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 Betreff des Beitrags: Re: Ärzte und die Nähe zu Pharmafirmen
BeitragVerfasst: 16. Juni 2009 21:28 
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Moderatorin a. D.

Registriert: 31. Januar 2008 14:35
Beiträge: 13847
Ich häng mich mal hier ran: eben gab es einen Beitrag bei Frontal 21 zu Hormontherapien bei Wechseljahrsbeschwerden :arrow: klick. Vielleicht wird sogar noch ein Sendungsmitschnitt reingestellt *kopfkratz* .


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 Betreff des Beitrags: Re: Ärzte und die Nähe zu Pharmafirmen
BeitragVerfasst: 17. Juni 2009 14:01 
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alte Häsin

Registriert: 14. Januar 2008 09:50
Beiträge: 1475
Wohnort: NRW
hab ich auch gesehen mit meinen eltern.
mein vater war schockiert, meine mutter sagte "ach, ich nehm das trotzdem, das gibt mir lebensqualität!" ok fein, kann man aber drüber streiten :roll:

_________________
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Seit 03/2023 mit Sohnemann unterwegs um das Abenteuer Familie zu erforschen.


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 Betreff des Beitrags: Re: Ärzte und die Nähe zu Pharmafirmen
BeitragVerfasst: 18. Juni 2009 16:57 
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nicht mehr ganz so neu

Registriert: 20. Januar 2009 00:08
Beiträge: 76
Wohnort: Essen
holz456 hat geschrieben:
hab ich auch gesehen mit meinen eltern.
mein vater war schockiert, meine mutter sagte "ach, ich nehm das trotzdem, das gibt mir lebensqualität!" ok fein, kann man aber drüber streiten :roll:


Das muss aber auch jeder für sich entscheiden.
Manche Leute denken lieber lang-, manche lieber kurzfristig.

Meine Mutter wurde übrigens von ihrem Hausarzt (der auch Gynäkologe ist, aber NICHT der Gynäkologe meiner Mutter, sondern eben nur ihr Hausarzt) zusammengeschissen, weil sie die Pille erst letzten November (da war sie schon 50) abgesetzt hat.
(ich weiß natürlich nicht genau, was er gesagt hat, aber er hat offenbar Unverständnis geäußert, dass sie die Pille noch genommen hat und gesagt, dass man die über 45 Jahren nicht mehr nehmen soll und nicht länger als 15 Jahre am Stück)
Die nimmt jetzt gegen ihre Wechseljahresbeschwerden Soja :D

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 Betreff des Beitrags: Re: Ärzte und die Nähe zu Pharmafirmen
BeitragVerfasst: 18. Juni 2009 17:31 
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NFP-Gräfin

Registriert: 1. Dezember 2006 14:49
Beiträge: 3356
Kasu hat geschrieben:
...
Die nimmt jetzt gegen ihre Wechseljahresbeschwerden Soja :D


Soja enthält ebenfalls Hormone. Die neuesten Empfehlungen im Hinblick auf das erhöhte Brustkrebsrisiko lauten: Keine Präparate die östrogenartige Wirkung haben, einnehmen. Also weder die "künstlichen" Hormone, noch Rotklee oder Soja.

Was nach wie vor geht ist Traubensilberkerze (Cimicifuga).

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 Betreff des Beitrags: Re: Ärzte und die Nähe zu Pharmafirmen
BeitragVerfasst: 20. Juni 2009 14:50 
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NFP-Gräfin

Registriert: 29. Mai 2007 11:57
Beiträge: 3548
Wohnort: Weißwurst-Äquator
NFP seit: August 2008
Also meine persönliche Meinung ist: Da muss jede *weiblich* durch.

Meine Mutter ist total ausgeglichen seit die Wechseljahre endlich vorbei sind. Die ganzen Mittel verzögern das doch irgendwie nur, oder? *hä*

Jetzt hat sie ja 28 Tage lang diesen pillenartige Zeug genommen wegen dem Blutrest im Uterus und in der Zeit war sie launisch ohne Ende und hat uns alle etwas genervt :roll: Was bin ich froh, eine Mutter in der Menopause zu haben :mrgreen:

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Miriam mit ✪ (11/2015) im Herzen und Mini-Jungen (11/2016, 31. SSW)
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 Betreff des Beitrags: Re: Ärzte und die Nähe zu Pharmafirmen
BeitragVerfasst: 20. Juni 2009 15:16 
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NFP-Kaiserin

Registriert: 9. Mai 2005 21:57
Beiträge: 11121
Wohnort: Cosmopolitan
Kasu hat geschrieben:
holz456 hat geschrieben:
(ich weiß natürlich nicht genau, was er gesagt hat, aber er hat offenbar Unverständnis geäußert, dass sie die Pille noch genommen hat und gesagt, dass man die über 45 Jahren nicht mehr nehmen soll und nicht länger als 15 Jahre am Stück)


Das ist interessant. Gibt es eine Begründung dafür, dass die Pille nicht länger als 15 Jahre lang am Stück genommen werden sollte? Das liest man ja sonst nirgends, dass es sogar Empfehlungen zur Dauer gibt.

