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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 17. Juli 2012 18:28 
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wohnt hier

Registriert: 26. April 2008 20:57
Beiträge: 1594
Ich danke dir, rbca. Lese mir heute Abend deine Links durch.
Ich kann trotzdem keinen Vergleich einer Zirkumcision gegenüber einer Klitoris"beschneidung" sehen, die ja ganz andere Probleme macht.


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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 17. Juli 2012 18:32 
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Moderatorin

Registriert: 14. Oktober 2008 00:39
Beiträge: 26849
Wohnort: mind palace
NFP seit: Oktober 2008
HollyGolightly hat geschrieben:
In welchem Kulturkreis macht man das so, nur die Klitorisvorhaut entfernen? Ich kenne es nur so, dass _zumindest_ ein Teil der Klitoris ebenfalls entfernt wird, was ja mit einer Teilentfernung der männlichen Eichel gleichzusetzen wäre.


... plus (Teil-)entfernung der Labien, plus Zunähen der Scheide und was weiß ich, was da noch alles gemacht wird. Von den Umständen, unter denen die jeweiligen Eingriffe stattfinden, mal wirklich ganz zu schweigen.

Niemand streitet ab, dass einige Männer unter den Folgen einer Beschneidung sehr lange zu leiden haben. Trotzdem ist eine Beschneidung nicht mit einer Genitalverstümmelung zu vergleichen. Unter dieser bzw ihren Folgen haben nämlich alle Frauen zu leiden, die sowas erleben mussten. Auch gibt es bei weiblicher Genitalverstümmelung keinerlei Fachdiskussionen darüber, ob das vielleicht doch medizinisch ein sinnvoller Eingriff sein könnte - im Gegenteil, Frauen können auch Jahre später noch an den Folgen dieser Sitte sterben.

Beschneidungen von kleinen Jungs sind ein Männlichkeitskult, Genitalverstümmelung das genaue Gegenteil, sie dienen der Unterdrückung und Unterwerfung von Frauen.

_________________
Wir befinden uns im Jahr 50 nach der Pille. Ganz Deutschland ist von hormoneller Verhütung besetzt. Ganz Deutschland? Nein! Ein von unbeugsamen Frauen bevölkertes Forum hört nicht auf, der Pille Widerstand zu leisten! Und das Leben ist nicht leicht für die hormonellen Legionäre, die als Besatzung in den befestigten Lagern Frauenarztum, Hebammum und Apothekum liegen...
Happy endings don’t exist, but here’s a pearl you may have missed: Every day can be a happy beginning.


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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 17. Juli 2012 18:36 
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Ersthelferin a.D.

Registriert: 8. Januar 2009 14:07
Beiträge: 6890
Es gibt durchaus Kulturen, die mehr Verstümmelung vornehmen als die Vorhautentfernung, nachzulesen hier

edit: und Athropologen vermuten, dass die Beschneidung bei beiden Geschlechtern die selben Wurzeln hat:
Kontrolle durch die Autorität (das funktioniert sowohl von Männer über Frauen, Frauen über Frauen als auch Männer über Männer und im Rahmen von Initiation > Zugehörigkeit > Religion) und Stigmatisierung der Sexualität (Geburtenregelung, Krankheitsverminderung,...)

edit2: ein umfassender Schutz der körperlichen Unversehrtheit in jedem Alter ohne medizinische Notwendigkeit würde auch endlich intersexuelle Kinder vor Beschneidung schützen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 17. Juli 2012 18:52 
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Inventar

Registriert: 20. Oktober 2008 09:26
Beiträge: 2109
Wohnort: da, wo die Sonne aufgeht
NFP seit: Oktober 2008
Ich finde es müßig über Herkunft und Vergleichsmöglichkeiten der Beschneidung zu debattieren. Vielmehr sollte man im Blick haben, dass es ein Eingriff in die Ausübung der Religion des Judentums und des Islams ist und was für Folgen das hat. Auch wenn es in den einzelnen Gruppen Gegner dieser Praxis geben mag, ist es nicht unsere Aufgabe von außen ein Verbot durchzusetzen. Sowas kann sich wenn dann nur innerhalb dieser Religionen entwickeln.
Tatsache ist auch, dass wir irren, wenn wir denken, dass wir bei unseren Kindern durch unsere Erziehung eine Art Weltanschauungsfreiheit bewirken können, damit es sich dann als Erwachsener eine Weltanschauung raussuchen kann. Deswegen bin ich für Beschneidung und für Kindertaufe, weil beides wichtige Initiationsriten in die verschiedenen Religionen sind. Religionen funktionieren nun mal auch über Riten und Zugehörigkeit/Abgrenzung. Beschneidung und Taufe sind geringe Übel gegenüber dem, was Vernachlässigung oder auch nur unsere noch so gut gemeinte Erziehung in unseren Kindern anrichten kann. Natürlich gibt es Männer, die unter ihrer Beschneidung leiden, aber auch hier sollte man genau hinschauen, wo da die Ursachen liegen usw. bevor man sie generell verbietet.

