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 Betreff des Beitrags: Jubiläum: Ein wenig bitter ist die Pille doch
BeitragVerfasst: 17. August 2010 21:11 
Jubiläum: Ein wenig bitter ist die Pille doch: Presse am Sonntag, 14.8.2010

Chemiecocktail statt Sex ohne Risiko: Nach 50 Jahren Antibabypille prägen potente Wirkstoffe, aber auch fehlende Aufklärung und weibliches Selbstbewusstsein die sexuelle Landkarte.

Was passiert, wenn man ein 17-jähriges Mädchen spontan mit der historischen Bedeutung der Pille für die weibliche Emanzipation konfrontiert? Mindestens eine Sekunde Stille am anderen Ende der Telefonleitung. Dann: „Ja, eh. Aber mir geht es vor allem darum, dass ich nicht schwanger werde.“ Kein Wunder – Antonia, Schülerin einer Wiener HBLA, wurde 33 Jahre nach der Markteinführung des ersten Pillenpräparats (18.August 1960) geboren und sieht das Thema Verhütung dementsprechend nüchtern. Den Begriff „Befreiung“ will sie mit ihrem Einstieg in die hormonelle Kontrazeption nicht unbedingt assoziiert wissen – nach einem halben Jahr Beziehung wollte sie schlicht mehr Sicherheit als mit Kondomen. Das tägliche Pillenschlucken empfindet Antonia als „nervig“ und als große Verantwortung, die sie nun, im Unterschied zu vorher, ohne ihren Freund trage.

Dass manche von Antonias Freundinnen bedenkenlos schon länger die Pille nahmen und einige wenige aus Sorge um Nebenwirkungen zögerten, reflektiert das statistische Gesamtbild, das man aus vielen Studien zimmern muss, ganz gut: Obwohl das Kondom vor allem bei Jugendlichen seit den 90ern an Anhängern gewonnen hat, ist die Pille 50 Jahre nach ihrer Erfindung immer noch das wichtigste Verhütungsmittel der jungen Frauen – und „Frauen“ ersetzt hier nicht grundlos „Paare“: Vom Ludwig-Boltzmann-Institut nach ihrem Verantwortungsgefühl befragt, gaben 74 Prozent der unter 45-jährigen Männer an, sich verhütungstechnisch auf ihre Partnerinnen zu verlassen. Von diesen verhüten im Alter von 15 bis 24 Jahren 52 Prozent mit der Pille (Gfk Austria, 2008), in Deutschland laut einer aktuellen Studie der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung unter den 20- bis 29-Jährigen sogar 72 Prozent.

Je älter und erfahrener die Frau, desto mehr gewinnen andere Verhütungsmittel an Anteil – vor allem Hormon- oder Kupferspirale. Die Spirale, das geringer dosierte Hormonpflaster sowie der Vaginalring werden aber auch vermehrt zur Option für jüngere Frauen. Die Meinung, dass eine Frau für die Spirale bereits gebärt haben muss, gilt weitgehend als widerlegt.

Zweifel an der Popularität. Wer sich unter Gynäkologen und Leitern von Beratungsstellen umhört, dem kommen dennoch Zweifel an der statistisch so unbeeinträchtigt wirkenden Popularität der Pille. Es scheint, als hätte die Diva der modernen Verhütungsmedizin zwar kaum an Verbreitung, aber einiges von ihrem Glanz eingebüßt: Von einer wachsenden Zahl gebildeter und älterer Frauen, die dem „Chemiecocktail“ Pille immer kritischer entgegentreten, berichten Experten im Gespräch mit der „Presse am Sonntag“ – einer von ihnen ist Johannes Huber, Abteilungsleiter an der Wiener Uniklinik für Frauenheilkunde. „Ich bemerke ein Zurückgehen des Interesses an hormoneller Verhütung und zunehmende Verwirrung rund um Hormonersatztherapien, beides wird stärker als Belastung verstanden – die Reproduktion ist im Körper der Frau aber so gut abgesichert, dass wir schlicht noch nichts besseres als die Pille haben.“

