@Alana,
Höhere Konzentrationen des Prolaktins in der Follikelphase sind entweder durch eine LAM verursacht, dann handelt es sich jedoch nicht mehr um eine Follikelphase im eigentlichen Sinne, oder es liegen verschiedene Störungen zugrunde, siehe
hier. In einem normalen Zyklusgeschehen ist das Prolaktin in der Follikelphase eine vernachlässigbare Größe. Gerne lasse ich mich vom Gegenteil überzeugen, wenn du das belegen kannst

.
@höstkvinna
höstkvinna hat geschrieben:
Wenn die Pille eine Schwangerschaft vorgaukeln würde (ich bin immer noch überzeugt, dass sie es nicht tut

), müsste es dann nicht zb auch zu Milcheinschuss kommen?
Zu Milcheinschuss muss es bei leicht erhöhtem Prolaktin im Grenzwertbereich nicht kommen.
SalutCarole hat geschrieben:
In dem zuvor verlinkten thread berichteten Frauen von Kollostrumbildung unter der Pilleneinnahme.
Wenn man voraussetzt, dass auch in der Lutealphase Prolaktin gebildet wird, dann ist die These (von der ich inzwischen auch überzeugt bin), dass die Pilleneinnahme die HL verlängert, nach wie vor richtig.
@Alana, ich meinte Stillphase, nicht Stillphase mit Stillpausen. In einer konsequenten Stillphase ist durchgehendes Stillen mit Abständen von maximal vier Stunden erforderlich, um den Prolaktinspiegel konstant hoch zu halten. Dass die Gonadotropin hemmende Wirkung durch Stillpausen nachlässt und es dadurch zu Eisprüngen kommen kann, muss nicht hervorgehoben werden.
Konsequentes Stillen unterdrückt zuverlässig die Eizellreifung.
Dass das Prolaktin bereits in der Lutealphase erhöht ist, dazu habe ich folgendes gefunden:
Zitat:
Es ist aber auch im normalen Monatszyklus wichtig, denn es schützt das Gelbkörperhormon, das Progesteron, vor dem Abbau.
Quelle, S.4, zweiter längerer Absatz.
Auch an der Kurve in dem von Alana zuvor verlinkten
Artikel der Pharmazeutischen Zeitung ist der Anstieg deutlich zu erkennen.
Außerdem ist ein zu hoher Prolaktinspiegel als Ursache für PMS in der Diskussion, siehe
hier im letzten Absatz zu Ursachen.
Dazu noch auf S. 14 in obiger Quelle:
Zitat:
Prolaktin ist für die Aufrechterhaltung der lutealen Phase notwendig, da die Degraduierung des Progesterons durch das Prolaktin gehemmt wird. Andererseits führt eine Hyperprolaktinämie zu einer Störung der GnRH-Sekretion und damit letzten Endes zur Anovulation und Sterilität. Der Normbereich des Prolaktins liegt zwischen 5–25 ng/ml; seine Beurteilung setzt allerdings die Berücksichtigung gewisser Kautelen voraus: Da der Prolaktinspiegel zirkadian schwankt und in den Nachmittag- und frühen Abendstunden ansteigt, erweist sich die Blutabnahme zur Prolaktinbestimmung, um standardisierte Werte zu bekommen, am Vormittag zwischen 7 und 10 Uhr als sinnvoll. Weiters muß man auch die Zyklusphase in die Interpretation miteinbeziehen, da in der Lutealphase generell mit einem erhöhten Prolaktinwert – dieses dient ja, wie bereits gesagt, der Aufrechterhaltung der Progesteronkonzentration – zu rechnen ist.
In derselben Quelle findet sich ein Hinweis auf die Prolaktin erhöhende Wirkung der Antibabypille. Das Vorhandensein von Prolaktin unter Pilleneinfluss würde die These, dass die Pilleneinnahme eine Fortsetzung der HL ist, letztlich bestätigen.
Was
mich irritiert, ist die Tatsache, dass in der
konsequenten Stillphase Progesteron zur
Aufrechterhaltung der Empfängnisverhütung nicht notwendig ist. Daher mein Umkehrschluss, dass das Progesteron möglicherweise zur Empfängnisverhütung gar nicht notwendig ist und dass möglicherweise nur das Prolaktin diesen Effekt erzeugt. Ich möchte das als Frage so stehen lassen und zum Nachdenken anregen.