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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 17. Juli 2012 18:54 
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Kurven-Entwirrerin

Registriert: 21. August 2007 09:26
Beiträge: 1218
das ist nicht richtig. Die pharaonische Beschneidung ist das, an was Europäer denken wenn sie weibliche Beschneidung hören. Diese macht aber nur einen geringen Teil der Frauen aus die beschnitten sind. Die Yoruba in Nigeria praktizieren beispielsweise größtenteils "nur" Beschneidung der KlitorisVORHAUT mit oder ohne Entfernung der kleinen Labien (ähnlich invasiv wie die Beschneidung an Jungen). Und diese Frauen finden es TEILWEISE (so wie auch bei männlicher Beschneidung gibt es aber natürlich auch bei diesen Formen Frauen die darunter leiden) sehr anmaßend, wenn sie als arme, lustlose Frauen dargestellt werden. Unter diesen Vorurteilen leiden sie deutlich mehr. Und die Verwunderung darüber, dass das einerseits verdammt wird, aber andererseits Labien-Reduktions OPs in den USA boomen ist natürlich groß. Siehe z.B. hier http://nationalmirroronline.net/mobile/ ... 31886.html . Der entscheidende Unterschied ist aber: Die OPs werden in Deutschland/USA nur bei mündigen Frauen gemacht. Für Jungs setzt man aber andere Maßstäbe an und dafür gibt es keine objektiven Gründe, wenn man nur diese "leichten" Beschneidungsformen vergleicht (auch eine verrigerte Infektionsgefahr bei diesen Formen der weiblichen Beschneidung wird diskutiert, vor allem wenn die katastrophalen hygienischen Bedingungen bei der Durchführung der Beschneidung wegfallen).

@Sternenstaub: Du bist also auch für diese "leichten" Formen der weiblichen Beschneidung an Kindern aus religiösen Gründen? Siehst sie als geringeres Übel? Es geht den Gegnern der Beschneidung doch nicht um Wertfreiheit...


Zuletzt geändert von rbca am 17. Juli 2012 19:02, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 17. Juli 2012 19:01 
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Inventar

Registriert: 20. Oktober 2008 09:26
Beiträge: 2109
Wohnort: da, wo die Sonne aufgeht
NFP seit: Oktober 2008
Wenn es bei den Yoruba ein ähnlich fundamentaler Initiationsritus ist und die überwiegende Mehrzahl davon keinen nennenswerten Schaden davonträgt, wäre das logisch und folgerichtig. Beides kann ich aber nicht einschätzen, weil ich mich zu wenig auskenne damit. Deshalb ein vorsichtiges Ja unter den genannten Bedingungen.

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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 17. Juli 2012 19:01 
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wohnt hier

Registriert: 26. April 2008 20:57
Beiträge: 1594
höstkvinna hat geschrieben:
Beschneidungen von kleinen Jungs sind ein Männlichkeitskult, Genitalverstümmelung das genaue Gegenteil, sie dienen der Unterdrückung und Unterwerfung von Frauen.
ja eben und ich finde durchaus, dass...
Sternenstaub hat geschrieben:
Ich finde es müßig über Herkunft und Vergleichsmöglichkeiten der Beschneidung zu debattieren.
... es schon Sinn macht, auch das zu debattieren, wenn es aufkommt.


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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 17. Juli 2012 19:03 
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Kurven-Entwirrerin

Registriert: 21. August 2007 09:26
Beiträge: 1218
sie tragen Schäden davon: sie haben keine Labien und keine Klitorisvorhaut mehr. Und die Frauen, die darunter leiden?
Aber hier beißt sich die Katze natürlich in den Schwanz. Du bist jedenfalls die Erste die ich kenne, die bei der Sache wirklich konsequent auch zu den Folgen steht.


