Hallo Ihr lieben,
ich habe leider gerade heute erst angefangen zu lesen und nun endlich die 24 Seiten durch - uff! Ich habe mich auch gleich für das Unterforum freischalten lassen (also den Antrag gestellt), wobei ich nun nicht genau weiß, ob ich wirklich noch helfen kann, da ich gerade gemerkt habe, dass Ihr die Projektleitungsfrage auf den letzten Seiten dann doch schon geklärt hattet.
Also, eigentlich wollte ich ursprünglich folgendes beitragen:
"
Ich habe Erfahrung in der Leitung von IT-Projekten und bin zertifizierte PRINCE2-Projektmanagerin.Wenn Ihr noch keinen Projektleiter habt, könnte ich meine Hilfe anbieten - allerdings habe ich andererseits als fast voll berufstätige Projektmanagerin mit 2 kleinen Kindern nur sehr wenig Zeit. Dafür fände ich das Projekt total interessant und würde es gern auf jeden Fall unterstützen. Der ideale Job für mich wäre eigentlich sowas wie ein Coach für eine Projektleiterin mit weniger Erfahrung, die im Prinzip den Job übernehmen würde und der ich bei allen Fragen und Problemen zur Verfügung stehen würde, bzw. auch am Anfang erst mal ein wenig Anschubhilfe geben könnte oder so."
Nun habe ich auch dies gelesen:
Clumsy hat geschrieben:
Morgen zusammen,
hmm, mag denn nicht noch jemand anders sich für Projektmanagement bewerben

Ehrlich gesagt, aus meiner eigenen Erfahrung heraus fände ich es auch sinnvoll, wenn Clumsy gerade
nicht die Projektleitung übernehmen würde. Natürlich nicht, weil ich es ihr nicht zutraue. So wie sie selbst es sich ja auch zutrauen würde, bin ich der vollen Überzeugung, dass sie dazu im Stande ist. Aber, um es kurz zu halten, ich habe als Projektleiterin auch schon mal zwei Rollen gleichzeitig ausfüllen müssen und habe damit schlechte Erfahrungen gemacht. Und Clumsy ist schon die Initiatorin, die "Eigentümerin" des Projekts und will auf der technischen Seite auch selbst mitarbeiten. Damit hat sie schon zwei Rollen und hätte dann drei. Das kann gutgehen, aber sowohl für Clumsy, als auch vermutlich für die anderen mitmachenden, wäre es meiner Erfahrung nach stressfreier, wenn man die Rollen trennt - ich persönlich fand damals das "auf zwei Stühlen sitzen" (denn so ist es in der Praxis dann oft) sehr stressig und oft auch unnötig kompliziert und in manchen Fällen erstaunlich uneffektiv.
Daher hätte ich eine Idee: Wir könnten uns von PRINCE2 anregen lassen. Ich sage nicht, alles nach PRINCE2 umsetzen, weil das für dieses Projekt vielleicht zu formal wird (allerdings kann man PRINCE2 sehr unterschiedlich interpretieren und im Prinzip beeinhaltet PRINCE2 nichts anderes als Grundprinzipien der Organisation eines Projektes mit dem sogenannten "gesunden Menschenverstand" - und dagegen ist ja nicht viel einzuwenden).
Und zwar sieht PRINCE2 ein sogenanntes "Project Board" vor.
Dort gibt es einen "Executive", das ist derjenige, dem das Projekt "gehört". Er hat im Zweifelsfall die letzte Entscheidungskompetenz, kann bei unlösbaren Fragen sagen: "So machen wir's jetzt, und Schluss" und bringt im Fall einer Firma das Geld bei. Bei einem OpenSource-Projekt entfällt das natürlich. Für diesen Posten eignet sich meiner Ansicht nach hervorragend, und eigentlich auch ausschließlich, das Ehepaar Clumsy.
Im Project Board gibt es weiters einen "User" oder "User Representative". Da wir hier alle NFP-Anwenderinnen sind, sollte der bzw. die gewählt werden. Der User Representative steht mit dem Executive und dem "Provider" (siehe unten) im Prinzip entscheidungsmäßig auf einer Stufe, nur in den absolut nicht klärbaren Fragen hat der Executive eben die letzte Instanz. Der User Representative sollte aber bevorzugt das Sagen haben, wenn es um die Anwendungsfragen geht (z. B. sowas wie "automatische Auswertung, ja oder nein?").