Keine Alternative? In puncto Alternativenlosigkeit treffen sich die Ansichten des Gynäkologen mit jenen von Beate Wimmer-Puchinger. Die Psychologin ist als Wiener Frauengesundheitsbeauftragte eine langjährige Beobachterin des Sexualverhaltens der Österreicher. Und als eine, die den befreienden Effekt der Pille als junge Frau selbst miterlebte, auch eine ihrer Verfechterinnen: „Natürlich denken besser gebildete Mädchen zunehmend über die Effekte von Hormonen nach, aber eine gleich sichere und praktische Alternative gibt es nicht – außerdem darf man die Bedeutung, die die Pille für die Lebensplanung von Frauen und die Möglichkeit hat, eine Beziehung vor Geburt eines Kindes reifen zu lassen, nicht vergessen“, so Wimmer-Puchinger. Den Eindruck, dass Pillenkonsumentinnen immer jünger würden, kann sie nicht bestätigen: Das „erste Mal“ erleben die meisten Jugendlichen im Alter von 15 Jahren, dies habe sich kaum gewandelt.

Skepsis bei Gebildeten. Dass das „Durchnehmen“ der Pille immer populärer wird, ist ein Trend, den Ärzte bestätigen: Die Blutung, die in den sonst pillenfreien Tagen eintritt, wird so vermieden. Ein Trend, der mit „zurück zur Natur“ nichts zu tun hat – was bei Betrachtung der weiblichen Population auch verständlich ist, weil die Auseinandersetzung mit der Wirkung verschiedener Substanzen eher ein Charakteristikum gebildeter Frauen ist. In die „First Love“-Sexualberatungsstellen, die seit 1992 traditionell eher Mädchen aus bildungsfernen Elternhäusern betreuen, kommt nach wie vor die Mehrheit der an Verhütung interessierten Mädchen wegen der Pille.

Trotzdem: Als Hintergrund der Pillenskepsis bei Gebildeteren lässt sich nicht nur eine generelle Tendenz westlicher Gesellschaften nennen, Körperprozesse naturwissenschaftlich zu bewerten (Stichwort gesund essen), sondern auch handfestere Sachverhalte: Der Konzern Bayer Schering Pharma, der zwölf von derzeit 40 Pillen am Markt erzeugt, sieht sich in den USA mit einer nie erlebten Klagewelle wegen von Pillen ausgelösten Thrombosen (Blutgerinnsel) konfrontiert. 2700 Klagen lagen mit 10.Juli aufgrund von Nebenwirkungen der Pillen Yaz, Yasmin und Ocella in den USA vor. Weltweit sind laut amerikanischer Gesundheitsbehörde FDA 190 Frauen gestorben.

Sammelklagen. Die Packungsbeilagen hat der Konzern ergänzt, in einer Stellungnahme gegenüber der „Presse am Sonntag“ geht man in die Defensive: Keine der Klagen beziehe sich auf eine im Beipackzettel nicht vermerkte Nebenwirkung, der Ursprung der Affäre liege in der „emotionalen“ Berichterstattung und bei „Anwälten, die den Lebensunterhalt durch Sammelklagen dieser Art bestreiten“. Beides – dass Anwälte mit Sammelklagen Geld verdienen und über junge kranke Frauen emotional berichtet wird – ist wenig überraschend. Trotzdem ist, angesichts der Masse an involvierten Medien und Juristen, die Formation einer überkritischen Anti-Pillen-Szene in den USA nicht ganz zu negieren. Der österreichischen Agentur für Ernährungssicherheit liegen seit 2002 16 Meldungen über thromboembolische Ereignisse vor, 2006 gab es sogar einen Todesfall.

Für Frauen ohne Veranlagung zur Thrombose kommt vom Gynäkologen Sepp Leodolter allerdings Entwarnung – er schätzt das Risiko, durch ein Blutgerinnsel geschädigt zu werden, bei Yaz und Yasmin als „nicht gefährlicher“ ein als bei anderen Pillen, spricht aber auch von schwierig vergleichbaren Daten. Und: Die Entwarnung gilt ausgerechnet nicht für jene Frauen, deren Bedürfnisse die Präparate ansprechen: die Übergewichtigen. Denn Yaz, Yasmin und Co. enthalten den Wirkstoff Drospirenon, dessen „Nebenwirkung“ es ist, den Körper zur Wasserausscheidung anzuregen. Das verhindert oft bemängelte Wassereinlagerungen – sollte aber bei übergewichtigen Frauen, die ohnehin ein höheres Thromboserisiko haben, Vorsicht auf den Plan rufen.

