she hat geschrieben:
Ich hätte vermutet, dass ein Bildschirmpixel als kleiner, einzelner Pixelpunkt auf Papier übertragen wird? Dann müsste man ja nur noch beachten, ob man das Dokument in 100 % und nicht kleiner druckt. Wär das denn so schlecht zum handhaben?
Nein, nein, nein, das stimmt so gar nicht. Die Darstellung auf dem Bildschirm hat im Zweifelsfall nichts mit dem Druck zu tun, außer den gleichen Größenverhältnissen. Und wenn der Bildschirm falsch eingestellt ist, dann können sogar die noch verzerrt sein.
Ich versuch das mal ganz grob zu erklären:
Wenn man ein Digitalfoto mit einer Breite von, sagen wir mal, 800 Pixeln und einer Höhe von 600 Pixeln hat und es sich auf dem Bildschirm in 100% anzeigen lässt, dann ist jeder Pixel ein Bildpunkt auf dem Bildschirm. Nun kann es aber sein, dass bei einem Bildschirm die Pixel sehr nahe beieinander stehen (z.B. iPhone mit seinem Retina-Display, das 960 × 640 Pixel auf engstem Raum unterbringt), bei einem anderen (alter 15" Monitor mit einer ähnlichen Auflösung) allerdings die Pixel viel weiter auseinander sind. D.h. 800 × 600 Pixel passen locker auf einen iPhone Bildschirm, auf einem alten Bildschirm wir es aber drei mal so groß angezeigt … das ist schon mal das erste Problem.
Das nächste Problem ist, dass die Auflösung beim Druck von der Drucktechnik und von den Vorgaben der Druckerei abhängt. Üblicher Weise sind die Informationspunkte beim Druck aber immer noch deutlich enger zusammen, als auf Bildschirmen (eine Ausnahme ist die Plakatwerbung, bei der man die Druckpunkte bequem sehen kann, wenn man sich direkt davor stellt). D.h. wenn ein Bild am Bildschirm gut zu sehen und ohne sichtbare Pixel ist, dann kann es beim Druck in der gleichen Größe schon sein, dass man deutlich Pixel erkennen kann.
Und, da aller guten Dinge drei sind: Die Darstellung am Bildschirm hängt unter Umständen vom Monitor ab, genauso wie die Ausgabe im Druck von einem Treiber für den Drucker bzw. einer Software zur Erstellung der Platten abhängt. Es kann sein, dass am Bildschirm Linien dicker oder dünner dargestellt werden, als sie sind (oft auch nicht proportional zur Zoom-Stufe). Und es kann sein, dass die Druckerei z.B. einfach alle Linien unter einer gewissen Dicke auf eine gewisse Dicke hochrechnet. Zumindest letzteres scheint bei ePubli nicht der Fall zu sein.
Sorry für den Monolog und ich hoffe, ich habe jetzt niemanden mehr verwirrt also vorher.
Edit: Und sorry, ist echt nicht bös gemeint, she. Aber ich erschrecke einfach immer mal wieder darüber, dass Druck/Bildschirm-Grundwissen noch überhaupt nicht ins Allgemeinwissen übergegangen ist, obwohl wohl fast alle täglich mit beiden arbeiten.
