Guter Artikel
Und ich kann leider nur bestätigen, dass da nix überspitzt ist, sonder alles den Tatsachen entspricht.
Ich sehe die Ursache darin ebenfalls in der großen Unsicherheit. Und ich will ganz ehrlich noch etwas hinzufügen: Wenn man Mutter wird, dann fühlt man sich auch tatsächlich plötzlich viel angreifbarer und unsicherer, als das davor der Fall ist. Ich halte mich für eine emanzipierte und selbstsichere Frau, aber die hohen Anforderungen, die in unserer Gesellschaft mit der Mutterschaft verbunden werden, haben auch mich im ersten Lebensjahr mit meinem Sohn oft sehr verunsichert und plötzlich gab es tatsächlich Momente, in denen ich meine eigenen Vorstellungen von unserem "Lebensentwurf" auch in Frage gestellthabe, obwohl ich mir zuvor ganz sicher gewesen bin.
Und so kommt es natürlich dazu, dass man anfängt, zu vergleichen, dass man sich schnell angegriffen fühlt, und schon beginnt der "Krieg der Mütter".
Ich kann jetzt sagen, dass ich hier selber auch eine Entwicklung durchmachen musste, und in einigen Teilschritten dieser entwicklung war ich da sicher auch nicht besser, als die Mütter, von denen ich mich oft so angegriffen gefühlt habe, denn die eigene verteidigung läuft eben bekanntlich am besten über den Angriff.
Das zu erkennen und zu reflektieren hat aber etwas gedauert und ich musste erst für mich selber damit ins reine kommen, dass an meinem Lebensentwurf in der Realtität zwar nicht alles so perfekt ist, wie ich mir das früher mal vorgestellt habe, aber ich trotzdem damit zufrieden bin.
Und erst, wenn man selbst soweit ist, seinen eigenen Lebensentwurf immer mal wieder zu hinterfragen, ohne dabei völlig aus dem Gleichgewicht zu kommen, dann kann man auch die Lebensentwürfe der anderen akzeptieren und teilweise sogar gut finden, ohne damit den eigenen Entwurf zu entwerten.