Neurobiologie der Sexualität – Jurassic Brain vs Cultural Brain>> H. C. Krüger T. K. untersucht den Einfluss von Hormonen, Neuronen und hormonellen Kontrazeptiva auf Partnerwahl, Lust Erregung, Orgasmus und Bindung mit neurobiologischem Schwerpunkt.
"Love is a boogie-woogie of the hormones." Henry Miller
Ist das wirklich so? Ist unsere Liebe von Hormonen bestimmt?
Welche Hormone lassen sich direkt nach dem Sex überhaupt messen, wie lange und wofür sind sie zuständig?
- Prolactin vermutlich als „Sättigungsfaktor“ (über 1 h messbar)
- Prolactin ist zuständig für Dopamin-Regulation (Dopamin brauchen wir für die Motivation, aktiv zu werden in Bezug auf den Partner) und Reproduktions-Verbesserung (Einnistung etc)
- Oxytocin (nur kurz messbar) ist zuständig für Paarbindung, Vertrauen (auch ökonomisch!), Geburt, Milcheinschuss, Mutter-Kind-Bindung beim Stillen, soziale Interaktion wird gefördert
Dynamik von unterschiedlicher Partnerwahl je nach Zyklusstand ist messbar laut
Alvergne und LummaaUm den ES herum wird eine hohe Unterschiedlichkeit zu eigenen Genen für bessere Immunkompetenz bevorzugt, was sich vor allem äußert in:
- MHC-Scents = Pheromone
- Symmetrie
- Maskulinität, Dominanzverhalten
Diese Partnerwahlkriterien fallen laut Studie bei Frauen, die die Pille nehmen, nicht ins Gewicht.
Aber auch auf Männer hinterlässt der ES Eindruck wie die (den meisten von uns schon bekannte) Table-Dance-Trinkgeld-Studie zeigt: Tänzerinnen, die zur Zeit des ES arbeiteten, bekamen weitaus mehr Trinkgeld als ihre Kolleginnen.
Miller: Evolution and Human Behavior 2009 (hat die mal jemand gesehn und kann die verlinken?)
Welche Phänomene können untersucht werden:
- Verliebtheit: Dopaminausschüttung erhöht Motivation, entsprechende Gehirnregion aktiv, andere Regionen, die für Angst, Furcht etc werden deaktiviert. Bei 85% der Männer(!) und 72% der Frauen tritt dabei der Sex in den Hintergrund, Nähe ist vorrangig
- Lust: noch viel bewusste Verarbeitung im Cortex und der wird erst während Orgasmus ausgeschaltet
- Bindung: Dopamin + Ocytocin, Belohnung und Vertrauen + konditionierte Partnerpräferenz
Und was macht Sex so langweilig?
Unter anderem kann der Coolidge-Effekt verantwortlich sein.
Wikipedia hat geschrieben:
Als Coolidge-Effekt wird in Biologie und Psychologie der wachsende Widerwille von männlichen Individuen einer Spezies bezeichnet, ohne Abwechslung immer wieder mit demselben Weibchen zu kopulieren.
Der Effekt ist nach einer zeitgenössischen Anekdote über den US-Präsidenten Calvin Coolidge (1872–1933) benannt:
Der Präsident und seine Gattin besuchten einen Musterhof und wurden getrennt herumgeführt. Als sie sich darüber erstaunte, dass es im Hühnerstall nur einen einzelnen Hahn gab, sagte man ihr, der Hahn vollziehe den Paarungsakt bis zu zwölf Mal am Tag. Darauf Mrs. Coolidge: „Sagen Sie das meinem Mann.“ Als dieser später davon erfuhr, hakte er nach: „Jedesmal dieselbe Henne?“ – „Nein, jedes mal eine andere.“ Darauf Coolidge: „Sagen Sie das meiner Frau.“
Den gibt es übrigens auch bei der Frau und soll angeblich nach ca 7 Jahren bei ihr eintreten (siehe Text Dr. Anneliese Schwenkhagen).
Von was ist also guten Sex auf Dauer aus?
– Vom Können und Wollen
– Lust auf Unterschied
– Neugier, trotz Bekanntheit
– Das große Aber (keine Ahnung mehr, was er damit meinte)
– Zwiegespräche