicht durch meine Ausdrucksweise unmöglich machen.

Ansonsten hat Höstkvinna schon etwas zu solchen Formulierungen gesagt.

_________________
Die Erde ist ein Nudelsieb


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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 28. August 2012 21:16 
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NFP-Gräfin

Registriert: 31. Dezember 2006 22:35
Beiträge: 4146
Wohnort: Mittelfranken
NFP seit: 1989-2008
Ich stimme dir zu Alana,
Sachlich bleiben ist sicher ein guter Weg. Wobei dies auch schon oft als Angriff angesehen wird.
Aber das ist dann nicht meine Angelegenheit.

LG

_________________
Tuscany, neurodivers , 60, mit Mann und 4 erwachsenen Kindern, seit 2009 ohne Eierstöcke, Brustkrebs 08 und 25


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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 3. September 2012 12:31 
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NFP-Gräfin

Registriert: 27. Januar 2010 19:30
Beiträge: 4308
Wohnort: Schweiz
Estreya hat geschrieben:
Würden Babies/Kleinkinder tätowiert und gepierct gäbe es auch einen Aufschrei in der Bevölkerung!
Ein Kind möchte sich später außerdem vielleicht von dieser Kultur distanzieren und ist für immer gebrandmarkt.

Es lassen doch aber viele Eltern ihren kleinen Töchtern Ohrlöcher stechen/schiessen. Ganz ohne Aufschrei in der Bevölkerung. - Moment, habe grade weitergelesen, in D ist das offenbar verboten. In der CH weiss ich es nicht, aber Fakt ist, dass viele eher kleine Mädchen hierzulande Ohrlöcher haben. Zu diesem Aspekt finde ich weiterführend auch dieses Posting von Dina sehr interessant.

Ich bin da total hin- und hergerissen und finde das Thema sehr schwierig. Grundsätzlich lehne ich körperliche, medizinisch nicht notwendige Eingriffe ab und stelle das Recht auf körperliche Unversehrtheit höher als das auf freie Religionsübung, aber ich denke auch, dass ich als Agnostikerin das Thema nicht wirklich nachvollziehen kann, also grade die Bedeutung für die jüdische Gemeinschaft, wo (las ich in einem Interview) die Beschneidung sehr wichtig ist und auch im Exil ein wichtiges Ritual war, um sich etwas zu bewahren von der Religionsausübung, ein identitätsstiftendes Element also. Ich lehne allerdings auch die Kindstaufe ab, die ja eine ähnliche Funktion erfüllt für manche Christen/innen, bin da aber nicht für ein Verbot.
Mein aufgrund einer Phimose im Alter von 5 oder 6 beschnittener Freund zuckte mit den Schultern und meinte: "Ich weiss nicht, was daran (= Beschneidung) schlimm sein soll."

Ich unterscheide aber sehr stark zwischen der Beschneidung der Vorhaut bei Jungen und der Beschneidung bei Mädchen (das, was so gängig darunter verstanden wird, ich wusste nicht, dass es da auch sehr viel kleinere Eingriffe gibt), das ist mE nicht vergleichbar, eine Penisvorhautbeschneidung stellt in meinem Verständnis keine Verstümmelung dar und verläuft in den meisten Fällen eher problemlos, so viel ich weiss, bei Mädchenbeschneidungen ist das allermeistens nicht so. Zudem sehe ich die Mädchenbeschneidung als Mittel, um Frauen zu unterdrücken und dass zum Beispiel in der jüdischen Kultur Männer mithilfe der Vorhautbeschneidung unterdrückt werden (mal abgesehen evtl. vom Eingriff selber) sehe ich bisher nicht oder nicht so stark.

Ich finde aber, ich kann und darf mir durchaus eine Meinung bilden auch über Dinge ausserhalb meiner Kultur, das ist ja bei Gesetzen fast immer so, dass sie von verschiedenen Kulturen/Religionen unterschiedlich bewertet werden. Generell finde ich es gut, dass es nun einen öffentlichen Diskurs gibt zu dem Thema, auch wenn der (von beiden Seiten her) oft ins Niveaulose abgleitet, leider.

