Estreya hat geschrieben:
In der NFP-Ausbildung wurde gesagt: nie, weil es nichts bringt. Es geht ja nicht darum, eine Blutung zu haben, sondern darum, dass der Körper Östrogen für den Knochenaufbau benötigt.
Das kann man so definitiv nicht sagen. Nach derzeitiger Studienlage geht es sehr wohl darum, in bestimmten Abständen eine Blutung zu erzeugen, eben wegen des Risikos für Endometriumkarzinom, dass bei Amenorrhoe bei PCOS steigt.
Natürlich sind die Studien etwas problematisch zu sehen, da retrospektiv erhoben und deshalb wurde die Diagnose PCOS retrospektiv eben auch nur anhand anamnestisch erhebbarer Merkmalen gestellt (nicht korrekterweise durch Hormonstatus und Ausschluss anderer Erkrankungen wie üblich, das geht retrospektiv ja nicht).
Trotzdem konnte gezeigt werden, dass bei Amenorrhoe ein relatives Risiko für Endometriumkarzinom von 3,1 besteht, d.h. also schon signifikant erhöht. Die Empfehlungen sind offiziell dahingehend, dass man ca. alle 3 Monate eine Blutung notfalls erzwingen sollte.
(Meine Quelle diesbezüglich übrigens: "Das Syndrom der polyzystischen Ovarien: interdisziplinäre Konzepte zu Diagnostik und Therapie des PCOS", C. Keck/W.Krone.)
Cat, ich hoffe, das beantwortet deine Frage etwas präziser. Letztendlich musst du es für dich selbst abwägen, wenn es dir noch gut geht mit dem Warten. Die Aussagen zum erhöhten Karzinomrisiko beziehen sich ja auch auf die chronische Amenorrhoe und du beobachtest ja "erst" ein Jahr nun. Trotzdem ist die Tendenz nicht so schön, dass dein zweiter Zyklus eher "schlechter" weil deutlich länger als dein erster Zyklus ist. Solltest du dich für eine Abbruchsblutung entscheiden, so lass dir kein schlechtes Gewissen einreden. Manchmal bekommt man hier im Forum ja das Gefühl, das sei wer weiß wie schlimm. Aber mit so einem Zyklus wie deinem ist das ja auch nicht mehr spaßig, ich weiß selbst wie nervenaufreibend das ist.
Wenn du noch warten magst, dann tu das. Ich drücke dir die Daumen, dass du dann nicht mehr lange warten musst!