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 Betreff des Beitrags: NFP auf dem Prüfstand
BeitragVerfasst: 20. Oktober 2004 10:48 
[url=http://www.medical-tribune.de/GMS/bericht/Pruefstand]
18 Jahre auf dem Prüfstand
Wie sicher ist natürliche Familienplanung?[/url]

Gynecol Tribune Bericht

SANTIAGO DE CHILE - Werden die "Verkehrsregeln" bei der symptothermalen Methode zur natürlichen Familienplanung (NFP) strikt befolgt, scheint der Pearl-Index so niedrig zu sein wie bei "Pille" und Spirale. Kleinere Nachlässigkeiten bleiben zwar meist folgenlos. Schwere Regelverstöße jedoch führen bei dieser Kontrazeptionsmethode ziemlich zuverlässig zur Schwangerschaft.

Die Berechnung des Eisprungs nach Knaus und Ogino in Kombination mit den Schleimsymptomen, dem Messen der Aufwachtemperatur und eventuell einer Eigenkontrolle des Zervixstandes ist für eine zunehmende Anzahl von Frauen eine Alternative zur hormonellen Verhütung. Wie sicher diese Alternative vor einer ungewollten Schwangerschaft schützt, evaluiert seit 18 Jahren die "Arbeitsgruppe Natürliche Familienplanung" an der Düsseldorfer Universität.

Nur fruchtbare Tage bestimmen?
Nach den Erfahrungen des Leiters der Arbeitsgemeinschaft NFP, Professor Dr. GÜNTER FREUNDL vom Städtischen Krankenhaus Düsseldorf-Benrath, wird NFP mit" und "ohne" praktiziert. Mit anderen Worten: Ein Teil der Frauen und Paare bestimmt nach den Vorgaben von NFP ausschließlich die fruchtbaren Tage und ist dann abstinent. Andere unterstützen die Methoden der NFP regelmäßig durch mechanische Hilfsmittel, berichtete Prof. Freundl auf dem FIGO-Weltkongress.

Die "perfekten" NFP-Anwender unterscheiden sich zudem von den nichtperfekten" durch eine konsequente sexuelle Abstinenz während der fertilen Phase. Die "nichtperfekten" verzichten hingegen auch während der fruchtbaren Tage nicht auf sexuellen Kontakt bis hin zum Geschlechtsverkehr.

Hohe Sicherheit auch für Anfängerinnen
Frauen, die über die Arbeitsgemeinschaft NFP zur natürlichen Verhütung kommen, werden zu Beginn in vier bis fünf Seminaren in die Methode eingewiesen und im Erkennen der körperlichen Signale geschult. Etwa die Hälfte der Frauen wird von ihren Partnern zu diesen Seminaren begleitet.

In Verbindung mit Schulung und der entsprechenden Motivation der Partner ist die NFP eine Verhütungsmethode, die auch "Anfängerinnen" ein hohes Maß an Sicherheit bietet. Das zumindest geht aus den Zahlen hervor, die Prof. Freundl auf dem FIGO-Kongress zu einer kürzlich abgeschlossenen prospektiven Studie mit 1193 Frauen und mehr als 20 000 Zyklen vorstellte.

Wird die NFP "perfekt" angewendet, d.h., es kommt während der fertilen Tage zu keinem intimen Sexualkontakt, beträgt während der ersten fünf Jahre die Schwangerschaftsrate pro Jahr 0,74 %. Wenden die Paare die "nichtperfekte" Methode der NFP an und verhüten bei sexuellem Kontakt nur während der riskanten Zyklustage, dann steigt die Schwangerschaftsrate auf 0,97 %.