Wer sich mit Mängeln heutiger Pillen befasst, muss fairerweise auch die Verbesserungen nennen: Hormonell gesehen war „Enovid“ 1960 rund zehn Mal so stark dosiert wie heutige Präparate, außerdem bieten diese mittels neuer Gelbkörperhormone eine breite Palette positiver Nebenwirkungen: Hilfe bei Regelschmerzen, Akne, unregelmäßigem Zyklus oder zu starker Blutung. „Die Kunst, die Pille zu verschreiben, liegt heute darin, individuelle Wünsche zu beachten“, so Leodolter.

In puncto Krebsrisiko bei Pillenkonsumentinnen scheint die Diskussion noch lange nicht abgeschlossen: Eine britische Langzeitstudie, die über 36 Jahre 46.000 Frauen beobachtete, beurteilte die Pilleneinnahme insgesamt eher als gesundheitsfördernd als -schädigend, obwohl sich das Risiko für Tumore im Zentralnervensystem bei Langzeiteinnahme der Pille erhöhe. Insgesamt beruhigt Gynäkologe Leodolter dennoch: „Wir sehen kein statistisch signifikantes Brustkrebsrisiko, die Pille vermindert sogar nachweislich das Risiko für Gebärmutterkörper- oder Eierstockkrebs.“ An einer Pille, die das natürliche Östrogen Östradiol enthält, wird übrigens derzeit intensiv geforscht – sie lässt auf ein weiter verbessertes Risikoprofil hoffen.

Komplizierte Beipackzettel. Ob eine Frau letztlich das für sie beste Präparat wählt, hängt wohl auch von ihrem Informationsstand ab – genau an diesem Punkt setzen die Bedenken der Medizinsoziologin Sylvia Groth an. „Viele Frauen wissen nicht, was ihre Pille enthält und können negative Berichte daher schwer einordnen.“ Sie kritisiert auch die komplizierten Formulierungen auf Beipackzetteln, die oft „nur zur rechtlichen Absicherung, aber nicht als Hilfe für Frauen“ gedacht seien.

Noch ein Problemfeld beschreibt Groth, wenn man sie auf die gesamtgesellschaftliche Bedeutung der Pille anspricht: Sie habe zwar die Frage der Schwangerschaft geklärt – nicht aber jene eines selbstbestimmten weiblichen Lustlebens. „In Workshops in Schulen fällt uns immer noch auf, dass die Form der Sexualität oft von den Wünschen der Burschen abhängt. Da ist sicher noch Arbeit zu leisten“.

("Die Presse", Print-Ausgabe, 15.08.2010)


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 Betreff des Beitrags: Re: Jubiläum: Ein wenig bitter ist die Pille doch
BeitragVerfasst: 18. August 2010 09:32 
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Moderatorin a. D.

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*daumenhoch* - ein guter Artikel :-)

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 Betreff des Beitrags: Re: Jubiläum: Ein wenig bitter ist die Pille doch
BeitragVerfasst: 19. August 2010 08:49 
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Fingerwundschreiberin

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Hab gestern auch in den Salzburger Nachrichten was zur Pille gelesen (da war auch in Interview mit dem Erfinder, das ich aber nicht gelesen habe) und da waren ein paar Sätze, wo es mir die Haare aufgestellt hat:

Zum Thema Pille für den Mann:
Zitat:
Eine wissenschaftliche Lösung für diese Pille gibt es bereits. Aber warum ist die pharmazeutische Industrie nicht daran interessiert? Weil es kein gutes Geschäft ist und schwierig, die Folgen einer Langzeiteinnahme abzuschätzen. Die Frage, die jeder Mann stellen wird, ist, was für einen Effekt könnte die Substanz nach Konsum über 30 oder 40 Jahre auf meine sexuelle Potenz haben?


