thoe hat geschrieben:
coffeebean hat geschrieben:
@thoe: war heute auch Thema in der Vorlesung und ich habe nachgefragt. Wenn man täglich so eine halbe Packung katzenpfötchen oder so isst, kann das schon klinische Relevanz erhalten; bei manchen bis 20 mm Hg Blutdruckerhöhung.
Danke.
Hm, aber über die relevante Menge in Bezug auf Hormone wurde nichts gesagt?
Leider habe ich es nicht geschafft, richtig gut zu recherchieren, da mir aber gerade einige AHA Effekte kommen weil ich fürs zweite examen lerne, wollte ich dir die nicht vorenthalten
Also Glyzyrrethinsäure hemmt ein Enzym das Cortisol (aktiv) zu Cortison (inaktiv) umwandelt. Das spielt insofern eine Rolle, als dass Cortisole relativ unspezifisch an alle möglichen Steroidrezeptoren gehen (Mineralocorticoid, Sexualhormonrezeptoren...). Z.B. wird in einer Aldosteronsensitiven Zelle Cortisol schnell inaktiviert, weil es gleich gut wie Aldosteron an dessen Rezeptor bindet (Aldosteron veranlasst grob gesagt den Körper mehr Natrium und damit mehr Wasser einzubehalten). In einer Aldosteron-insensitiven Zelle wird Cortisol nicht abgebaut. Eine Hemmung der Inaktivierung bedeutet also, dass der Wassereinbehalt über das physiologische Maß hinaus geht. Zudem noch sehr wichtig: wenn Natrium in der Niere zurückgeholt wird, geschieht das unter Rauswurf von Kalium. Und eine Hypokaliämie ist auch nicht so dolle (Müdigkeit, Muskelschwäche u.v. mehr). Also darf die Therapie wie gesagt nicht länger als 4-6 Wochen dauern und jemand der täglich so eine halbe Packung Lakritze verdrückt sollte sich überlegen den Konsum etwas einzuschränken.
Spironolacton ist z.B. ein Aldosteron-Gegenspieler, der sehr unselektiv auf Mineralcorticoide und Steroidrezeptoren anspringt. D.h. bei Männern kommt es zu Brustentwicklung und Potenzstörung, bei Frauen zu Hirsutismus und Amenorrhoe. Das Molekül hat eine große Strukturelle Ähnlichkeit mit Progesteron und Testosteron.
Wie gesagt, so richtig zufrieden bin ich mit der Ausbeute selbst nicht und werde die genaue Recherche bez. Sexualhormonen erst Anfang Dezember machen können (vorher def. keinen Kopf dafür) aber vielleicht ist es so etwas klarer geworden dass auch ein Naturprodukt stark in den Stoffwechsel eingreifen kann.