Zuletzt geändert von rbca am 17. Juli 2012 19:08, insgesamt 1-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 17. Juli 2012 19:07 
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Moderatorin a. D.

Registriert: 23. Februar 2009 12:05
Beiträge: 7638
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NFP seit: 12/2008
Rbca, könntest du deine Edits bitte kennzeichnen, dein Posting von oben hat sich im Sinn teilweise ziemlich geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 17. Juli 2012 19:09 
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Kurven-Entwirrerin

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Beiträge: 1218
sorry, ja, werde ich in Zukunft.


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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 17. Juli 2012 19:10 
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Ersthelferin a.D.

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@Vergleiche: Auch der Satz „Beschneidung und Taufe sind geringe Übel gegenüber dem, was Vernachlässigung oder auch nur unsere noch so gut gemeinte Erziehung in unseren Kindern anrichten kann.“ stößt mir etwas auf. Hier werden dann nämlich doch 2 Übel miteinander verglichen - zwar nicht männliche und weibliche Schicksale, aber ebenfalls ein „es gibt doch viel Schlimmeres“. Und zu glauben, bei Kindern, die in religiös geprägten Familien aufwachsen, würden nicht auch Fälle von Vernachlässigung auftauchen, ist meiner Meinung nach auch nur Wunschdenken.

@pro-re-nfplerin: das hatte ich ja schon erläutert, dass Beschneidung von Frauen nicht per se ein Unterdrückungsinstrument sein und die Beschneidung von Jungen nicht.
Trotzdem stimme ich darüber ein, dass ein Vergleich von Beschneidung von Jungen und Mädchen fat immer unangemessen ist, da es oft zu einer Verharmlosung der anderen Seite führt.

@Schaden: Da mögliche Schäden in der individuellen Anatomie liegen sind sie schwer vorhersehbar oder vermeidbar, es wird also Kollateralschaden miteingerechnet. Damit zu argumentieren ,„eine überwiegende Mehrheit“ hätte doch kein Problem, finde ich menschenverachtend.

Edit: umgekehrt könnte man Fragen: welche Schäden trägt ein Kind davon, wenn es sich später selbst zu einer Religion bekennen darf?
Unter Beschneidungsgegnern werden auch psychische Schäden im Bezug auf sexuelle Unversehrtheit formuliert, wenn solche Beschneidungen vorgenommen werden.

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Zuletzt geändert von thoe am 17. Juli 2012 19:13, insgesamt 2-mal geändert.

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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 17. Juli 2012 19:10 
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NFP-Prinzessin

Registriert: 16. August 2005 23:04
Beiträge: 5884
Ich finde es erschreckend, dass gerade Frauen in einem NFP-Forum diese Ansichten haben. Ist es nicht so, dass laut Studien, laut Packungsbeilagen, die allermeisten Frauen Hormone gut vertragen und glücklich damit sind? Na dann ist der Eingriff auch nicht besonders groß - Ärzte werden hier zustimmen. Wenn nun von Geburt an ein Hormondepot "einoperiert" würde bei allen Frauen (natürlich aus traditionellen, reloigiösen Gründen), das ab der Geschlechtsreife "wirken würde" und nur eine kleine Anzahl Frauen darunter leiden würden (nämlich die in diesem Forum) könnte man die zu Lasten der Ideologie vernachlässigen?


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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 17. Juli 2012 19:14 
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Moderatorin a. D.

Registriert: 23. Februar 2009 12:05
Beiträge: 7638
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NFP seit: 12/2008
Estreya, hast du denn Interesse an anderen Meinungen? Ich zB hab direkt als erstes geschrieben, dass ich Meinungsbildung dieses Thema betreffend schwierig finde, von daher fühle ich mich schon etwas angeprangert (?).

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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 17. Juli 2012 19:15 
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Kurven-Entwirrerin

Registriert: 21. August 2007 09:26
Beiträge: 1218
Danke Thoe, Menschenverachtend ist das richtige Wort.


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 Betreff des Beitrags: Re: Beschneidungsdebatte
BeitragVerfasst: 17. Juli 2012 19:17 
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NFP-Prinzessin

Registriert: 16. August 2005 23:04
Beiträge: 5884
Ich akzeptiere die Meinung, dass Beschneidungen erlaubt sein sollten nicht, nein. Und dagegen argumentiere ich auch.


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