Ich kann euch den Brief gern posten. Aber bitte nicht lachen

, denn ich hab ein bisschen geschleimt. Weder bin ich ein großer Fan der Zeitschrift (gut, ab und an les ich sie schon mal, aber nicht in dem Ausmaß), noch bin ich großer Pillenbefürworter. Aber ich wollte auch nicht wie eine fanatische öko-tussi wirken (was ich auch nicht bin!).
Sehr geehrte Damen und Herren,
ich bin ein großer Fan Ihrer Zeitschrift und versäume fast keine Ausgabe. Leider sind Ihnen in der Glamour Nr.15 einige Fehler unterlaufen. Ich möchte Ihnen keinen Vorwurf deswegen machen, da ich über dieses Thema schon viel in Zeitschriften gelesen habe, was nicht gestimmt hat. Trotzdem ärgert es mich immer wieder, da ich mich frage, wie es zu solchen Artikeln kommen kann.
Auch ich habe, wie in diesem Bericht, nach einigen Monaten Probleme mit der Lust auf Sex bekommen, die durch die Pille ausgelöst wurden. Auch ich habe eine Pille mit antiandrogener Partialwirkung genommen. Ein Wechsel auf eine andere Pille, die nicht antiandrogen wirkte, hat jedoch keinen Erfolg gebracht. Mein Frauenarzt wies mich auch darauf hin, dass dies fast nie zum Erfolg führe, sondern die Hormone ganz abgesetzt werden müssten. Das liege daran, dass jede Pille den natürlichen Zyklus (Eisprung etc.) und auch teilweise die Eigenproduktion der männlichen Hormone unterdrückt. Das vollständige Absetzen hat mein Problem bereits nach kurzer Zeit behoben. Ich habe dazu auch recht viel im Internet recherchiert und mit vielen anderen Frauen gesprochen, die dasselbe Problem hatten. Ihnen hat auch nur das Absetzen etwas gebracht. Auch andere Pillen, die nicht antiandrogen wirken, können zu diesem Problem führen.
In Ihrem Artikel wird jedoch behauptet, ein Wechsel führe häufig/immer zum Erfolg. Das ist genauso falsch wie die Alternativen, die sie aufgezählt haben. Der Nuvaring, das Implanon und das Pflaster wirken genauso, nämlich hormonell, wie die Pille, zum Implanon und Pflaster gibt es sogar entsprechende Pillen. Die Nebenwirkungen sind ebenfalls dieselben (falls vorhanden). Es ist daher nicht richtig zu schreiben, dass es kaum Nebenwirkungen gibt. Hormone greifen stark in den Körper ein und wirken nicht nur "lokal", wie beim Nuvaring oft geschrieben wird. Leider ist es so, dass viele Frauenärzte schlecht und falsch beraten und sich mit nicht-hormonellen Alternativen oftmals kaum auskennen.
Ich möchte jetzt nicht den Eindruck erwecken, dass ich vollkommen gegen hormonelle Verhütung bin. Das ist nicht der Fall. Wer sie verträgt, hat Glück. Nur sollte auch die Gegenseite in Ihren Artikeln zum Ausdruck kommen- dass es nicht Jedem möglich ist, nebenwirkungsfrei die Pille zu nehmen und dass ein Wechsel die Lustlostigkeit fast nie behebt. Es bringt schließlich nichts, falsche Tatsachen zu veröffentlichen und die Leser falsch zu informieren.
Ich hoffe, Sie haben Verständnis für mein Anliegen
Mit freundlichem Gruß