Ich habe gestern etwas interessantes darüber gelesen, wie das Stillen die Ovulation unterdrückt. Es ist möglich, dass ihr das alles schon wisst, und dass das in jedem Buch über Geburt etc steht, aber da ich bis jetzt noch nicht solche Bücher gelesen habe, war es das erste Mal, dass ich davon erfahren habe, und möchte euch daran teilhaben lassen.
Zitate aus "Mutter Natur - die weibliche Seite der Evolution"von Sarah Blaffer Hrdy
aus Kapitel 8:
Bei Frauen, die ihre Babys häufig stillen, bleibt der Prolaktinwert ständig erhöht. Diese hohen Prolaktinwerte führen dazu, dass der Eisprung unterdrückt wird, wobei noch unklar ist, wie dies genau funktioniert. In jedem Fall wird dieser Thermostat in der Nacht eingestellt (vergl. Kapitel 5)
aus Kapitel 5: Die Häufigkeit mit der ein Kind nachts saugt, dient der Mutter als Indikator dafür, wie viel Milch das Baby konsumiert. Komplexe Rückkopplungsschleifen agieren dann wie eine höhere Kontrollinstanz und regeln, wie viel Zeit vergeht, bis bei der Mutter der nächste Eisprung erfolgt und sie wieder schwanger werden kann. Wie sich heraugestellt hat, funktioniert das
nächtliche Stillen wie eine Art Generalschlüssel zum Fortpflazungshaushalt der Mutter. In den Stunden von Mitternacht bis vier Uhr morgens findet sich im Blutplasma der Mutter eine erhöhte Konzentration des Hormons Prolaktin, das als Reaktion auf den Saugreiz des Babys gebildet wird. Diese Werte sind vier bis sechs Mal höher als während der Stillzeiten am Tag. Aus diesem Grund können drei oder vier Stillperioden in der Nacht die nächste Schwangerschaft unter Umständen länger hinauszögern als sechs Stillzeiten am Tag.
weiter in Kapitel 8:
Der Grund, warum sich Stillen so oft als eine äußerst launische und unzuverlässige Verhütungsmethode erweise, liegt just darin, dass dieses dynamische System so prompt auf jede Veränderung der körperlichen Verfassung der Mutter anspricht.
Um den Menstruationszyklus für 18 Monate zu unterdrücken, genügt es, im Durchschnitt wenigstens 6 mal pro Tag insgesamt 80 min lang zu stillen. Verbringt eine Mutter allerdings viel Zeit ruhig zu Hause, so muss sie öfter stillen, um die Ovulation zu unterdrücken, während Mütter, die schwer bepackt lange Strecken zurücklegen oder täglich 15 Kilometer joggen, seltener stillein müssen.

So... ich hoffe, dass da auch neue Erkenntnisse für euch enthalten waren! Insgesamt ist das Buch sehr empfehlenswert, wenn ihr euch für die Evolution interessiert.
lG
Nari
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ich mit Klammeräffchen (09.2013)