Ich bin auch so ein armes Mirena-Opfer.
Das schlimme ist, dass auch bei mir all die negativen Symptome sehr schleichend kamen.
Ich hatte nach der Geburt unserer Tochter im März 2007 eine sehr sehr anstrengede Zeit, da mein Mann pausenlos Überstunden machen musste.
Darüber wurden wir mehr oder minder beide depressiv, er bekam schließlich einen Burnout.
Vor guten anderthalb Jahren war ich dann so fertig, dass ich mir tatsächlich Antidepressiva verschreiben ließ.
Um zumindest sexuell den Kopf frei zu kriegen, hielten wir dann die Mirena für eine tolle Idee.
Gut: November 2009 habe ich mir das Teil einsetzen lassen.
Dezember 2009 bekam ich Angstzustände, Panikattacken, Stimmungsschwankungen, Schlafstörungen, Fingerzittern und andere Wehwehchen.
Also habe ich erst mal die Frauenärztin gefragt, ob ein Zusammenhang zu Mirena bestehen könnte.
Diese stritt dies aber vehement ab, so dass ich davon ausging, dass meine Depression (..für die es zu dem Zeitpunkt schon keinen objektiven Grund mehr gab..) zum Selbstläufer geworden wäre und ich nun eben zusätzlich noch diese weiteren Symptome entwickelt hätte.
Ergo ging es mir immer schlechter, ich bekam schließlich immer stärkere Antidepressiva sowie Medikamente gegen Schlafstörungen.
Wirklich geholfen haben mir diese Präparate aber nicht. Ende vergangenen November konnte ich schließlich überhaupt nicht mehr. Ich hatte mittlerweile schwere Konzentrationsstörungen, war total saft- und kraftlos, jede Anstrengung war zu viel. Mein Nervenkostum war nicht mehr existent und ich bin wegen jeder Kleinigkeit ausgerastet. Ich konnte einfach überhaupt nicht mehr, erkannte mich selbst nicht mehr wieder.
Also wieder zum Neurologen gelaufen der dann meinte, ich sollte mal darüber nachdenken, in eine Nervenklinik zu gehen und mich "auf Kurs" bringen zu lassen.
Da habe ich dann erst einmal die Notbremse gezogen, meinen Job an den Nagel gehangen und war mir mit meinem Mann einig, dass ich mir wohl dringend Zeit für mich nehmen müsste, um wieder zu mir selbst zu finden. Dies tat mir auch im ersten Schritt sehr sehr gut und nach 3 bis 4 Wochen fühlte ich mich schon ein gutes Stück besser.
(Ach ja, die völlige Abwesenheit jed weder Libido hatte ich bzw. hatten wir natürlich auch auf die depressiven Zustände zurück geführt.)
Dann kam das Ende des Jahres und plötzlich taten mir meine Brüste so weh, wie noch nie in meinem Leben. Selbst der Milcheinschuss bzw. eine Brustentzündung die ich am Anfang des Stillens gehabt hatte, waren nicht so schlimm gewesen.
Irgendeine Stimme in mir sagte, frag mal Tante Google. So gab ich bei Google als "+Mirena +Brustspannen" ein. Dann folgte die Offenbarung.
Ich fand viele Beiträge in Foren von Frauen, die dieses Problem gehabt hatten. Und die darüber hinaus neben diversen körperlichen auch psychiatrische Beschwerden entwickelt hatten. So forschte ich denn weiter und irgendwann packte mich das blanke Entsetzen, da selbst mittlerweile die Firma Schering solche Zusammenhänge nicht nur nicht mehr bestritt sondern Ärzte sogar ausdrücklich anwies, Patientiennen über dieses Risiko aufzuklären. (Sogar in deren Beipackzettel sind diese Nebenwirkungen zumindest im Ansatz aufgeführt)
Am dritten Januar vereinbarte ich sofort einen Blitztermin beim Frauenarzt und habe die Spirale entfernen lassen.
Es kam sofort zu einer Abbruchblutung, anscheinend machte meine Gebärmutter ein erstes Freudentänzchen, dass sie dieses Hormonmonster los war.
Mir geht es von Tag zu Tag immer besser. Ich habe wieder gute Laune, gehe gelassen mit Mann, Kind und Alltagsproblemen um.
Und man höre und staune: Ich habe wieder bock auf Sex. Und das eigentlich täglich. Wo vorher die absolute Lustlosigkeit war (auch mir war Sex zu anstrengend geworden) ist der Trieb jetzt mit großer Macht wieder gekehrt.
Und so bin ich auch auf dieser Seite hier gelandet. Weil Hormone werde ich niemals wieder nehmen. Eine Kupferspirale kommt auch nicht in Betracht, da sie eine Form der "Dauerabtreibung" darstellt und da bleibt ja nicht mehr viel, wenn man Barrieremethoden auch nicht so toll findet.
Ach ja: Die Antidepressiva nehme ich seit dem Tag der Entfernung nicht mehr und sie scheinen nicht zu fehlen. Und ich schlafe wieder wie ein Stein.