Medizinische Gründe wie Hygiene usw. widerstreben mir allerdings als Argument für die Beschneidung, das ist mir irgendwie zu sehr "in die Natur gepfuscht zur Prävention". Andrerseits, klar, es wird ja auch zur Prävention geimpft und teilweise operiert usw. und da bin ich nicht für ein Verbot, obwohl ich sehr impf und Präventions-OP-kritisch bin.

Interessant finde ich, dass einige Spitäler in der Schweiz (das Kinderspital Zürich z.B.) jetzt warten bis die Sache in D geklärt ist, bevor sie weiterhin beschneiden (also ein Moratorium). Das hat sich in der Presse sehr verlaufen, obwohl das doch für einige Juden hier problematisch sein müsste (8 Tage sind ja keine lange Zeit). Schade, dass das wiederum hierzulande kaum diskutiert wird. Ich habe etwas recherchiert, im Kispi Zürich wird wieder beschnitten, allerdings müssen beide Elternteile einverstanden sein und das Kindeswohl wird abgewägt. Was auch immer das en detail bedeuten soll.

Was mich nun interessiert ist die Sache mit der Betäubung: Wird nun meist betäubt oder nicht und wäre es gegen religiöse Vorschriften, eine Betäubung vorzuschreiben (die ich für nötig halte)? Da werde ich sicher noch recherchieren. Und freue mich auch, wenn jemand, der das weiss, hier schreibt.

Nachträglich möchte ich noch anfügen, das ich weiss, dass auch muslimische Jungen beschnitten werden, da ich da aber noch viel weniger drüber weiss, habe ich in meinem Posting nicht darüber geschrieben.

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SarahLou und Oliver haben eine grossartige, kleine, gebärdende Tochter (03/2021) mit einem Sternengeschwister (9. Woche, 07/2017).
Statistik und Zyklusnummer sind nicht korrekt wegen diversen Unterbrüchen. Mit AVA-Armband und Geratherm unterwegs Bild


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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 3. September 2012 13:11 
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NFP-Prinzessin

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Wie du schreibst, ist das Stechen/Schießen von Ohrlöchern in D verboten. Ich heiße es auch nicht gut und stehe auch dazu bei Eltern, die das anders sehen - ich finde es dem Kind gegenüber grausam. Kleinkinder brauchen wirklich keine Ohrlöcher.


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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 3. September 2012 13:12 
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NFP-Gräfin

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Ja, aber dass Du und Andere dagegen sind, ist ja noch kein "Aufschrei in der Gesellschaft" ;-) Darum ging es mir. Ich heisse das auch nicht gut, wenn das Kind noch ganz klein ist.

edit: Da hier über ein jüdisches Ritual für Mädchen analog zur Beschneidung diskutiert wurde, könnte das Hollekreisch sein?

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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 3. September 2012 13:30 
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Moderatorin

Registriert: 26. Juli 2004 12:01
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SarahLou hat geschrieben:
Estreya hat geschrieben:
Würden Babies/Kleinkinder tätowiert und gepierct gäbe es auch einen Aufschrei in der Bevölkerung!
Ein Kind möchte sich später außerdem vielleicht von dieser Kultur distanzieren und ist für immer gebrandmarkt.

Es lassen doch aber viele Eltern ihren kleinen Töchtern Ohrlöcher stechen/schiessen. Ganz ohne Aufschrei in der Bevölkerung. - Moment, habe grade weitergelesen, in D ist das offenbar verboten.

Es ist in Deutschland nicht verboten, solange die Eltern einwilligen. Gerade gab es eine Debatte darum, nachdem es beim Piercen einer Dreijährigen Probleme gab: Ohrloch-Debatte.
SarahLou hat geschrieben:
Zu diesem Aspekt finde ich weiterführend auch dieses Posting von Dina sehr interessant.

