Estreya hat geschrieben:
Und die 1.hM gilt lebenslang, solange nichts anderes eingeführt wird in einer neuen Ausgabe etc. weil auch nichts Gegenteiliges in N&S steht.
Mir würde statistisch eine Konstellation einfallen, wo man die lebenslange Gültigkeit der 1.hM nicht wohl unbedingt annehmen muss. Nämlich dann, wenn sich der entsprechende Messwert vorher in kürzeren Zyklen wiederholt hat und mehrmals aufgetreten ist und dies später in einem vergleichbaren Zeitraum nicht mehr getan hat.
Diese Regel steht in NFP heute nämlich in folgendem Kontext:
Zitat:
Quelle: Natürliche Familienplanung heute, 4. Auflage, Seite 50:Wenn es zu einer Vorverlagerung gekommen ist, taucht immer wieder die Frage auf, wie lange ein früher Temperaturanstieg als Berechnungsgrundlage für die Minus-8-Regel berücksichtigt werden muss. Bei Analysen der Arbeitsgruppe NFP stellte sich überraschenderweise folgendes heraus:
- Vorverlagerungen um 3 Tage oder mehr vor die aus 12 Zyklen ermittelte früheste erste höhere Messung sind extrem selten
- Vorverlagerungen um 1–2 Tage bleiben, wenn sie auftreten, kein einmaliges Ereignis, sondern wiederholen sich in nächster Zukunft mit sehr großer Wahrscheinlichkeit: In 95% der Zyklen trat im darauffolgenden Jahr dieselbe frühe erste höhere Messung wieder auf, im Laufe von 2 Jahren sogar bei fast 98% der Zyklen.
Fazit: Es gilt immer die früheste erste höhere Messung aus allen – mindestens aber aus 12 Zyklen.
Die lebenslange Gültigkeit eines 1.hM resultiert offenbar also aus der Annahme, dass damit zu rechnen ist, dass sich dieser in einem größeren Abstand wiederholen wird. Wenn der Wiederholungszyklus jedoch kleiner war und der Wert schon mehrmals wieder hätte auftreten sollen, dann ist offenbar eine Änderung im Zyklus eingetreten.