Alana, ich finde es schade (ohne dir jetzt bewusstes Auslassen unterstellen zu wollen) dass diese, doch nicht unerhebliche Info, dann erst auf Nachfrage kommt (ich habe es nämlich auch grad nachgesehen aus Interesse weil ich mir nicht vorstellen könnte dass eine Allgemeinärztin qualifiziert wäre).
Das fällt mir auch bei den "Hexenprozess" Webseiten etc auf, da wird dann die Erfahrung der Dame hochgejubelt (z.B. Hier
http://www.zeitpunkt.ch/news/artikel-ei ... bc&type=98) und so etwas geschrieben wie "hat in ihrer 30-jährigen Tätigkeit über 2000 Hausgeburten, darunter 120 mit Steisslagen, ohne Zwischenfälle betreut." Äh, ja. Nur die Fälle die da vor Gericht aufgezählt wurden, die sind da nicht dabei (und das sind ja alles rezente Fälle, wer weiß was noch alles "vergessen" wurde zu dokumentieren, um mal ganz gehässig zu sein) Warum? Ich finde das wirft ein ideologisch ungünstiges Bild - eine ausgewogenere Darstellung käme bei mir persönlich besser an.
Ich bin generell schockiert und habe nach etwa 2/3 der Begründung abgebrochen weil ich es nicht ertragen konnte. Wenn auch nur ein Bruchteil der Vorwürfe stimmt ist das Berufsverbot aufgrund der flagranten Missachtung bekannter Richtlinien, Prozeduren und medizinisch anerkannter
Standards, inklusive fehlender, mangelhafter und/oder bewusst falscher Aufklärung sowie fehlende oder gefälschte Dokumentation imho durchaus sehr zu begrüßen (und das würde ich auch in einer Klinik so sehen, nur dass es da hoffentlich viel früher aufgefallen wäre ) . Totschlag kann ich nicht beurteilen, aber mein Mitleid hält sich für die Hebamme sehr in Grenzen, da leide ich eher für die Eltern der behinderten und toten Kinder mit (es war ja nicht nur ein Fall der da ins Gewicht fiel, sondern ein gesamtes Bild, ich denke das darf man nicht vergessen).
Ich finde es auch sehr arg dass anscheinend keine Lektionen aus schief gegangenen Geburten gezogen wurden, sondern ideologisch genau so weitergemacht wurde, mit dem traurigen Ergebnis. was mir völlig fehlt ist eine Ergründung warum niemals ernsthaft im Raume stand zu verlegen, außer die Idee dass das Kind schon auf die Welt kommen wird. Habe ich das überlesen oder ist das wirklich nur dieser ideologische Grund?
Schade finde ich auf jeden Fall dass aufgrund solcher, meiner Meinung nach "schwarzer Schafe" der gesamte ausserklinische Geburtsprozess in Verruf geraten ist (und da ist dann auch nicht grad hilfreich dass die Hebamme als Koryphäe gilt/galt, hohes Ansehen hatte und Lehrbücher mitverfasst hat (die ja irgendwie nur für "Anfänger" gelten).