Schwere Fehler werden nicht verziehen
Dabei macht es nach Worten von Prof. Freundl keinen Unterschied, ob die Frauen erfahren in NFP sind oder sorgfältig agierende Neulinge. Eines allerdings, das wurde in der Studie auch klar, verzeiht die NFP nicht: Schwer wiegende methodische Fehler, wie etwa ungeschützten Verkehr während der fertilen Tage. Egal ob Coitus interruptus oder anderer Genitalkontakt - bei ungeschütztem Liebesakt steigt die Schwangerschaftsrate auf 7 %. Bei den 1193 Anfängerinnen, die NFP praktizierten, kam es zu 49 ungeplanten Schwangerschaften, davon ereigneten sich 46 Schwangerschaften in den ersten fünf Jahren. Von den 421 Frauen, die überwiegend mit NFP verhüteten, wurden 20 schwanger. In der Gruppe der 682 Frauen, die zusätzlich noch mechanische Hilfsmittel anwandten, traten 26 ungeplante Schwangerschaften auf.


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 Betreff des Beitrags: Re: NFP auf dem Prüfstand
BeitragVerfasst: 20. Oktober 2004 14:12 
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Moderatorin a. D.

Registriert: 7. Mai 2004 11:22
Beiträge: 10515
Wohnort: Nibiru
NFP seit: gefühlt seit dem Phanerozoikum
Klopferlinchen hat geschrieben:
Wenden die Paare die "nichtperfekte" Methode der NFP an und verhüten bei sexuellem Kontakt nur während der riskanten Zyklustage, dann steigt die Schwangerschaftsrate auf 0,97 %.


Das kann ich nicht ganz glauben.

1. wäre der Unterschied zwischen den perfekten (0,74%) und nichtperfekten (0,97%) NFPlern nur 0,23% niedriger, also nur der Bruchteil eines Prozentes, dann stellt sich mir die Frage, was motiviert die Perfekten dann, auf Sex während der fertilen Phase zu verzichten *hä*

2. hat keine Barrieremethode einen PI, der da mithalten kann - und wie wir ja alle wissen, verringert sich die Sicherheit von NFP ja mit der verwendeten Barrieremethode...

Hm, was ich mich jetzt aber noch frage, hab ich vielleicht die Schwangerschaftsrate falsch umgerechnet in den PI, oder geht das überhaupt? Um so länger ich nachdenke glaube ich, daß das gar nicht umzurechnen geht :roll:
Welchen PI hat eine Schwangerschaftsrate von 0,97%?

Liebe Grüße, Mara (die wohl jetzt den größten Schmarrn verzapft hat...)

_________________
Unser tapferes Töchterlein, Willkommen auf der Welt! Mami und Papa sind so glücklich, dass es dich gibt.


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 Betreff des Beitrags: Re: NFP auf dem Prüfstand
BeitragVerfasst: 20. Oktober 2004 15:02 
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Moderatorin a. D.

Registriert: 6. Mai 2004 20:41
Beiträge: 1318
Wohnort: RLP
Mara hat geschrieben:
1. wäre der Unterschied zwischen den perfekten (0,74%) und nichtperfekten (0,97%) NFPlern nur 0,23% niedriger, also nur der Bruchteil eines Prozentes, dann stellt sich mir die Frage, was motiviert die Perfekten dann, auf Sex während der fertilen Phase zu verzichten *hä*

Mehr Sicherheit!
Hey, es gibt Frauen, die haben nur in der Hochlage Sex und auch dann nur mit Kondom UND Lea..........

(Ich will das keinesfalls verurteilen - jedem das seine, aber verstehen tu ichs trotzdem nicht :D)

Wobei in "NFP heute" steht, dass die Paare, die "nichtperfekt" verhüten sicherer verhüten. Zumindest was die Gebrauchssicherheit betrifft.