Aber wenn das die Frauen betrifft (und das viele schon nach einem kürzeren Zeitpunkt) ist das egal, oder wie?!


Und dann noch zur Verhütungssicherzeit verschiedener Methoden:
Zitat:
In Amerika und Europa greifen mittlerweile etwa 30 Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter täglich zu den Filmtabletten. Vor allem wohl auch, weil sie das effektivste Verhütungsmittel sind. Bei regelmäßiger, korrekter Einnahme treten statistisch gesehen bei 1000 Frauen nur zwei ungewollte Schwangerschaften auf. Zum Vergleich: Beim Kondom sind es 30, bei der Knaus-Ogino-Methode (Messung der Temperatur) 90 und beim Koitus Interruptus 200 bis 250.


Wieder mal schön Methoden-PI und Anwender-PI durcheinandergeschmissen um das Bild zu bekommen, das man haben will...


Quelle: Printausgabe der Salzburger Nachrichten vom 14.08.10

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 Betreff des Beitrags: Re: Jubiläum: Ein wenig bitter ist die Pille doch
BeitragVerfasst: 19. August 2010 09:32 
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Obermuschimädel

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Und zudem hat Knaus-Ogino nix mit Temperaturmessen zu tun... :roll:

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 Betreff des Beitrags: Re: Jubiläum: Ein wenig bitter ist die Pille doch
BeitragVerfasst: 19. August 2010 13:05 
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Hochlagenjunkie

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Wollt grad sagen... Knaus-Ogino ist doch die reine Kalendermethode, oder? :shock:

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 Betreff des Beitrags: Re: Jubiläum: Ein wenig bitter ist die Pille doch
BeitragVerfasst: 19. August 2010 13:54 
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Moderatorin a. D.

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Ja, Knaus-Ogino ist Kalendermethode. Temperaturmethode ist nach Döring benannt.

Salzburger Nachrichten? Ich schau mal gleich auf deren HP, vielleicht findet man ja den zuständigen Redakteur...

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 Betreff des Beitrags: Re: Jubiläum: Ein wenig bitter ist die Pille doch
BeitragVerfasst: 20. August 2010 16:19 
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Fingerwundschreiberin

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Ja, Salzburger Nachrichten und zwar in der Wochend-Beilage (die eh Wochenende heißt). Hab' sie grad nochmal aus dem Altpapier gefischt, Autor ist Michael Ossenkopp.

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 Betreff des Beitrags: Re: Jubiläum: Ein wenig bitter ist die Pille doch
BeitragVerfasst: 21. August 2010 00:35 
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NFP-Kaiserin

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Gigula hat geschrieben:
Und dann noch zur Verhütungssicherzeit verschiedener Methoden:
Zitat:
In Amerika und Europa greifen mittlerweile etwa 30 Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter täglich zu den Filmtabletten. Vor allem wohl auch, weil sie das effektivste Verhütungsmittel sind. Bei regelmäßiger, korrekter Einnahme treten statistisch gesehen bei 1000 Frauen nur zwei ungewollte Schwangerschaften auf. Zum Vergleich: Beim Kondom sind es 30, bei der Knaus-Ogino-Methode (Messung der Temperatur) 90 und beim Koitus Interruptus 200 bis 250.


Die Studie würde ich gerne sehen, die sie herangezogen haben, wo es um die Sicherheit der Pille und des Kondoms geht. Ich glaube nie im Leben, dass es dabei zu 30 Schwangerschaften kam und bei CI gleich 200 (alles Ejakulationsversager?)?

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 Betreff des Beitrags: Re: Jubiläum: Ein wenig bitter ist die Pille doch
BeitragVerfasst: 21. August 2010 16:16 
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NFP-Gräfin

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Finds schade,dass im Artikel vom Eingangspost nicht auf die negative Seite der Pille hinsichtlich Schilddrüse und vor allem Libido eingegangen wird....Weil das hat für mich auch nichts mit sexueller Befreiung zu tun -meine hier speziell das Thema Libidoverlust und das mit der alleinigen Verhütungsverantwortung stößt mir persönlich ja eh immer sauer auf