Dann gibt es noch den "Provider" oder "Provider Representative", das sollte der Teamleiter der Programmiererinnen sein. Der bzw. diejenige sollte auch gewählt werden unter allen, die zugesagt haben, sich für die Entwicklung gemeldet haben. Wäre meine Meinung, wenn jemand andere Vorschläge dazu hat, bin ich auch offen. Der Provider sollte bevorzugt entscheiden können, wenn es um technische Fragen wie z. B. "Java oder C++" oder sowas geht.
Das Project Board hat gemeinsam die oberste Entscheidungskompetenz und "unter ihnen" agiert der Projektmanager, der alles im täglichen Leben organisiert. Er hält bei allen wichtigen Entscheidungen Rücksprache mit dem Board und berichtet auch Abschnittsweise über Fortschritte. Er evaluiert die Risiken von bestimmten Gegebenheiten, stellt evtl. Szenarien auf und berät das Board darüber, welcher Weg (z. B. "Java oder C++" oder "automatische Auswertung ja oder nein" welche Vor- und Nachteile hätte, wofür er entsprechende Analysen anstellen muss oder jemanden finden muss, der das für ihn macht) und verlangt nach einer Entscheidung. Das Board muss natürlich nicht willkürlich entscheiden, sondern kann wiederum Umfragen starten etc. Der Projektmanager selbst hat keine Entscheidungsbefugnis, darf aber z. B. bei Umfragen natürlich mit abstimmen. Natürlich kümmert sich der Projektmanager auch um die Planung, Koordination der Teams, etc.
Diese Struktur hat sich meiner Erfahrung nach im Alltag sehr gut bewährt und hilft ganz sicher nicht nur in einer Firma, sondern ist auch auf eine ganz offene und freiwillige "community" wie unsere gut anwendbar, wenn man es entsprechend anpasst. Man kann auch agile Programmierung damit vereinbaren. Damit habe ich noch keine Erfahrung, aber mein Bruder ist ein SCRUM-Master und kann da vielleicht weiterhelfen, wenn wir uns dafür entscheiden würden.
So, und jetzt habe ich schon wieder so viel geschrieben, dass es am Ende vermutlich keiner lesen will

.
Also nochmal, ich hätte folgenden Vorschlag:
Wir organsieren das Projekt im Sinne von PRINCE2 (aber flexibel je nach den Gegebenheiten) und machen die oben genannte Organisationsstruktur mit:
-
Executive: Ehepaar Clumsy
-
User: Unter allen Anwenderinnen, die mitmachen, zu wählen
-
Provider: Unter allen Softwareentwicklerinnen zu wählen
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Projektmanager: Juliet
-
Co-Projektmanager und "Projektmanagement-Coach": Pingu
Vielleicht klingt das jetzt alles etwas "klugscheißerisch" - so ist es ganz sicher nicht gemeint, aber ich empfinde es schon so, dass sich beim Lesen des bisherigen Threads ein bisschen mehr "Struktur" fast aufdrängt. Und da ist das erste, was mir so einfällt, natürlich das, was ich gelernt und womit ich praktische Erfahrung gesammelt habe, deshalb habe ich es alles mal hingeschrieben.
Wenn Euch die Idee zusagt, biete ich mich, wie gesagt, gern als "Co-Projektleiter und Coach" an. Wenn Euch die Idee nicht zusagt, Ihr aber trotzdem an meiner Mitarbeit interessiert seid, stehe ich trotzdem gern zur Verfügung als Assistentin der Projektleitung oder was auch immer. Ich bin ganz sicher nicht beleidigt.
Gern können wir auch eine Umfrage machen über "Pingus Strukturvorschlag ja oder nein".
Liebe Grüße,
Pingu
P.S.: Entschuldigt das viele Englisch, ich kenne die Fachbegriffe auf Deutsch nicht, weil ich in einer internationalen Organisation arbeite. Wenn das gewünscht wird, treibe ich aber die entsprechenden Übersetzungen auf, damit wir deutsch darüber reden können.