Der Körper bildet in der zweiten Zyklusphase Progesteron, ab der Nidation verhindert hCG, dass der Gelbkörper die Progesteronbildung einstellt. Progesteron ist für die Einnistung und Erhaltung der Schwangerschaft unabdingbar.
Levonorgestrel, ein künstliches Gestagen, das ähnlich wie Progesteron wirkt soll nun die Einnistung verhindern? Wie das?
Ich denke diese These kommt aus einem Analogieschluss zur Minipille, wo eine konstante Gestagengabe während der ersten Zyklusphase, wo eigentlich nur Östrogen die Gebärmutterschleimhaut aufbaut, den Gebärmutterschleimhautaufbau so nachhaltig stört, dass anschließend keine Einnistung mehr möglich ist.
Wenn man auf eine Nidationshemmung angewiesen wäre (wenn die Pille danach nach dem Eisprung genommen wird), ist der Körper aber bereits in der zweiten Zyklusphase.
Levonorgestrel (PiDaNa) hemmt die LH-Ausschüttung, allerdings nur dann, wenn das LH noch nicht angestiegen ist. Sie wirkt also nur wenn man sie mind. 36 Stunden vor dem Eisprung nimmt, Ulipristal (EllaOne) hemmt die LH-Ausschüttung auch noch dann, wenn der Anstieg bereits begonnen hat aber der Spiegel noch gering ist. 24-48 Stunden vor dem Eisprung ist aber auch sie wirkungslos (
"In contrast, in the cycles in which the UPA treatment took place on the day of the LH peak, when a significant rise in P had already occurred, follicle rupture followed within 24–48 h").
http://dx.doi.org/10.1093/humrep/deq157