Das Posting ist von mir. 8-)

SarahLou hat geschrieben:
Was mich nun interessiert ist die Sache mit der Betäubung: Wird nun meist betäubt oder nicht und wäre es gegen religiöse Vorschriften, eine Betäubung vorzuschreiben (die ich für nötig halte)? Da werde ich sicher noch recherchieren. Und freue mich auch, wenn jemand, der das weiss, hier schreibt.

Ich weiß nicht, wie es zahlenmäßig aussieht, aber es gibt aus jüdisch-theologischer Sicht beide Positionen (wie es ja auch jüdische Beschneidungskritiker gibt). Hier wird eine Betäubung als Standard bezeichnet, allerdings dürfen nichtärztliche Mohelim nur Salben, Zäpfchen o. ä. verabreichen, keine Spritzen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 3. September 2012 13:32 
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NFP-Gräfin

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Sorry Akelei, ich habe irgendwie ständige Verwechslungsprobleme mit Dir und Dina... :oops: *knutsch* Ich kann's nicht mehr editieren.

Danke für die Infos *sonne*

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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 23. September 2012 23:13 
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NFP-Königin

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Heute kam in der Ard eine kurze Dokumentation zum Thema Beschneidung. Ihr findet sie bei Interesse in der ARD Mediathek - Thema "Streitfall - Beschneidung", aber Achtung, es werden auch 2 Beschneidungen gezeigt, auch wenn man den eigentlichen Akt nicht sieht. Alleine zu hören, wie der Säugling jeweils schreit, das fand ich sehr erschütternd. :(

Edit: Was ich auch sehr schade finde: kaum wird in der Sendung Kritik geübt, dann antworten die jüdischen Menschen sofort es sei Antisemitismus. Ich finde es sehr schade, dass sich sofort hinter dieser Behauptung versteckt wird. Da machen es sich manche Juden teilweise ganz schön einfach in meinen Augen. Eine Diskussion auf Augenhöhe erscheint so gar nicht möglich.


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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 23. September 2012 23:37 
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NFP-Prinzessin

Registriert: 16. August 2005 23:04
Beiträge: 5884
Ich habe den Bericht ganz zufällig auch gesehen und habe das gleiche gedacht. Die jüdische Frau hat sich sofort defensiv in eine Opferrolle gedrängt (man könne sich in Deutschland als Jude nicht sicher fühlen). Mich hat das wirklich sehr genervt. Gegen Beschneidung zu sein hat mit Antisemitismus erstmal überhaupt nichts zu tun.


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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 24. September 2012 07:29 
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Kurven-Rätslerin

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Estreya hat geschrieben:
Ich habe den Bericht ganz zufällig auch gesehen und habe das gleiche gedacht. Die jüdische Frau hat sich sofort defensiv in eine Opferrolle gedrängt (man könne sich in Deutschland als Jude nicht sicher fühlen). Mich hat das wirklich sehr genervt. Gegen Beschneidung zu sein hat mit Antisemitismus erstmal überhaupt nichts zu tun.


Da stimme ich vollständig zu. Ich empfinde es immer als sehr schwierig. Sobald man irgendeine Anmerkung oder Kritik hat (nicht nur in Bezug auf Beschneidung) muss man sehr vorsichtig sein um nicht in die "Antisemitismusecke" zu geraten. Dabei finde ich ist es ist ein grosser Unterschied. Ich kritisiere ja nur die Handlung und nicht die Religion oder den Menschen als Ganzes (und dann auch noch die reine Existenz).