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 Betreff des Beitrags: Re: Jubiläum: Ein wenig bitter ist die Pille doch
BeitragVerfasst: 21. August 2010 23:49 
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Kurven-Rätslerin

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Ich finds schade, dass die Pille von Experten immer noch als die beste Lösung hingestellt wird. "Es gibt nichts vergleichbar Sicheres und Einfaches." - Hmmm. Und was ist mit der Gynefix, der Kupferspirale und NFP? Alle vergleichbar sicher und vergleichbar einfach, aber die Pille ist mit ihren NWs natürlich die allerbeste Lösung :roll:

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 Betreff des Beitrags: Re: Jubiläum: Ein wenig bitter ist die Pille doch
BeitragVerfasst: 22. August 2010 00:54 
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Kurven-Entwirrerin

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NFP seit: April 2005
Witzig, ich hatte im Mai!!! diesen Jahres einen Teil der WAZ extra zur Seite gelegt, um dann hier darüber zu schreiben, aber wie das halt so ist...Faulheit und Gedächtnis lassen grüßen... *undweg*

Und heute Abend habe ich - ohne das hier vorher gesehen zu haben - diese alten Zeitungsartikel wieder entdeckt und das nochmal überflogen und weggeschmissen ohne ihn euch präsentiert zu haben :oops: :lol:

Habe das jetzt extra für euch nochmal aus dem Müll gekramt :mrgreen:

Also da waren aufgrund des Jubiläums der Pille mehrere kleinere als auch längere Artikel in der WAZ, ich kann also unmöglich alles hier wiedergeben ;-)
Wollte nur darauf hinweisen, dass dort jedenfalls erwähnt wurde, dass es zum Rückgang der Libido kommen könnte.

Zitat:
Das Aus fürs sexuelle Verlangen

Auch wenn viele - vor allem Männer - nichts vom Absterben der Lust verspüren: Eine Studie des renommierten Sexualmediziners Irin Goldstein von der Bostoner Universität bestätigte das, was manche Frau schon ahnte: Die Pille kann das weibliche Verlangen zerstören. Die fürs Liebesspiel nötigen Hormone würden zu stark gesenkt.



Auch interessant:
Zitat:
Glaubt man Carl Djerassi, dann wird sich auf dem Markt der oralen Verhütungsmittel auch in Zukunft nicht mehr viel tun: Selbst die Pille sei nur entwickelt worden, weil sich in den 50er Jahren ein historisch günstiges Zeitfenster aufgetan hatte: Der Einfluss der Kirchen begann zu schwinden, zugleich glaubten die Menschen noch an die technische Lösbarkeit aller gesellschaftlichen Probleme.
Schon mit der Contergan-Tragödie Anfang der 60er Jahre habe es eine Klimaveränderung gegeben: Danach wäre es unwahrscheinlich gewesen, dass sich Millionen gesunde Frauen einem langjährigen pharmakologischen Selbstversuch unterworfen hätten. Und womöglich hätte sich auch die Pharmaindustrie damals nicht mehr getraut, ein Medikament zu entwickeln, das so nachhaltig in den Körper eingreift.



Oder hier:
Zitat:
Frauen, die die Pille nehmen, scheinen außerdem, sagt die Wissenschaft neuerdings, dazu zu neigen, Männer mit einem ähnlichen Immunsystem zu wählen. Das sei schlecht für den Genpool der Nachkommen.

(Anmerkung von mir: könnte das vielleicht MIT ein Grund sein, dass Allergien immer häufiger werden? :oops: )

Und außerdem könnte die Pille bereits viele Jahre länger auf dem Markt sein, da ein gewisser Herr Haberlandt schon 1919 auf die Idee der Verhütung per Hormone kam, darauf hin auch zahlreiche Tests an Kühen und Kaninchen und Mäusen durchgeführt hat. Er war wohl schon bei der Vorereitung eines Verhütungsmittels (in Budapest), beging dann aber im Jahr 1932 Selbstmord. Man munkelt, das hätte mit dem Zerfleischen in der Presse, Politik, Kirche etc. wegen Unfruchtbarmachung etc. zu tun, man weiß es aber wohl nicht.