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 Betreff des Beitrags: Re: Ärzte und die Nähe zu Pharmafirmen
BeitragVerfasst: 20. Juni 2009 15:43 
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Hochlagenjunkie

Registriert: 1. März 2008 23:02
Beiträge: 556
NFP seit: 2008
dieSanfte hat geschrieben:
Kasu hat geschrieben:
holz456 hat geschrieben:
(ich weiß natürlich nicht genau, was er gesagt hat, aber er hat offenbar Unverständnis geäußert, dass sie die Pille noch genommen hat und gesagt, dass man die über 45 Jahren nicht mehr nehmen soll und nicht länger als 15 Jahre am Stück)

Das ist interessant. Gibt es eine Begründung dafür, dass die Pille nicht länger als 15 Jahre lang am Stück genommen werden sollte? Das liest man ja sonst nirgends, dass es sogar Empfehlungen zur Dauer gibt.

OOOOOHja, her mit der Info - das steht bestimmt wieder in irgendwelchen Fachinformationen, an die man als Normalmensch nicht drankommt, oder?


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 Betreff des Beitrags: Re: Ärzte und die Nähe zu Pharmafirmen
BeitragVerfasst: 20. Juni 2009 15:49 
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NFP-Gräfin

Registriert: 1. Dezember 2006 14:49
Beiträge: 3356
Ich habe das jetzt weder gehört noch in den Fachinfos gelesen-ich denke eher, dass dies eher eine Info ist, die er mal irgendwo aufgeschnappt hat. Vielleicht von Kollegen oder in einem Artikel oä.

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 Betreff des Beitrags: Re: Ärzte und die Nähe zu Pharmafirmen
BeitragVerfasst: 20. Juni 2009 20:46 
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NFP-Kaiserin

Registriert: 9. Mai 2005 21:57
Beiträge: 11121
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Hmm ok. Ansonsten könnte holz' Mutter beim Arzt nachfragen, woher er diese Information hat 8-)

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 Betreff des Beitrags: Re: Ärzte und die Nähe zu Pharmafirmen ; mafiöse Strukturen ...
BeitragVerfasst: 2. Juli 2009 12:27 
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hat sich gut eingelebt

Registriert: 26. März 2008 01:19
Beiträge: 100
linalena hat geschrieben:
ich schaus mir grade online an und könnte auch *kotz*
mich macht sowas soooo aggressiv!

auch sehr interessant: http://www.zdf.de/ZDFmediathek/content/ ... Popup=true


Geahnt hab ich das ja schon immer und das mit der Praxissoftware und den Studien hatte ich auch schon gehört / gelesen.

Spannend mal zu hören wieso die Strafverfolgung in Deutschland hier nicht funktioniert.
Das erklärt
Uwe Dolata in dem Interview oben ( wenn man wikipedia trauendarf war Dolata mal in der Pharmabranche tätig , dann KriminalPolizist, jetzt Wirtschaftskriminalist -)

danke linalena für den Link.

liebe grüße

_________________
Cäsar wurde wegen seiner Ideen im März ermordet. oder ?


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 Betreff des Beitrags: Re: Ärzte und die Nähe zu Pharmafirmen
BeitragVerfasst: 11. Februar 2014 22:48 
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Kurvenjunkie

Registriert: 11. Juli 2010 14:06
Beiträge: 1929
War das ein Buch im Eingangspost? Der Link geht leider nicht.


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 Betreff des Beitrags: Re: Ärzte und die Nähe zu Pharmafirmen
BeitragVerfasst: 27. Februar 2015 13:14 
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Kurven-Rätslerin

Registriert: 21. September 2012 11:35
Beiträge: 306
Ich habs zwar schon ins Verhütungsforum gepostet finde aber hier passt es auch ganz gut. Ich habe mich mit dem Thema mal entwas genauer befasst. Es gibt ein sogenanntes "Prämiensystem" für Ärzte. z.B. ist es durchaus üblich, dass Ärzte sagen wir ml für das Ausstellen eines Rezeptes einen gewissen Anteil erhalten.