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Jenny mit tochter (´97), sohn (´98) Sommerkind (´11) ,geliebtem Sternenkind (18.SSW)und★(´14)
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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 25. September 2012 23:52 
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Kurven-Rätslerin

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Beiträge: 376
Ganz frisch: Justizministerin legt Gesetzentwurf zur Beschneidung vor - soll Körperverletzung sein, aber straffrei bleiben. Das Kindeswohl soll im Allgemeinen nicht gefährdet sein ... Artikel bei der Tagesschau, interessant auch die Leserkommentare dazu.
Knüller am Schluss des Artikels:
Zitat:
Der Präsident des Zentralrats der Juden, Dieter Graumann, sagte der Entwurf gehe auf viele Wünsche der Juden in Deutschland ein. Es sei ein gutes Diskussionspapier, das jedoch in Einzelfragen des Feinschliffs bedürfe. Die Debatte müsse nun endlich sachlich geführt werden. Dabei müssten auch die Gegner der Beschneidung mit ins Boot genommen und überzeugt werden.

Ich hatte mich kürzlich mal mit dem Thema befasst und ein paar interessante Links gefunden, darf ich die hier reinballern?
Child Circumcision: An Elephant in the Hospital
Mom, why did you circumcise me?
Snip-Snip
http://www.siegessaeule.de/artikel-arch ... orror.html
http://www.faz.net/aktuell/politik/inla ... 27726.html
Frequently Asked Questions About Circumcision
Religious Information

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Heute ist nicht alle Tage ...
Podcast-Idee hat wohl nicht so geklappt.
Wer die Freiheit aufgibt, um Sicherheit zu gewinnen, der wird am Ende beides verlieren. (Benjamin Franklin) [1632]


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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 27. September 2012 10:55 
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Moderatorin

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Beiträge: 12769
NFP seit: Juli 2005
Bzgl. der Links wäre es gut, wenn du auch noch eine kurze Beschreibung (ein, zwei Sätze) ibeifügen könntest, gerade bei so Links.

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Saruman believes it is only great power that can hold evil in check, but that is not what I have found. I found it is the small everyday deeds of ordinary folk that keep the darkness at bay. Small acts of kindness and love - Gandalf (aus The Lord of the Rings von J. R.R. Tolkien)


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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 27. September 2012 19:16 
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Kurven-Rätslerin

Registriert: 3. Februar 2010 22:46
Beiträge: 384
Wohnort: NRW
Ich finde sehr sehr gut, dass diese Debatte angestoßen wurde!!!
Im ersten Moment als ich davon hörte habe ich gedacht, dass das so "normal" ist und ja nur so ein kleiner Eingriff ist und wenn man das im richtigen Alter unter Betäubung macht, dass auch nicht so dramatisch ist. Aber dann habe ich eine Filmreihe (glaube auf Arte) über Frauenbeschneidung in Afrika gesehen und dann noch mal einen ganz anderen Blickwinkel bekommen. Was ich da unfassbar schlimm finde, ist für die meisten Menschen da so normal wie in den USA die Beschneidung von Jungen. Und die Gründe das zu tun sind genau so religiöser / traditioneller Natur wie die Beschneidung bei Juden und Moslems hier. Natürlich ist die Beschneidung von Frauen und Männern von den Auswirkungen und der Schwere des Eingriffes ein großer Unterschied aber die Wertigkeit des Eingriffes ist finde ich schon vergleichbar. In Deutschland werden diese Eingriffe bei Jungen zwar deutlich schonender gemacht als z.B. in den USA (das ist an Babys auf diese Art wirklich wirklich grausam), aber das macht meiner Meinung nach die Sache nicht besser (von medizinischer Notwändigkeit spreche ich hier ausdrücklich nicht!!!).
Ich bin dafür das ganz zu verbieten! Wenn man schon Ohrlöcher stechen bei Kindern als Körperverletzung rechnet, dann sollte das meiner Meinung erst recht als solche gewertet und verboten werden.

Das einzige wirkliche Problem dass ich daran sehe ist, dass dann die Kinder im Ausland unter vermutlich z.T. viel schlechteren Bedingungen beschnitten werden und das ist dann auch nicht im Sinne der Kinder.

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Julia ist planlos aber glücklich!


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