Ja, also da steht halt so einiges, das waren jetzt nur ein paar wenige Auszüge.
Alle Zitate stammen aus der WAZ vom 7. Mai 2010

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 Betreff des Beitrags: Re: Jubiläum: Ein wenig bitter ist die Pille doch
BeitragVerfasst: 22. August 2010 10:23 
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NFP-Gräfin

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Das hab ich auch schon irgendwo gelesen,dass die Pille heute wegen ihrem schlechten Risiko-Nutzen-Verhältnis niemals auf den Markt gekommen wäre..lustig nur,obwohl das so ist,können die Pharmas auch HEUTE immer neue Verabreichungsformen aufm Markt etablieren -Ring,Pflaster,Spritze,Hormonspirale,Stäbchen- und die Frauen rennen drauf und lassen sich bequatschen....


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 Betreff des Beitrags: Re: Jubiläum: Ein wenig bitter ist die Pille doch
BeitragVerfasst: 22. August 2010 12:07 
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Fingerwundschreiberin

Registriert: 16. Oktober 2009 09:38
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dieSanfte hat geschrieben:
Gigula hat geschrieben:
Und dann noch zur Verhütungssicherzeit verschiedener Methoden:
Zitat:
In Amerika und Europa greifen mittlerweile etwa 30 Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter täglich zu den Filmtabletten. Vor allem wohl auch, weil sie das effektivste Verhütungsmittel sind. Bei regelmäßiger, korrekter Einnahme treten statistisch gesehen bei 1000 Frauen nur zwei ungewollte Schwangerschaften auf. Zum Vergleich: Beim Kondom sind es 30, bei der Knaus-Ogino-Methode (Messung der Temperatur) 90 und beim Koitus Interruptus 200 bis 250.


Die Studie würde ich gerne sehen, die sie herangezogen haben, wo es um die Sicherheit der Pille und des Kondoms geht. Ich glaube nie im Leben, dass es dabei zu 30 Schwangerschaften kam und bei CI gleich 200 (alles Ejakulationsversager?)?


Ja, hätt' mich auch interessiert, aber der Artikel war leider ohne jegliche Quellenangaben...

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 Betreff des Beitrags: Re: Jubiläum: Ein wenig bitter ist die Pille doch
BeitragVerfasst: 22. August 2010 16:44 
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Kurven-Rätslerin

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Also ich finde den ersten Artikel mehr als schlecht - auf den ersten Blick tut er ganz kritisch, entkräftet aber gleich wieder alle möglichen Einwände gegen die Pille, so dass sie am Schluss doch wieder ihre Bitterkeit verloren hat...
Traurig!

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 Betreff des Beitrags: Re: Jubiläum: Ein wenig bitter ist die Pille doch
BeitragVerfasst: 24. August 2010 14:32 
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dieSanfte hat geschrieben:
Gigula hat geschrieben:
Und dann noch zur Verhütungssicherzeit verschiedener Methoden:
Salzburger Nachrichten hat geschrieben:
In Amerika und Europa greifen mittlerweile etwa 30 Prozent der Frauen im gebärfähigen Alter täglich zu den Filmtabletten. Vor allem wohl auch, weil sie das effektivste Verhütungsmittel sind. Bei regelmäßiger, korrekter Einnahme treten statistisch gesehen bei 1000 Frauen nur zwei ungewollte Schwangerschaften auf. Zum Vergleich: Beim Kondom sind es 30, bei der Knaus-Ogino-Methode (Messung der Temperatur) 90 und beim Koitus Interruptus 200 bis 250.


Die Studie würde ich gerne sehen, die sie herangezogen haben, wo es um die Sicherheit der Pille und des Kondoms geht. Ich glaube nie im Leben, dass es dabei zu 30 Schwangerschaften kam und bei CI gleich 200 (alles Ejakulationsversager?)?

Das entspricht einem Pearl Index von 3 für Kondome bzw. 9 für Knaus-Ogino und 20-25 für CI (wenn man in Gedanken den fehlenden Zeitfaktor ergänzt...). Mit Ausnahme vom Coitus Interruptus entspricht das etwa den Angaben für die Methodensicherheit, sie man bspw. bei Wikipedia im Netz findet (für CI wird dort 4-18 angegeben).

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