Ich habe hier auch Artikel gefunden, die ich sehr interesant finde:
http://www.rbb-online.de/kontraste/uebe ... hlung.html
Zitate:
Zitat:
Es wird häufig versucht, ganz massiv Druck auszuüben. Das geschieht natürlich dadurch, dass der Pharmareferent erst einmal kommt, dann zwei-, drei-, viermal und beim nächsten Mal nachfragt: "Haben Sie denn jetzt Patienten auf dieses Medikament eingestellt?". Wenn er dann nochmal kommt und wieder fragt, dann ist es einem natürlich peinlich, unangenehm zu sagen, ich habe keinen Patienten darauf eingestellt, weil ich das aus diesen oder jenen Gründen nicht will."

Immer heftiger wird Dr. Schwinzer umworben. Er wird zu Fortbildungen eingeladen nach Malta oder Nizza. Und er bekommt auch unlautere Angebote. Eine Pharmafirma hat ihm eine Umsatzprovision geboten, wenn er ihre Medikamente verschreibt.


Zitat:
Das ist so direkt natürlich verboten, also hat die Firma aus kosmetischen Gründen, aus juristischen Gründen eine Marketingfirma, dazwischen geschaltet, mit der ich dann den eigentlichen Vertrag schließe und von der ich dann auch diese Umsatzprovision bekomme. Das heißt also, wenn ich sehr viel Rezepte mit einem Medikament dieser Firma aufschreibe, bekomme ich viel Honorar. Und wenn ich meine Kollegen in der Gegend hier berede, das gleich zu tun, weil ich sage, das Medikament war besonders gut, dann bekomme ich halt noch mehr Geld."

Zitat:
Diese erstellen ja für unsere Behandlung sogenannte Leitlinien. Und in diesem Rahmen müssen wir uns bewegen und da schreiben die nicht nur Untersuchungen vor, sondern auch Behandlungen, also zum Beispiel, welche Art von Medikamenten bei welcher Erkrankung besonders geeignet sein sollen. Und wenn ich mich nicht danach richte, und es geht etwas schief, dann kriege ich vor einem Gericht eventuell Probleme. Also werde ich mich bemühen, im Wesentlichen mich danach zu richten. Wenn diese Leitlinien aber natürlich pharmagesteuert sind, ja dann schreibe ich eben Medikamente auf, die eigentlich gar nicht gut sind.

Zitat:
"Die Pharmaindustrie ist deswegen so erfolgreich in der Zusammenarbeit mit den medizinischen Meinungsführern, weil eine tiefe gegenseitige Abhängigkeit besteht. Die Ärzte brauchen, um Karriere zu machen, interessante Publikationen. Da der Staat sich praktisch vollständig zurückgezogen hat aus der Finanzierung von Arzneimittelforschungsprojekten, muss dieses Geld aus der Industrie angeworben werden."

Zitat:
"Ich bin durchaus überzeugt, dass viele Kollegen sich etwas vormachen, wenn sie glauben, durch diese Einladungen von Pharmafirmen nicht beeinflussbar zu sein. Ich denke, dass man aufgrund dieser Einflüsse ein Medikament schon häufiger verschreibt als sonst."


auch interessant:
http://www.sueddeutsche.de/gesundheit/u ... -1.1390546
Zitat:
Grundlage der Zahlungen war ein als "Verordnungsmanagement" bezeichnetes Prämiensystem des Pharmaunternehmens. Dieses sah vor, dass Ärzte als Prämie für die Verordnung von Arzneimitteln des Unternehmens fünf Prozent des Abgabepreises erhalten sollten.

Die Richter sprechen ausdrücklich von "korruptivem Verhalten" von Ärzten und Pharmavertretern, das aber nach geltendem Recht nicht strafbar sei. "Darüber zu befinden, ob die Korruption im Gesundheitswesen strafwürdig ist und durch Schaffung entsprechender Straftatbestände eine effektive strafrechtliche Ahndung ermöglicht werden soll, ist Aufgabe des Gesetzgebers", heißt es in der Mitteilung des BGH. Eine Strafbarkeit wegen "Bestechlichkeit" oder "Bestechlichkeit im geschäftlichen Verkehr" hätte vorausgesetzt, dass der Arzt entweder "Amtsträger" ist oder zumindest als "Beauftragter" der Krankenkassen tätig wird. Beides sei nicht der Fall, entschieden die elf Richter des Großen Senats.



Das mit dem Computersystem habe ich im übrigen auch schon mal gelesen. Computersysteme sind wirklich SEHR teuer. Ich weiß zwar nicht wie das bei einer Arztpraxis ist aber als ich mein frewilliges soziales Jahr in einer kleinen Einrichtung für Behinderte (Beratung) gemacht habe mussten diese pro Monat 300! Euro für die Software löhnen. Da ist es natürlich günstiger wenn man das einfach kostenlos bekommt!
Es gibt ein Buch...ich glaube der Autor ist Schorlau (ist ein Schwäbischer Krimi Autor) der dsa in seinem Buch auch thematisiert hat.

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