Liebe Grüße
Sivie

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✿ Sivie mit ihren Mädels (09/09, 09/11, 08/15) und *(07/13)


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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 20. Oktober 2004 21:24 
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Kurven-Rätslerin

Registriert: 17. September 2004 14:57
Beiträge: 423
Ich denke, wenn man wirklich kein kind möchte, weils halt situationsbedingt "nicht geht" (schon klar, wenn man sex hat muss man immer damit rechnen, dass frau schwanger werden könnte etc.) und ein bisschen sicherheitsfanatisch ist, dann versucht man eben ALLES, um eine schwangerschaft zu verhindern. und so kommt es eben auch zu "überflüssiger" verhütung in der hochlage.
ich nehme mich davon keineswegs aus- bin selber der größte sicherheitsfreak. gut- ich bin erst im 2. NFP zyklus, habe zwar bisher (und hoffentlich auch zukünftig) tolle kurven, aber ich traue dem frieden noch nicht ganz und bin deshalb EXTREM vorsichtig. d.h. momentan werden alle vorsichtsmaßnahmen getroffen, die möglich sind, bis ich mit der methode vertrauerter werde- und ihr gänzlich vertrauen kann.
das bedeutet natürlich zur zeit im gegensatz zur "pillenzeit" VIEL VIEL VIEL weniger sex, aber das wird sich alles wieder ändern. aber lieber verzichte ich mal, als ungewollt schwanger zu werden. mein freund denkt da genauso- was die sache natürlich ungemein erleichtert! so muss man halt in bestimmten zeiten andere wege der sexuellen befriedigung finden (auch wenn man eigentlich unbedingt sex haben möchte). ist sicher nicht immer leicht, aber ein (derzeit) annehmbarer kompromiss, bedenkt man was auf dem spiel steht.
es kommt halt immer auf die einzelne an. ich hab selbst als ich die pille nahm zu 90% zusätzlich mit kondom verhüten lassen (meine pille hatte einen PI von 0,88 und ich war der meinung: hey, warum solls nicht grad mich treffen?-> ich meine, irgendeiner muss es ja schließlich passiert sein). insofern gibts ohne zweifel frauen, die der sache gelassener entgegen sehen und andere wiederum, die halt lieber doppelt abgesichert sind.
hat aber mit sicherheit auch was damit zu tun, wie eine mögliche schwangerschaft aufgenommen werden würde- wenns mir nicht sooo extrem wichtig wäre nicht schwanger zu werden, dann würd ich alles auch lockerer sehen. so greift man halt nach jedem strohhalm...


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 Betreff des Beitrags: Re: NFP auf dem Prüfstand
BeitragVerfasst: 20. Oktober 2004 21:46 
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hat sich gut eingelebt

Registriert: 20. Juli 2004 20:29
Beiträge: 105
Wohnort: Götzis / Österreich
Mara hat geschrieben:
Hm, was ich mich jetzt aber noch frage, hab ich vielleicht die Schwangerschaftsrate falsch umgerechnet in den PI, oder geht das überhaupt? Um so länger ich nachdenke glaube ich, daß das gar nicht umzurechnen geht :roll:
Welchen PI hat eine Schwangerschaftsrate von 0,97%?


Hallo Mara!

Welchen PI eine Schwangerschaftsrate von 0,97 hat, weiss ich auch nicht. Aber so einfach kann man das nicht umrechnen. Hier ein Link, wo man nachlesen kann, wie der PI berechnet wird.

PearlIndex

Zum umrechnen fehlt müsste man dann also jeweils 12 Monate als Zeit einsetzen (also 12 Anwendungsmonate).
Also man kann es schon umrechnen, ist aber nicht so einfach.

Ich bin jetzt jedenfalls zu faul dazu. 8-)

LG und gute Nacht
Luna

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 Betreff des Beitrags:
BeitragVerfasst: 21. Oktober 2004 15:08 
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neu hier

Registriert: 16. August 2004 19:44
Beiträge: 27
Aber müsste es nicht das gleiche sein!
Also nach der Rechnung wäre es doch:
Vorausgesetzt die Schwangerschaftsrate heißt, dass 3 % die es z.B. ein Jahr anwenden schwanger werden?

[Anzahl der Schwangerschaften(3)*12 Monate/Anwendungsmonate(12)*Zahl der Frauen(100)] =3

Also würde eine Rate von 97% ein PI von 3 heißen!

