OT an:
Leute, ich muss nochmal die Diskussion vom März hochholen, z. Thema Risiko der Pille/pharmagesteuerte Ärzte:
Ich möchte hier mal ganz dringend eine Lanze brechen für alle Frauenärztinnen und -ärzte, die uns, angepasst an unsere Lebenssituation und unseren Verhütungswunsch, kompetent und sicher beraten! Denn die gibt es eben auch, und ich gehe davon aus, dass sie im Mengenverhältnis nicht wie die Stecknadel zum Heuhaufen stehen. (oder seid Ihr echt
alle so unzufrieden mit Euren FÄ?)
Ich habe was gegen den Grundtenor, dass der Großteil aller FÄ so interesselos am Schicksal ihrer Patienten dargestellt wird und lediglich die Pillen verschreibt, die ihm die größten Geschenke der Pharmafirma sichert (die wenigsten Pharmafirmen machen so was übrigens noch, können die sich auch nicht mehr leisten, dürfen sie auch gar nicht mehr - o.k. ich weiß nicht, was inoffiziell läuft). Das ist ja fast eine Verschwörungstheorie!
Ich habe was gegen Angst- und Panikmache, wie sie leicht entstehen kann, wenn man solche Internetseiten wie "risiko-pille" liest. Ich will NICHT abwerten, was die Frauen dort an schlimmen Erfahrungen gemacht haben. Es ist aber wie in allen Foren, dass sich eben dort Keine einfinden wird, die nur positive Erfahrungen gemacht hat.
Dass bestimmte Pillen höhere Risiken haben als andere, ist mir auch klar. Dass man da auf die Beratung eines Arztes angewiesen, klar.
Ich bin jetzt aber mal ein bisschen teuflisch:

Wer den Eindruck hat, schlecht beraten zu sein, kann seinen Arzt wechseln oder sich eine zweite Meinung einholen, das kostet in unserem Gesundheitssystem nichts extra. Wer sichere Verhütung ohne eigene Denkleistung
will, sollte sich meiner Meinung nach hinterher nicht über NW beschweren.
Und: wisst Ihr eigentlich, wie sehr Rauchen das Thromboserisiko erhöht, und wie viele Frauen, die Hormone nehmen, trotz Aufklärung darüber es nicht schaffen, entweder auf das Eine oder das Andere zu verzichten? (ich möchte hier wiederum nicht unterstellen, dass die Frauen, die Thrombosen und Lungenembolien erleiden, ja alle rauchen und daher selbst schuld sind - es geht mir hier um das Stichwort "Eigenverantwortung")
Mir ist völlig klar, dass es beim Pillenverkaufen um Geld geht - aber kein Angebot ohne Nachfrage!
Ich weiß auch, dass viele FÄ schlecht informiert sind, ich weiß auch, wie lückenhaft z. T. die Ausbildung vor allem im Studium ist etc. pp. Ich finde halt nur, dass das oft sehr verkürzt hier rüberkommt. Und ganz ehrlich: so viel mehr verdient kein Gynäkologe, wenn er viel die Pille verschreibt - 1x pro Jahr einen zusätzlichen Kontakt, falls die betreffende Frau tatsächlich 2 x pro Jahr zur Vorsorge geht, wie bei Einnahme von Hormonpräparaten empfohlen. (Was man dafür bekommt, könnte ich raussuchen, ich sage Euch, es ist nicht viel...)
OT aus.