Lupine hat geschrieben:
Mein Denkansatz war: falls ein Ei springt und gegebenenfalls ein weiteres folgt, kann es irgendwie passieren, dass durch hormonelle Rückkopplungen die Umwandlung zum ersten Gelbkörper unterbunden wird und erst beim nachfolgenden Ei die Maschinerie richtig angeworfen wird? Der erste Eisprung also durch Östrogenzeichen angezeigt wird, aber dann irgendein Mechanismus dafür sorgt, dass noch kein Progesteron vom Corpus luteum produziert wird, sondern erst der zweite Eisprung im Gesamten 'entscheidet', dass jetzt der Corpus luteum Progesteron ausschüttet?
Eigentlich ist es genau umgekehrt, ein sprungreifes Ei sorgt dafür, dass kein weiteres springt, indem es die Ausschüttung des luteinisierendem Hormon (LH) indiziert, was die weitere Follikelreifung hemmt. Durch den jetzt erreichten LH-Gipfel wird die Ovulation ausgelöst, der kollablierte Follikel wandelt sich um Gelbkörper um, der wiederum dafür sorgt, dass Progesteron ausgeschüttet wird, das seinerseits weitere Eisprünge verhindert. Ein schwacher Gelbkörper würde zu einem raschen Abfall von Progesteron und Östrogen (dass auch in der zweiten Zyklusphase wieder verstärkt gebildet wird) führen und das wiederum löst die Menstruation aus.
Das Zeitfenster für Mehrfachovulationen liegt in den 9-24 h nach dem LH-Peak, in dem der Hemmungsmechanismus des Progesterons noch nicht eingesetzt hat. Dafür müssen aber mehrere sprungreife Eier bereits vorhanden sein.
Allerdings erfolgt die Follikelreifung in Wellen, die Reifungszeit beträgt ca. 3 Monate. Es sind also immer Follikel in verschiedenen Reifungsstadien in den Ovarien vorhanden. Es kann als - gerade in längeren Zyklen - dazu kommen, dass der Östrogenspiegel ansteigt, die Follikel so vor sich hin reifen und dann dieser Reifungsprozess irgendwie unterbrochen wird, sei es, dass sich kein Leitfollikel gebildet hat, sei es, dass der Leitfollikel irgendwie kaputt geht ect.pp. Dann spring kein Ei, es gibt keine Progesteron ausgeschüttet und die nächste Kohorte Follikel, die ja schon in den Startlöchern steht, macht sich auf den Weg.