Oder denk ich mal wieder viel zu kompliziert oder zu einfach, was im Mathe-Studium öfter vorkommt!

Grüßle, Melli

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BeitragVerfasst: 21. Oktober 2004 15:32 
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Moderatorin a. D.

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Beiträge: 10515
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NFP seit: gefühlt seit dem Phanerozoikum
Melli hat geschrieben:
Also würde eine Rate von 97% ein PI von 3 heißen!


:shock: Langsam blick ich gar nicht mehr durch... Bin mathematisch gesehen einfach zu doof für diese Welt...

Aber oben meintest Du doch bestimmt eine Schwangerschaftsrate von 0,97%, oder *hä*

Frag mich nicht was, aber irgendwas stimmt an der Rechnung bzw. Logik nicht...

Ich glaub, das geht einfach so nicht umzurechnen...

Liebe Grüße, Mara.

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 Betreff des Beitrags: Re: NFP auf dem Prüfstand
BeitragVerfasst: 21. Oktober 2004 16:03 
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Kurven-Rätslerin

Registriert: 8. Mai 2004 08:16
Beiträge: 392
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Zitat:
Wird die NFP "perfekt" angewendet, d.h., es kommt während der fertilen Tage zu keinem intimen Sexualkontakt, beträgt während der ersten fünf Jahre die Schwangerschaftsrate pro Jahr 0,74 %. Wenden die Paare die "nichtperfekte" Methode der NFP an und verhüten bei sexuellem Kontakt nur während der riskanten Zyklustage, dann steigt die Schwangerschaftsrate auf 0,97 %.


Ich mische mich jetzt auch mal ein, um die Verwirrung perfekt zu machen ;-)

Der PI gibt doch an, wie viele Schwangerschaften auftreten, wenn 100 Paare eine Verhütungsmethode ein Jahr lang anwenden. Wenn in dem Artikel von "Schwangerschaftsrate pro Jahr" in Prozent die Rede ist, entspricht doch das genau dieser Definition, oder? *kopfkratz* Das würde dann heißen, NFP mit Abstinenz hat einen PI von 0,74, während der PI bei Anwendung von Barrieremethoden bei 0,97 liegt.

Die Frage nach der Sicherheit der Barrieremethoden ist damit aber immer noch nicht beantwortet. Kommt mir auch komisch vor, dass der Unterschied nur so gering sein soll. Wenn das stimmt, sollte ich mir das mit der Abstinenz während der hochfruchtbaren Tage nochmal überlegen, das wärs ja echt nicht wert :shock:

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Du musst hier nicht dazugehören - aber such dir, was zu dir gehört. - Wir sind Helden


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 Betreff des Beitrags: Re: NFP auf dem Prüfstand
BeitragVerfasst: 21. Oktober 2004 16:53 
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Moderatorin a. D.

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Hi Elke!

Elke hat geschrieben:
Das würde dann heißen, NFP mit Abstinenz hat einen PI von 0,74, während der PI bei Anwendung von Barrieremethoden bei 0,97 liegt.


Nein, Du hast mich eher entwirrt! Ich denke, so wie Du es begründet hast, so stimmt es... Eigentlich so simpel... Aber hier trifft halt das Sprichwort wieder zu: "Man sieht den Wald vor lauter Bäumen nicht." ;-)

Zitat:
Die Frage nach der Sicherheit der Barrieremethoden ist damit aber immer noch nicht beantwortet. Kommt mir auch komisch vor, dass der Unterschied nur so gering sein soll. Wenn das stimmt, sollte ich mir das mit der Abstinenz während der hochfruchtbaren Tage nochmal überlegen, das wärs ja echt nicht wert :shock:


Ich versteh es nach wie vor auch nicht. Wenn die Zahlen wenigstens aus einer anderen Untersuchung wären, aber die stammen ja wohl von der AG NFP vom Prof. Freundl.
Wenn das so stimmt, dann gibt mir das persönlich recht, daß ich die fruchtbare Zeit nicht ausspare...

Liebe Grüße, Mara.

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